Hergiswil im Final gegen Kriessern

In einem turbulenten Halbfinal-Rückkampf behielt die Ringerriege Hergiswil zu Hause gegen Freiamt die Nerven und siegte 18:15. Damit ziehen die Luzerner Hinterländer in den Final gegen Favorit Kriessern ein. Meister Willisau kämpft gegen die Ringerstaffel Freiamt um Bronze.
Der junge Kranzschwinger Roman Zurfluh (Freiamt, oben) besiegte den Hergiswiler Akos Korica bis 97 kg Greco nach umstrittenem Kampfrichterentscheid 4:3. (Foto: wr)

In der engen Steinacherhalle in Hergiswil gingen die Wogen der Emotionen phasenweise sehr hoch. Das lag in der ersten Hälfte auch am unsicher und umstritten agierenden Kampfrichtertrio. Letztlich setzte sich aber vor 850 lautstarken Zuschauern die ringerische Klasse von Hergiswil durch.
Thomas Wisler erwischte Freiamts Routinier Thomas Wild im 57er-Startkampf mit dem ersten Angriff eiskalt und baute den 4:0-Vorsprung gar auf 6:1 aus. "Das war ein klassischer Fehlstart", konstatierte Freiamts Trainer Adi Bucher. Das Eidgenossenduell bis 130 kg Freistil gewann erneut Martin Suppiger, doch Pascal Gurtner verlor nur 1:6 und bestätigte seinen Aufwärtstrend. Das Momentum wechselte im vierten Kampf beim Stande von 8:3 für Hergiswil zu den Aargauern. Dafür sorgten die Kampfrichter, die bis 97 kg Greco gegen Akos Korica umstritten eine Verwarnung und zwei Strafpunkte aussprachen. Der junge Innerschweizer Kranzschwinger Roman Zurfluh nützte die Gunst der Stunde und brachte den 4:3-Vorsprung über die Zeit. Darauf gingen die Emotionen erstmals so richtig hoch. Dazu passte auch der "giftig" geführte 65er-Greco-Kampf, den Randy Vock gegen Marco Hodel 8:0 gewann. So führte Hergiswil zur Pause nur 9:8.

Hergiswils Schachzug
Nach der Pause sorgte die Taktik, Thomas Suppiger in die 80er-Greco-Klasse abhungern zu lassen, für die Entscheidung. Der 29-jährige Landwirt überstand die "Rosskur" blendend und zeigte seine Klasse mit einem 9:0-Punktesieg dank körperlicher Überlegenheit gegen den Olympioniken Pascal Strebel. Das war der Schlüssel zum Finaleinzug. Wohl gingen die beiden letzten Einzelkämpfe noch verloren, doch die Napf-Ringer siegten gleichwohl 18:15, nachdem sie schon den Hinkampf 17:15 gewonnen hatten.

Ehrrettung für Willisau
Für Meister Willisau gings nach der 11:22-Heimschlappe nur noch um die Ehrrettung in Kriessern. Diese gelang mit einer 17:21-Niederlage im St. Galler Rheinthal halbwegs. Kriessern gewann 6:4 Kämpfe auf der Matte, schonte dabei aber einzelne Kräfte für den Final im Dezember nach dem Modus "Best of three". Der erste Finalkampf findet am nächsten Samstag, 3. Dezember, um 19 Uhr in der Willisauer BBZ-Halle statt.

Wolfgang Rytz

Redaktion

Kommentare