Kein Sieger im Luzerner Derby

In einem ultraspannenden Luzerner Hinterländer Ringerderby rettete Hergiswil nach einem 3:13-Pausenrückstand gegen Willisau ein 17:17-Unentschieden. In den beiden weiteren Begegnungen der obersten Liga der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft setzte sich Leader Kriessern in Schattdorf 21:14 durch, und Freiamt dominierte gegen Einsiedeln mit 26:10.
Der für Freiamt ringende Pascal Gurtner (oben) schulterte in einem Schwingerduell auf der Matte den Einsiedler Daniel Inderbitzin. (Foto: wr)

Angesichts der kaum gefährdeten Halbfinalteilnahme deckten Willisau und Hergiswil auch im zweiten Derby ihre Karten nicht auf, das heisst beide Teams traten nicht in Bestbesetzung an. Anfänglich schien der Meister einer sicheren Revanche für die Vorrundenniederlage entgegen zu gehen. In den drei untersten Gewichtsklassen gabs für die Hergiswiler Gäste in der BBZ-Halle nichts zu holen, und auch Eidgenosse Martin Suppiger blieb bei der 0:7-Punkteniederlage ohne mannschaftlichen Ertrag. So ergab sich zur Halbzeit eine 13:3-Führung für Willisau. Doch in der zweiten Hälfte gewannen alle fünf Hergiswiler ihren Kampf. Zum Schluss punktete der für Hergiswil im Einsatz stehende Ungare Istvan Dencsik den für Willisau kämpfenden Walliser 18:2 aus, was vor 820 Zuschauern für den 17:17-Gleichstand nach zehn Mattenduellen sorgte.

Kriessern im Spargang
Leader und Meisteranwärter Kriessern trat in Schattdorf erstmals in dieser Saison mit dem Internationalen Steven Graf an, der sich mit einem Sieg durch technische Überlegenheit gut einführte. Beide Teams gewannen je fünf Kämpfe. Weil bei Schattdorf aber vier Ringer leer ausgingen, darunter auch Schwinger Elias Kempf, setzten sich die St. Galler Rheintaler trotzdem 21:14 durch. Ein 3:1-Prestigesieg gelang Trainer und Ex-Schwinger Michael Jauch im 97-kg-Greco-Duell gegen den Internationalen Philipp Hutter.
Schlusslicht Einsiedeln leidet weiterhin unter empfindlichen Ausfällen. In Sins blieben die Klösterdörfler gegen Freiamt chancenlos, obwohl der junge Oberfreiämter Kranzschwinger Roman Zurfluh, der zurzeit in der Rekrutenschule steckt, das 97-kg-Grecoduell gegen Sven Neyer 2:5 verlor. Stattdessen schulterte Pascal Gurtner im Schwingerduell bis 130 kg Freistil den Einsiedler Daniel Inderbitzin schon nach einer Minute.

Premiere für Samuel Giger
In der Nationalliga B gab der Zweite des Eidgenössischen Schwingfestes in Estavayer-le-Lac, Samuel Giger, in den Reihen der Ringerriege TV Weinfelden seine Mattenpremiere. Der 18-jährige Thurgauer erlebte allerdings wie schon viele Spitzenschwinger vor ihm, dass der Zweikampf auf der Matte hohe Anforderungen stellt. Giger verlor gegen den Ufhusener Klaus Bernet mit 2:13-Wertungspunkten. Auch Kranzschwinger Jeremy Vollenweider verlor in den Reihen von Weinfelden, und zwar gegen Michael Bernet mit 2:8.

Brisante letzte drei Runden
Obwohl Einsiedeln bereits so gut wie sicher die Abstiegsbarrage gegen den NLB-Meister bestreiten muss und auch Schattdorf kaum mehr eine realistische Chance auf den Halbfinal hat, herrscht für die letzten drei Runden knisternde Spannung. Dafür sorgt der offene Ausgang um die Plätze 1 bis 4. Kriessern ist klarer Favorit auf den Qualifikationssieg. Aber der Ausgang dahinter ist völlig offen. Eine Vorentscheidung fällt am nächsten Samstag bei der Begegnung zwischen Freiamt und Willisau. Sollten die Aargauer nochmals gewinnen, droht dem Meister Rang 4 und damit Kriessern als Halbfinalgegner. Gut möglich deshalb, dass Willisau alles daran setzen wird, Freiamt im zweiten Anlauf zu schlagen.

Rangliste (je 7 Kämpfe)
1. Kriessern 12 Punkte (155:98)
2. Freiamt 10 Punkte (158:90)
3. Hergiswil 9 Punkte  (123:133)
4. Willisau 7 Punkte (126:123)
5. Schattdorf 4 Punkte (105:149)
6. Einsiedeln 0  Punkte (94:168)

Wolfgang Rytz

Redaktion

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