Kriessern so gut wie Qualifikationssieger

Nach acht von zehn Runden in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft der Ringer steht Kriessern vor dem Qualifikationssieg. Die St. Galler Rheintaler haben den spannenden Spitzenkampf gegen Willisau zu Hause 20:15 gewonnen. Damit treffen die Luzerner im Halbfinal mit grösster Wahrscheinlichkeit auf Freiamt. Im Kampf um den Halbfinalplatz gegen Kriessern ist die Spannung nach dem 23:17-Sieg von Einsiedeln über Schattdorf weiter angestiegen.
Das spannende Greco-Duell bis 97 kg gewann Martin Suppiger (Hergiswil, rechts) gegen den Freiämter Roman Zurfluh dank einer Willensleistung in der Schlussminute mit 9:6 Wertungspunkten. (Foto: wr)

Im Spitzenkampf in Kriessern gewannen die Gastgeber gegen Verfolger Willisau sechs von zehn Mattenduellen. Dabei zahlte sich das Aufgebot der beiden Doppellizenzringer Urs Wild (von Weinfelden) und Dominik Laritz (von Oberriet-Grabs) in den beiden untersten Gewichtsklassen mit 7:1 Mannschaftspunkten vorentscheidend aus. Und auch der ungarische 65-kg-Greco-Ringer Gabot Molnar hatte in der ersten Hälfte mit einem klaren Punktesieg seinen Anteil an der 12:7-Pausenführung. Nur der überraschende Schultersieg von Stefan Reichmuth im Internationalen-Duell bis 130 kg Freistil gegen Philipp Hutter hielt die Luzerner Gäste noch halbwegs auf Schlagdistanz. Doch die Ostschweizer gaben die deutliche Führung in der zweiten Halbzeit nicht mehr preis. Als Damian Dietsche in einem weiteren packenden Internationalen-Duell Jonas Bossert trotz 0:4-Rückstand noch 7:5 bezwang, war der Teamsieg für Kriessern gesichert. Zum Abschluss hielt der U23-Internationale Marc Dietsche den aufstrebenden Willisauer Tobias Portmann 8:6 auf Distanz, womit sich der Mannschaftssieg mit 20:15 etwas zu hoch gestaltete. Die St. Galler Rheintaler zwangen das Glück mit Ausnahme von Hutter fast immer auf auf ihre Seite. Mit drei Punkten Vorsprung ist die Vorentscheidung um Rang 1 nach der Qualifikation gefallen. In Hergiswil wird das Team von Trainer Hugo Dietsche vermutlich schon in einer Woche alles klar machen.

Einsiedeln weiter im Aufwind
Überraschend klar setzte sich Einsiedeln in Schattdorf durch. Der Auswärtssieg der Klosterdörfler vor zwei Wochen in Hergiswil liess den Glauben an eine Halbfinalqualifikation wieder aufkeimen. Im Urnerland lag Einsiedeln schon bei Halbzeit 11:8 vorne. Schattdorfs Schwinger Elias Kempf blieb bis 130 kg Freistil gegen Andry Vysar chancenlos, hingegen besiegte Schattdorfs Trainer und Ex-Schwinger Michi Jauch Sven Neyer hauchdünn 2:1. Trotz taktisch guter Aufstellung in den mittleren Gewichten gelang Schattdorf die Wende nicht. Dies lag auch daran, dass Schattdorfs Verstärkung bis 74 kg Freistil, Kim Besse, nach der Verletzung vor Wochenfrist gegen Freiamt erneut aufgeben musste. Einsiedelns Rückkehrer Yves Neyer kam dadurch zum entscheidenden 4:0-Sieg. 

Durch den zweiten Sieg im achten Kampf ist Einsiedeln auf Rang 4 vorgerückt. Wenn die Klosterdörfler aber nun gegen Freiamt und Willisau nicht punkten,werden sie aufgrund der hohen 14:22-Startniederlage gegen Hergiswil den Halbfinal trotzdem verfehlen. Im abschliessenden Direktduell wird der Sieger von Schattdorf - Hergiswil auf Rang 4 vorrücken, wenn Einsiedeln in den letzten beiden Runden nicht noch punktet. Aufgrund des Formanstieges ist dies aber nicht auszuschliessen. 

Freiamt in Hergiswil ungefährdet
Keine grosse Stimmung kam im Kampf Hergiswil gegen Freiamt auf. Die Gebrüber Martin und Thomas Suppiger zeigten zwar wieder eine Topleistung. Weil darüber hinaus aber nur noch David Wisler und Martin Grüter siegten, genügte dies bei weitem nicht für ein Happy End in der heimischen Steinacherhalle. Im Schwingerduell bis 97 kg Greco brachte der Freiämter Roman Zurfluh Martin Suppiger mit einer 6:3-Führung in Bedrängnis. Doch der zweifache Schwingereidgenosse raffte sich zu einer Willensleistung auf und wendete das Blatt in der Schlussminute auf 9:6 zu seinen Gunsten. Thomas Suppiger lag kurzzeitig 2:4 hinten, schulterte dann aber Nico Küng schnell.
Im zweiten Schwingerduell des Abends hielt Pascal Gurtner für Freiamt den ringertechnisch noch sehr limitierten Hergiswiler Joel Ambühl 8:0 in Schach. Am Schluss gewann Freiamt dank fünf überlegenen Siegen auf der Matte die Begegnung 23:15. Die Luzerner Hinterländer schonten aber einige Kräfte für das um den Halbfinaleinzug entscheidende Duell am 11. November in Schattdorf.

8. Runde Nationalliga A
Kriessern - Willisau Lions 20:15
Hergiswil - Freiamt 15:23
Schattdorf - Einsiedeln 17:23

Zwischenrangliste nach 8 Runde
1. Kriessern 15 (191:113)
2. Willisau 12 (176:116)
3. Freiamt 11 (185:111)
4. Einsiedeln 4 (122:187)
5. Schattdorf 4 (112:187)
6. Hergiswil 2 (111:183)

9. Runde (Samstag, 4. November, je 20 Uhr)
Willisau Lions - Schattdorf
Freiamt - Einsiedeln
Hergiswil - Kriessern

 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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