Freiamt und Kriessern deklassierten Gegner

In der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen haben sich die Perspektiven für den letztjährigen Halbfinalteilnehmer Schattdorf verdüstert. Die Urner verloren bei Freiamt mit einer ersatzgeschwächten Formation 7:29. Die Aargauer liegen damit weiterhin ungeschlagen an der Spitze. Dahinter folgt Kriessern. Die Ostschweizer deklassierten zu Hause Hergiswil ebenfalls 29:7. Willisau erfüllte in seinem Heimkampf die Pflicht gegen Abstiegskandidat Einsiedeln mit 22:14.
Schattdorfs Routinier Michael Jauch musste gegen den immer stärker werdenden Freiämter Roman Zurfluh (oben) buchstäblich unten durch. (Foto: wr)

Die jungen Freiämter kannten gegen Schattdorf keine Gnade, obwohl Alteidgenosse Pascal Gurtner erneut einen schwachen Eindruck hinterliess und das Schwingerduell gegen Elias Kempf mit 3:6 Wertungspunkten verlor. In einem weiteren Duell zwischen zwei Topringern mit Schwingererfahrung setzte sich überraschend der 21-jährige Roman Zurfluh gegen den 34-jährigen Ex-Internationalen Michael Jauch 7:3 durch. Nach einer 11:7-Pausenführung für Freiamt erlebten die Urner in den zweiten fünf Mattenduellen ein totales Desaster und blieben ohne eine einzige technische Wertung. Freiamts Trainer Adi Bucher sagte nachher: "Nach dem Abwägen haben wir uns gesagt, dass wir trotz der schwachen Aufstellung des Gegners Vollgas geben werden."

Hergiswil deklassiert
Gar nur einen von zehn Kämpfen gewann Hergiswil in Kriessern. Die St. Galler Rheintaler traten praktisch in Bestbesetzung an, während den Napf-Ringern mehrere Teamstützen fehlten. So pausiert der zweifache Eidgenosse Martin Suppiger weiterhin. Für den einzigen Punktesieg der Luzerner Gäste sorgten dessen Bruder Thomas Suppiger, der den Internationalen Damian Dietsche bis 86 kg Greco 10:4 bezwang.

Trotz den Ausfällen der Internationalen Jonas Bossert und Stefan Reichmuth und dem Verzicht auf Leichtgewichter Timon Zeder geriet Meister Willisau gegen Einsiedeln nicht ins Zittern.In der ausgeglichenen ersten Hälfte wäre Willisaus Junior Samuel Scherrer gegen Schwergewichts-Doppelmeister Sven Neyer beinahe eine Überraschung gelungen. Nach der Pause gewannen die Luzerner Hinterländer vier von fünf Mattenduellen und damit die Begegnung 22:14.

Spannung gekillt
Im Gegensatz zum letzten Jahr ist damit die Spannung schon nach vier von zehn Qualifikationsdurchgängen zu einem guten Stück gebrochen. Einsiedeln und Schattdorf erwiesen sich bisher als zu schwach, um den arrivierten Teams paroli bieten zu können. Wenn Schattdorf am nächsten Samstag zu Hause gegen Willisau verliert und Einsiedeln in Hergiswil nicht reüssiert, ist die Vorentscheidung gefallen. Schattdorf kann sich dann nach dem letztjährigen 4. Rang wieder auf ein vorzeitiges Saisonende und Einsiedeln auf einen neuerlichen Barragekampf gegen den NLB-Meister einstellen. Dagegen verspricht das Spitzenduell zwischen Kriessern und Freiamt zum Abschluss der Vorrunde wenigstens noch eine Priese Spannung. 

Rangliste (je 4 Kämpfe)
1. Freiamt 8 Punkte (103:41)
2. Kriessern 6 Punkte (96:51)
3. Hergiswil 4 Punkte (59:89)
4. Willisau 4 Punkte (70:74)
5. Schattdorf 2 Punkte (55:92)
6. Einsiedeln 0 Punkte (56:92)

5. Runde (Samstag, 8. Oktober, je 20 Uhr): Schattdorf - Willisau, Hergiswil - Einsiedeln, Kriessern - Freiamt.

Wolfgang Rytz

Redaktion

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