Kriessern und Willisau im Hoch

Nach den Halbfinal-Hinkämpfen der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen steht die Finalbegegnung zwischen den beiden Saisonfavoriten Kriessern und Willisau schon nahezu fest. Qualifikationssieger Kriessern siegte in Einsiedeln trotz anfänglicher Mühe 22:14. Überraschend deutlich fiel auch der Sieg von Willisau aus. Die Luzerner überrumpelten Freiamt mit 21:14.
Trotz des überraschenden Sieges des Freiämter Schwingers Roman Zurfluh (oben) gegen Willisaus bulgarisch-schweizerische Verstärkung Delian Alishahi verloren die Aargauer den ersten Halbfinal 14:21. (Foto: wr)

Rekordmeister Willisau setzte im ersten Halbfinalmatch gegen Freiamt alles auf eine Karte und liess mehrere Ringer in eine tiefere Gewichtsklasse abhungern. Diese Taktik zahlte sich mit körperlicher Überlegenheit in vielen Einzelkämpfen aus. Vor 1000 lautstarken Zuschauern in der BBZ-Halle feierten Michael Portmann bis 61 kg Greco und Samuel Scherrer bis 86 kg Greco wichtige Siege, die den Freiämter Schwung brachen.
Die Vorentscheidung war schon auf der Waage gefallen. Willisau überrumpelte Freiamt mit einer starken Aufstellung. Die Aargauer pokerten in den mittleren Gewichtsklassen falsch und verzichteten fahrlässig auf die Weinfelder Verstärkung Thomas Wild. Nino Leutert war bis 61 kg Greco überfordert und verlor gegen Michael Portmann überraschend 4:9. Damit bügelte Willisau die Enttäuschung der vermeintlichen 130-kg-Greco-Verstärkung Delian Alishahi aus. Der Ringerschweizer bulgarischer Abstammung brach am Schluss gegen Kranzschwinger Roman Zurfluh ein und verlor mit 3:5 Wertungspunkten. Freiamts zweiter Schwinger, Pascal Gurtner, blieb gegen Nationalkaderringer Stefan Reichmuth mit 0:15 innert 4 Minuten  chancenlos. Nach dem Pausenstand von 9:9 lancierte Samuel Scherrer bis 86 kg Greco mit einem unerwarteten 15:0-Überlegenheitssieg gegen Marc Weber Willisaus Sturmlauf zum 21:14-Sieg. "Sieben Punkte sind eine grosse Hypothek, musste Freiamts Trainer Adi Bucher eingestehen, dass der Finalzug wohl abgefahren ist. "Wir haben auch schon erlebt, dass es im Freiamt nicht einfach ist", wollte der zufriedene Willisauer Coach Thomas Bucheli aber noch nichts wissen von einer vorzeitigen Entscheidung.

Kriessern in Rücklage
Zur Pause lag Kriessern in Einsiedeln 8:10 hinten. Das lag zur Hauptsache an der überraschenden Schulterniederlage von GaborMolnar bis 61 kg Greco gegen Einsiedeln Patrick Dähler. Aber auch der Kriessener Ramon Betschart verlor in diesem Herbst erstmals einen Kampf, und zwar 5:6 gegen Sven Neyer bis 130 kg Greco. In der zweiten Hälfte korrigierten die St. Galler Rheintaler das Resultat dank ihrer Teamstützen Dominik Laritz, Marc Dietsche, Sergey Sirenko und Damian Dietsche auf 22:14. Einsiedeln unter dem neuen Trainer Urs Bürgler wehrte sich zwar tapfer, musste am Ende jedoch die grosse Substanz des Kriessener Teams eingestehen.
Die beiden Halbfinal-Rückkämpfe finden am nächsten Samstag in Kriessern und Muri AG je um 20 Uhr statt.

Brunnen wieder NLB-Meister
Zum dritten Mal in Folge sicherte sich die Ringerriege Brunnen den NLB-Meistertitel. Die Schwyzer schlugen in den zwei Finalkämpfen Martigny mit dem Total von 43:34. In der Auf-/Abstiegsbarrage trifft Brunnen auf den NLA-Letzten Hergiswil. Der Gesamtsieger aus Hin- und Rückkampf gehört in der nächsten Saison der Nationalliga A an. 

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Wolfgang Rytz

Redaktion

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