Einsiedeln doch noch im Halbfinal

Nach einer Niederlagenserie in der Vorrunde rappelte sich Einsiedeln in der Rückrunde der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen auf. Mit einem Exploit gegen Rekordmeister Willisau eroberten die Schwyzer in der zehnten und letzten Runde überraschend den vierten Halbfinalplatz.
Der Freiämter Roman Zurfluh (rotes Dress) wehrte sich zwar tapfer gegen den Kriessener Ramon Betschart, verlor aber dennoch 0:11. (Foto: Willi Steffen)

Damit hatte Willisau trotz der kurzfristigen Erkrankung des Internationalen Stefan Reichmuth nicht gerechnet. Transfersieger Einsiedeln bestätigte seine Fortschritte als Team und kämpfte die Luzerner Hinterländer nieder. Schon zur Pause führten die Klosterdörfler 12:6, wobei Willisaus Trainer Thomas Bucheli als Notnagel bis 130 kg Freistil gegen Andrey Vishar den Schaden mit einer 6:12-Niederlage noch im Rahmen gehalten hatte. Einsiedler Matchwinner in der zweiten Hälfte waren die Gebrüder Jan und Yves Neyer, die den Weg zum 20:17 Mannschaftssieg ebneten. Obwohl Schattdorf zu Hause Hergiswil eher überraschend 21:17 in die Schranken wies, bleibt den Urnern wieder einmal nur der 5. Schlussrang. Bei Punktgleichheit mit Einsiedeln und je einem gewonnenen und verlorenen Match in den Direktbegegnungen entschied die Punktedifferenz aus den beiden Begegnungen klar für die Schwyzer. Hergiswil taktierte im Urnerland und liess Thomas Suppiger bis 130 kg Freistil gegen Elias Kempf antreten. Diese Rechnung ging mit einem 13:2-Punktesieg halbwegs auf. Weil aber die zu unausgeglichenen Napf-Ringer vier Kämpfe vorzeitig verloren, resultierte am Ende eine fatale 17:21-Schlappe. Im ringerischen Schwingerduell zwischen Michi Jauch und Martin Suppiger bis 97 kg Greco behielt Schattdorfs Trainer Jauch mit  4:3 die Oberhand.

Freiamts Zeichen
Die Gunst der Stunde nützte Freiamt. Die Aargauer profitierten von einer schwachen Aufstellung Kriesserns. Der Leader schonte für den Halbfinal zahlreiche Teamstützen und erhielt von den Aargauern eine deutliche Quittung für dieses Taktieren. Positiv fiel Schwingereidgenosse Pascal Gurtner auf. Gegen Jürg Hutter reichte seine Ausdauer bis zum Schluss, um einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Punktesieg zu verwandeln. Chancenlos blieb hingegen Freiamts zweiter Schwinger, Roman Zurfluh. Der Greco-Spezialist verlor bis 97 kg gegen Kriesserns Talent Ramon Betschart 0:11. Mit fünf vorzeitigen Siegen in den unteren Gewichtsklassen realiserten die Freiämter dennoch einen 25:13-Prestigesieg, mit dem sie unerwartet Willisau vom zweiten Platz verdrängten. Damit haben die Aargauer den kleinen Vorteil, im Halbfinal in der zweiten Begegnung zu Hause antreten zu können. Im anderen Halbfinal ist Kriessern klarer Favorit gegen Einsiedeln. Der Halfinal wird an den nächsten beiden Samstagen ausgetragen.

Qualifikation: 10. und letzte NLA-Runde
Einsiedeln - Willisau Lions 20:17
Freiamt - Kriessern 25:13
Schattdorf - Hergiswil 21:17

Schlussrangliste Qualifikation
1. Kriessern 17 (229:153)
2. Freiamt 15 (235:137)
3. Willisau 14 (225:142)
4. Einsiedeln 6 (155:229)
5. Schattdorf 6 (139:236)
6. Hergiswil 2 (143:229)

Halbfinal, Hinkampf (18. November, je 20 Uhr)
Einsiedeln - Kriessern
Willisau - Freiamt


 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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