Schwinger der Woche: Interview Bieri

Marcel Bieri wurde zum Schwinger der Woche und auch zum Schwinger der Monate März/April ernannt. Der Zuger Turnerschwinger holte sich am vergangenen Wochenende in Baar den ersten Kranzfestsieg seiner Laufbahn. Im Interview gibt er Auskunft zu seiner Situation.
Beim Frühjahrsschwinget in Cham konnte Christian Schuler (liegend) Marcel Bieri noch bezwingen. In Pfäffikon (Bild) wollte Bieri allerdings nicht erneut ins offene Messer laufen und zeigte sich parat. Vielleicht ein wegweisendes Siegerbild. (Bild: Jakob Heer)

Marcel Bieri, herzliche Gratulation, Ihr erster Kranzfestsieg! Rechneten Sie am Morgen damit, als Kranzfestsieger heimzukehren?
Marcel Bieri: Vielen Dank! Damit habe ich nicht gerechnet. Erst vor dem fünften Gang realisierte ich, dass ich mit einem weiteren Sieg nicht nur kranzsicher bin, sondern auch Kandidat für den Schlussgang.

Wie haben Sie diesen Tag erlebt? Haben Sie abends gefeiert?
Bieri: Nach einem gestellten Startduell gegen Fankhauser Erich, in welchem ich auch Chancen auf einen Sieg hatte, konnte ich 3 Siege aneinanderreihen, was mir Selbstvertrauen gab. Da ich nach vier Gängen auf Rang 1 war, wusste ich, dass im fünften Gang kein einfacher Gegner auf mich warten wird. Nach dem Sieg im fünften Gang gegen Suppiger René habe ich mich auf ein Duell gegen Fankhauser Erich oder Schuler Christian eingestellt. Glücklicherweise konnte Schuler kein Konzept gegen mich finden und ich konnte ihn nach 3 ½ Minuten mit Kreuzgriff/Lätz gewinnen und meinen ersten Kranzfestsieg feiern. Abends wurde ein spontaner Dorfeinzug organisiert, in welchem der Zuger Neukranzer Christian Bucher und meine Wenigkeit mit der Trychlergruppe Menzingen durch Menzingen liefen. Nachher gab es ein gemütliches Beisammensein mit Örgelimusik im Restaurant Chrüzegg.

Sie haben bereits beim Frühjahrsschwinget in Pfäffikon den Schlussgang gegen Christian Schuler gewonnen. Zufall oder hatten Sie Ihre Strategie gegen Schuler bereits parat?
Bieri: Der Sieg in Pfäffikon zeigte mir auf, dass ein weiterer Sieg nicht unmöglich ist. Ich kannte Schulers Stärken und konnte mich darauf einstellen. Weiter konnte ich ohne Druck schwingen, da ich nicht als Favorit auf dem Platz stand. Diese Punkte halfen mir sehr bei der Bestreitung des Schlussganges. Meine Strategie war es, ihm meinen Schwingstil aufzuzwingen, was glücklicherweise funktionierte.

Sie demonstrieren eine starke Frühjahrsform. Wie haben Sie sportlich den Winter verbracht?
Bieri: Vor dem Ende der letzten Saison haben wir mit einem neuen Krafttrainingskonzept und dem Trainer Mike Slongo (Profitrainer beim EVZ) im Kraftraum trainiert. Das Training war intensiver wie in den letzten Jahren. Dieses Wintertraining zeigt nun Lorbeeren.

Welche Feste in der Saison 2017 reizen Sie besonders?
Bieri: Ich freue mich besonders auf das 100 Jahre UKSV Jubiläumsschwinget. Weiter darf ich zum ersten Mal die beiden Bergfeste Brünig und Schwarzsee bestreiten, was mich sehr freut. Natürlich hoffe ich zudem, mich für den Unspunnen-Schwinget qualifizieren zu können.

Welche weiteren Ziele möchten Sie erreichen?
Bieri: Ich hoffe, dass ich an den kommenden Kranzfesten gute Leistungen erbringe und mit Eichenlaub die Heimreise antreten kann. Ein weiteres Ziel ist es, einen weiteren Bergkranz zu gewinnen.

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Iris Oberholzer

Redaktion

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