Nach Kriessen und Willisau auch Freiämter Ringer definitiv im Halbfinal

Wie sich seit ein paar Wochen abzeichnete, gehts in der Qualifikation der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen nur noch um den vierten Halbfinalplatz. Nach Kriessern und Willisau hat sich auch Freiamt nach dem 30:7-Sieg über Schattdorf für die Meisterschaftsentscheidung qualifiziert. Kriessern beanspruchte in der siebten Runde Nervenstärke, um nicht von Schlusslicht Einsiedeln überrascht zu werden.
Kampfrichter Gregor Meier kürt Pascal Gurtner (links) im Schwingerduell gegen Elias Kempf zum Sieger. Der Schaffhauser in Aargauer Diensten bettete den Urner nach fünfeinhalb Minuten auf die Schultern. (Foto: wr)

Die Schattdorfer Ringer erlitten auf dem Weg in den Halbfinal zu Hause gegen Freiamt einen Rückschlag. Als Pascal Gurtner im zweiten Kampf, dem 130er-Freistilduell gegen Elias Kempf, den Urner nach fünfeinhalb Minuten mit einem Päckli auf den Rücken drehte, war die Luft bereits draussen. Zwar verlor Roman Zurfluh bis 97 kg Greco gegen Michi Jauch das zweite Schwingerduell auf der Matte knapp und unglücklich 4:5, doch am letztlich haushohen Aargauer Sieg änderte dies wenig. Weil sich Schattdorfs Teamverstärkung Kim Besse bis 70 kg Freistil bei einer 7:0-Führung gegen Marc Schärer eine offene Wunde zuzog, gingen weitere sicher geglaubte Mannschaftspunkte verloren. So resultierte schliesslich eine zu hohe 7:30-Niederlage, die das effektive Kräfteverhältnis nicht im richtigen Licht widerspiegelt. Die Urner gehen in einer Woche gegen Einsiedeln trotzdem als Favorit auf die Matte. Mit einem Sieg sind sie so gut wie sicher im Halbfinal.

Einsiedelns Aufbäumen
Trotz neuerlichem Verletzungspech (Kreuzbandriss der Ostschweizer Teamverstärkung Flavio Freuler) bäumte sich Einsiedeln gegen das stark ersatzgeschwächte Team von Leader Kriessern vehement gegen die erwartete Heimniederlage auf. Nach sieben Kämpfen führten die Klosterdörfler 17:10, obwohl Schwinger Michael Hess das 130-kg-Freistilduell gegen den Internationalen Philipp Hutter 0:15 verloren hatte. Aber die vorzeitigen Siege der Einsiedler Leichtgewichter Patrick Dähler und Dany Kählin verhalfen von Beginn weg zu einer Reserve.
In den letzten drei Kämpfen wendeten die St. Galler Rheintaler das Blatt. Die Internationalen Marc und Damian Dietsche gewann vorzeitig. Dazu hielt David Hungerbühler den für Einsiedeln ringenden Freiburger Matthias Käser mit 17:7 auf Distanz. Damit empfängt Meister Kriessern Willisau am nächsten Samstag zu Hause als Leader und kann mit einem Erfolg den Qualifikationssieg praktisch sicherstellen.

Einseitig verlief das Luzerner Hinterländer Derby zwischen Rekordmeister Willisau und Hergiswil. Die Napf-Ringer, im Vorjahr noch Finalist, stellen zurzeit kein Halbfinal-würdiges Team. Einzig die Gebrüder Martin und Thomas Suppiger kamen zu Siegen auf der Matte. Die restlichen acht Einzelduelle gewann Willisau mehr oder minder deutlich, was einen 27:11-Triumph ergab. Bis 130 kg Freistil eroberte Schwinger Joel Ambühl für Hergiswil gegen den Freistilinternationalen Stefan Reichmuth immerhin eine Einerwertung, was trotz vorzeitiger 1:16-Niederlage einen Mannschaftspunkt ergab.

7. Runde Nationalliga A
Willisau Lions - Hergiswil 27:11
Schattdorf - Freiamt 7:30
Einsiedeln - Kriessern 18:21

Zwischenrangliste (je 7 Kämpfe)
1. Kriessern 13 Punkte (171:98)
2. Willisau 12 (161:96)
3. Freiamt 9 (162:96)
4. Schattdorf 4 (95:164)
5. Hergiswil 2 (96:160)
6. Einsiedeln 2 (99:170)

8. Runde (28. Oktober, je 20 Uhr)
Kriessern - Willisau Lions
Hergiswil - Freiamt
Schattdorf - Einsiedeln 

Wolfgang Rytz

Redaktion

Kommentare