Spitzentrio eine Klasse stärker

In der vorletzten Qualifikationsrunde der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen hat sich die Zweiklassengesellschaft bestätigt. Kriessern, Willisau und Freiamt setzten sich gegen Hergiswil, Schattdorf und Einsiedeln deutlich durch. Deshalb ist die Entscheidung um den vierten Halbfinalplatz weiterhin offen.
Schwingereidgenosse Pascal Gurtner (oben) im Team von Freiamt besiegte Einsiedelns Ringerspezialist Sven Neyer bis 130 kg Freistil mit 8:4 Wertungspunkten. (Foto: wr)

Nach neun Runden steht zumindest der erste Halbfinal definitiv fest. Die Ringerfreunde können sich auf das packende Duell der Erzrivalen Willisau und Freiamt freuen. Schon jetzt haben in Insiderkreisen die Spekulationen über Favorit und Siegeschancen Hochkonjunktur. Offen bleibt der Halbfinalgegner für Qualifikationssieger und Meisterschaftsfavorit Kriessern.

Hergiswil trat im Heimkampf gegen Kriessern mit einer starken Besetzung an, blieb aber trotzdem chancenlos. Der 19-jährige Ramon Betschart bewahrte seine Ungeschlagenheit auch im neunten Kampf in Serie und bezwang bis 97 kg Greco Martin Suppiger mit 7:3 Wertungspunkten. In demselben Familienduell bis 86 kg Freistil nahm Thomas Suppiger Revanche und besiegte Tobias Betschart vorzeitig 16:0. Die St. Galler Rheintaler setzten sich im Luzerner Hinterland schliesslich 25:15 durch, obwohl sie mehrere Doppellizenzringer und sogar zwei Internationale nicht einsetzten.

Eine bittere Schlappe kassierte Schattdorf in Willisau. Die Urner verloren sämtliche zehn Mattenduelle und damit den Mannschaftskampf 6:32. Der ehemalige Schwinger Elias Kempf blieb gegen den Internationalen Stefan Reichmuth chancenlos (0:16), hingegen war Trainer Michael Jauch, auch er ein Ex-Schwinger, beim 5:8 gegen Samuel Scherrer nahe dran. Den packendsten Fight lieferten sich die beiden Internationalen Jonas Bossert und Nicolas Christen, den Bossert 4:3 gewann.

Einsiedeln mit Ambitionen
Die grössten Hoffnungen auf eine Rundenüberraschung hegte das aufstrebende Einsiedler Team im Freiamt. Allerdings mussten sie auf den Oberrieter Doppellizenzringer Andrey Vishar verzichten. Diese Hypothek erwies sich zu belastend. Der Trainer der Schwyzer, Urs Bürgler, überraschte die Aargauer mit zwei Rochaden in der Aufstellung, doch auf der Matte setzte sich Freiamts ringerische Klasse durch. Schon der zweite Kampf, in dem Pascal Gurtner bis 130 kg Freistil überraschend auf Greco-Spezialist Sven Neyer stiess, sorgte für die Vorentscheidung. Der Schwingereidgenosse brachte zwei dynamisch angesetzte Beinangriffe durch und führte nach dreieinhalb Minuten 8:0. Trotz konditioneller Schwierigkeiten rettete der Schaffhauser in Aargauer Diensten den Vorsprung mit 8:4 über die Zeit. Bis 97 kg Greco schulterte Schwinger Roman Zurfluh den Einsiedler Ergänzungsringer Robert Valentin nach 71 Sekunden und schraubte Freiamts Vorsprung nach vier Kämpfen auf 13:2. Damit war die Entscheidung in diesem Duell zweier Rivalen frühzeitig gefallen. Freiamt triumphierte am Schluss mit 25:13 zu hoch, weil der eben von einem Kreuzbanriss genesene Internationale Yves Neyer bis 74 kg Freistil zuletzt forfait gab.

In der zehnten und letzten Runde am nächsten Samstag, 11. November, kommts nun zum Duell Schattdorf - Hergiswil. Der Sieger steht voraussichtlich im Halbfinal Kriessern gegenüber. Es sei denn, Einsiedeln würde Willisau schlagen. Diese Chance ist allerdings minim. Fest steht jedoch, dass Einsiedeln nicht mehr auf Rang 6 abrutschen kann.

9. Runde Nationalliga A
Willisau Lions - Schattdorf 32:6
Freiamt - Einsiedeln 25:13
Hergiswil - Kriessern 15:25
 
Zwischenrangliste nach 9 Runden
1. Kriessern 17 (216:128)
2. Willisau 14 (208:122)
3. Freiamt 13 (210:124)
4. Einsiedeln 4 (135:212)
5. Schattdorf 4 (118:219)
6. Hergiswil 2 (126:208)
 
10. Runde (Samstag, 11. November, je 20 Uhr)
Einsiedeln - Willisau Lions
Freiamt - Kriessern
Schattdorf - Hergiswil
 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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