Kriessern, Willisau und Freiamt klar auf Halbfinalkurs

In der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft der Ringer schlugen die vorderen drei Teams der Rangliste die hinteren drei mehr oder minder deutlich. Freiamt deklassierte Einsiedeln auswärts 31:9 und Kriessern besiegte Hergiswil im Rheintal sicher 29:9. Mehr zu kämpfen hatte Willisau in Schattdorf, bis der 22:15-Erfolg feststand.
In einem spannenden Greco-Fight bis 97 kg Freistil besiegte der Kriessener Internationale Philipp Hutter (links) den Hergiswiler Martin Suppiger mit 6:3 Wertungspunkten. (Archivbild: wr)

Schon nach vier von zehn Qualifikationsrunden zeichnet sich klar ab, dass Kriessern, Willisau und Freiamt wohl kaum um die Halbfinalteilnahme bangen müssen. Der letztjährige Finalist Hergiswil hingegen überzeugte bisher kaum, trat aber meist mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft an. Am nächsten Samstag kommts zum Abschluss der Vorrunde zu einem ersten Schlüsselkampf um den vierten Halbfinalplatz zwischen Hergiswil und Schattdorf.

Willisau im Urnerland gefordert
Nach dem knappen Auswärtssieg vor Wochenfrist gegen Einsiedeln wittert Schattdorf wie schon vor zwei Jahren Morgenluft respektive die Chance auf eine Halbfinalteilnahme. In der vierten Runde wehrten sich die Urner gegen Finalanwärter Willisau tapfer. Zur Pause nach fünf Einzelkämpfen lautete der Stand nur 8:9 für Willisau. Schuld daran war unter anderem der überraschende 4:3-Punktesieg im 130-kg-Greco-Kampf von Trainer und Ex-Schwinger Michael Jauch gegen Willisaus Junioreninternationalen Samuel Scherrer, der leicht angeschlagen antrat. Bis 65 kg Freistil gewann Simon Gerig gegen Lukas Bossert unerwartet deutlich 7:1. Weil aber Schattdorfs Schwinger Elias Kempf gegen dne Freistilinternationalen Stefan Reichmuth chancenlos blieb und mit 0:16 von der Matte ging, lag Willisau mit nur zwei Siegen in fünf Kämpfen bei Halbzeit trotzdem knapp vorne.
In der zweiten Hälfte legte der Willisauer Roger Heiniger im 70-kg-Greco-Kampf Mateo Dodos in der fünften Minute auf die Schultern. Das war der Schlüsselsieg zum doch noch deutlichen 22:15-Mannschaftserfolg, und dies bei 5:5 Siegen. In der zweiten Hälfte gewannen auch Willisaus Teamstützen Andreas Reichmuth und Jonas Bossert vorzeitig, was den Unterschied in der Teambilanz erklärt.

Überzeugende Freiämter
Mit der Rückkehr des Internationalen Randy Vock ins Team ist Freiamt noch stärker geworden. Dies bekam Einsiedeln zu Hause jäh zu spüren. Den Klosterdörflern, die wiederum keine komplette Mannschaft stellten, drohte bereits eine Kanterniederlage mit nur einem Sieg, als Jan Neyer gegen Michael Bucher beim Stande von 0:11 ein raffinierter Konterangriff gelang, der zum Schultersieg führte. Ansonsten gewann für Einsiedeln nur noch Andreas Burkard bis 80 kg Freistil mit 9:2 Punkten gegen Nico Küng. Zu überzeugen wussten Freiamts zwei Schwinger. Pascal Gurtner legte bis 97 kg Freistil beim Stand von 20:3 Valentin Robert noch auf den Rücken. Roman Zurfluh punktete bis 130 kg Greco im Schwingerduell Michael Hess 15:0 aus.

Kriessern ungefährdet
Kilbistimmung herrschte in Oberriet, wo Kriessern Hergiswil empfing. Obwohl der St. Galler Rheintaler Meisterschaftsfavorit immer noch einige starke Stammringer schont, waren die stark ersatzgeschwächten Napf-Ringer weit von einer Überraschung entfernt. Im sehenswerten Freistilkampf bis 97 kg setzte sich der Internationale Philipp Hutter gegen den mit Konditionsproblemen kämpfenden Martin Suppiger mit 6:3 durch. Schliesslich gewann Kriessern souverän 29:9. Allerdings profitierte das Team von Trainer Hugo Dietsche vom Pech des Hergiswilers Marco Hodel, der sich nach zwei Minuten den Ellbogen ausrenkte und den budgetierten Sieg Manuel Wittenwiler überlassen musste. 

Nationalliga A, 4. Runde
Schattdorf - Willisau 15:22
Einsiedeln - Freiamt 8:31
Kriessern - Hergiswil 29:9

Rangliste nach 4 Runden
1. Kriessern 7 Punkte (98:53)
2. Willisau 7 Punkte (81:62)
3. Freiamt 6 Punkte (98:49)
4. Schattdorf 2 Punkte (59:88)
5. Hergiswil 2 Punkte (52:95)
6. Einsiedeln 0 Punkte (56:97) 

 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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