Kriessern mit eineinhalb Beinen im Final

Nach den Halbfinal-Hinkämpfen in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft der Ringer zeichnet sich ein Final Kriessern gegen Hergiswil ab. Die St. Galler Rheintaler zerzausten Meister Willisau in dessen Heimhalle 22:11 und stehen so gut wie sicher im Final. Das Momentum auf seine Seite geholt hat auch Hergiswil. Die Luzerner Hinterländer kämpften Freiamt ebenfalls auswärts 17:15 nieder und sind nun im Heimkampf klarer Favorit für den zweiten Finalplatz.
Im 97-kg-Freistilduell zwischen zwei Schwingereidgenossen besiegte Martin Suppiger (Hergiswil, rechts) Pascal Gurtner (Freiamt) mit 11:0 Wertungspunkten, was für die Teamwertung 3:0 Punkte eintrug. (Foto: wr)

Titelverteidiger Willisau erlebte vor heimischem Publikum in der BBZ-Halle einen bitteren Abend und gewann nur zwei von zehn Mattenduellen. Schwingerspezialisten standen in beiden Teams keine im Einsatz. Bei Willisau besiegte Kranz-Nationalturner Andreas Reichmuth, der in die 80-kg-Freistilklasse abhungerte, mit 4:0 Wertungspunkten Tobias Betschart. Hingegen ging bei den Luzernern das Kalkül, den aufstrebenden Freistilinternationalen Stefan Reichmuth bis 130 kg Greco einzusetzen, arg daneben. "Stifi" verlor gegen den mit dieser Stilart besser vertrauten Philipp Hutter 2:8, obwohl auch dieser ein angestammter Freistilinternationaler ist.
Bei Kriessern setzten sich die auf diese Saison hin neu startberechtigten Ringerschweizer Gabor Molnar wie auch Sergey Sirenko gegen starke Willisauer durch. Dazu hielten auch die weiteren Kriessener Internationalen Steven Graf und Damian Dietsche Willisauer Siegringer auf Distanz. So kams schliesslich zu einem 22:11-Kantersieg für die Ostschweizer, die im Rückkampf nun kaum mehr um den Finaleinzug  zu bangen brauchen.

Aufbäumen von Freiamt
Im zweiten Halbfinal traten Freiamt wie Hergiswil in bestmöglicher Besetzung auf, je eine taktische Umstellung inbegriffen. Auf der Matte ging in der ersten Hälfte das Budget der Luzerner Gäste besser auf. Das lag auch an den beiden Freiämtern mit Schwingererfahrung. Eidgenossse Pascal Gurtner (gegen Hergiswils Eidgenossen Martin Suppiger) und auch Jungkranzer Roman Zurfluh (gegen Thomas Suppiger) gingen gänzlich leer aus. Schlimmer noch: Während Gurtner immerhin das Auspunkten mit 0:11 verhinderte, liess sich Zurfluh schon in der ersten Minute auf den offenen Standkampf ein, was der technisch brillante Thomas Suppiger mit einem Schleuderwurf und anschliessendem Fixieren des Gegner zum Schultersieg bestrafte.
Nach einem 6:10-Rückstand zur Pause liefs aber in der zweiten Hälfte besser für die Aargauer. Der erst vor zwei Wochen von einer Rückenoperation auf die Ringermatte zurück gekehrte Junior Michael Bucher besiegte den ungarischen Routinier Istvan Dencsik dank unbändigem Kampfgeist in letzter Sekunde 7:6. Das Freiburger Duell bis 80 kg gewann Freiamts Manuel Jakob trotz Nachlassen in der zweiten Runde gegen Hergiswils Benno Jungo 4:3. Zum Schluss dominierte Freiamts Greco-Könner Pascal Strebel gegen  Hergiswils Freistilspezialist Martin Grüter mit 9:0 und begrenzte dadurch den "Schaden" auf 15:17 Mannschaftspunkte.
Im Heimkampf liegen die Vorteile aber deutlich bei Hergiswil. Immerhin zeigte Freiamt aber sein Potential für die Zukunft auf, und die Hoffnung auf ein kleines Ringerwunder am Fusse des Napfs bleibt intakt.

Doppeltes Erfolgserlebnis für Samuel Giger
Bei seinem vierten Einsatz auf der Ringermatte feierte das 18-jährige Schwingerass Samuel Giger einen ersten Erfolg. Und wie! Er schulterte im Team von Weinfelden bis 130 kg Freistil den für Sense ringenden Steven Moser  und legte damit die Basis für den 24:15-Auswärtserfolg für die Thurgauer, die damit die Bronzemedaille in der Nationalliga B holten.

Wolfgang Rytz

Redaktion

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