Rücktritt von Philipp Laimbacher

Der Entscheid ist gefallen nach 96 Kranzgewinnen ist gefallen: Der fünffache Eidgenosse Philipp Laimbacher tritt vom aktiven Schwingsport zurück.
Philipp Laimbacher tritt vom Schwingsport zurück. (Foto: zvg)

Im vergangenen Juli waren die Ziele noch hochgesteckt: Die Teilnahme am Saisonhöhepunkt «Unspunnen-Schwinget» und ein Beitritt in den begehrten 100-er-Club waren in Reichweite. Doch leider kam alles anders: Philipp Laimbacher verletzte sich am 2. Juli 2017 an der linken Schulter und musste sich für die folgenden Wettkämpfe abmelden.

Operation wurde nötig
Die Schulterverletzung machte ihm auch im Herbst noch zu schaffen und eine Operation wurde unumgänglich. Philipp Laimbacher legte sich am 30. Oktober 2017 «unters Messer» und fällte gleichzeitig auch einen seiner schwersten Entscheide: den Rücktritt nach einer langen, erfolgreichen Karriere.

Grosse Erfolge gefeiert
Philipp Laimbacher war über viele Jahre das Aushängeschild des Innerschweizerischen Schwingerverbands und holte sich total 37 Festsiege (davon 20 Kranzfestsiege). Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Luzern (2004) klassierte er sich im zweiten Schlussrang und am vergangenen Kilchberger Schwinget (2014) stand er im Schlussgang. Der Mythenverbändler erkämpfte sich insgesamt 96 Kränze (5 Eidgenössische, 17 Teilverbanskränze, 32 Bergkränze und 42 Kantonalkränze).

Viel Verletzungspech
Die Karriere von Philipp Laimbacher war aber auch von zahlreichen Verletzungen gezeichnet: Rückenprobleme, Knie- und Schulterverletzungen. Die schwerste Knieverletzung zog er sich 2011 am Nordwestschweizersichen zu, als er in der Folge die ganze Saison 2012 verpasste. Der Schwyzer kämpfte sich aber immer wieder zurück. Die letzte Saison seiner Karriere startete er im April mit einem Festsieg in Muotathal. Im Mai und Juni stand er am Urner Kantonalen und am Stoosschwinget im Schlussgang, bevor er sich schliesslich im Juli erneut verletzte.

«Eine grosse Lebensschule»
«Der Schwingsport hat mein Leben während vielen Jahren geprägt und war für mich eine grosse Lebensschule. Ich muss nun aber mit 35 Jahren feststellen, dass sich mein Körper nicht mehr so schnell und so gut regeneriert wie noch vor zehn Jahren. Durch die grossen Kräfte zwickt es halt da und dort», führt Philipp Laimbacher aus. «Es war eine tolle Zeit, doch nun ist Schluss. Ich möchte auch in Zukunft noch Sport treiben können. Ich möchte skifahren, wandern und biken, mich in der Natur bewegen können und muss nun schweren Herzens einen Schlussstrich ziehen», so Philipp Laimbacher weiter. «In den vielen Jahren habe ich viele wertvolle Erfahrungen sammeln können, immense Unterstützung von Fans und Sponsoren erhalten und dafür bin ich extrem dankbar.» Er werde dem Schwingsport aber sicher verbunden bleiben.

Eine Ära geht zu Ende
Mit Philipp Laimbacher geht nun auch der letzte der erfolgreichen Brüder «in Pension». Das Schwyzer Trio Adi, Philipp und Ivo Laimbacher erkämpfte sich total 83 Festsiege und 226 Kränze - davon 12 Eidgenössische. In Frauenfeld (2010) und Burgdorf (2013) konnten gar alle drei Brüder das begehrte eidgenössische Eichenlaub entgegennehmen – dies ist in der Schwingsportgeschichte einmalig. Ivo Laimbacher, der jüngste Bruder, erklärte im Dezember 2013 seinen Rücktritt, im Juli 2015 bestritt Adi Laimbacher, der älteste Bruder, sein letztes Schwingfest auf der Rigi. Mit dem aktuellen Rücktritt von Philipp Laimbacher geht nun eine grosse Ära zu Ende.

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