Schwinger der Woche: Interview Gisler

Zum Abschluss seiner Laufbahn wurde es zwar nichts aus dem 128. Kranzgewinn, aber Bruno Gisler erlebte auf dem Weissenstein einen würdigen Abschluss. Wie er diesen selber erlebt hat, erzählt er im Interview als Schwinger der Woche.
Bruno Gisler (links) versuchte gegen Beni Notz im letzten Gang seiner Laufbahn nochmals alles, doch es reichte nicht für den Sieg. (Foto: Lorenz Reifler)

Bruno Gisler, wie haben Sie den Weissenstein-Schwinget, Ihr letztes Schwingfest der Laufbahn, erlebt?
Bruno Gisler: Ich habe mich eigentlich sehr gefreut auf mein letztes Schwingfest. Aber bereits vor dem ersten Gang habe ich gespürt, dass es nicht so einfach wird. Ich konnte den Tag gar nicht so recht geniessen und schwingerisch war es ein Krampf. Immer wieder kamen zudem Emotionen aus 25 Jahren Schwingsport auf.

Nach einem unglücklichen Start konnten Sie am Ende doch noch um die Kränze schwingen. War es auch gegen Beni Notz schwer?
Gisler: Das Gefühl wurde im Verlaufe des Tages besser und ich habe versucht mit auf den Schwingsport zu konzetrieren. Aber auch gegen Beni Notz fühlte ich mich im Sägemehl kraftlos und konnte nicht das umsetzen, was ich mir vornahm.

Trauen Sie dem verpassten Kranzgewinn nach?
Gisler: Nein, das ist kein Problem. Nach dem Schwingfest durfte ich einen sehr schönen Abschluss geniessen. Aber natürlich hätte ich meinen Freunden und Verwandten, die extra wegen mir kamen, gerne besseren Schwingsport geboten.

Der Abschluss war sehr würdig und Sie wurden mit grossem Applaus verabschiedet. Ging Ihnen in diesem Moment ein spezielles Erlebnis aus dem Schwingsport duch den Kopf?
Gisler: An einen speziellen Moment habe ich nicht gedacht. Aber ich habe für den Schwingsport gelebt. Zu Hause war es immer das Thema Nummer 1 und viele andere Sachen wurden zweitrangig. Als ich durch die Arena getragen wurde, konnte ich es wirklich vollauf geniessen. Es ist schön, wenn man in einer solchen Arena abtreten kann und alle dir zuklatschen. Das zeigt mir auch, dass ich in den Jahren zuvor vieles richtig gemacht habe.

Gibt es in Ihrer Laufbahn Erlebnisse, an die Sie mit besonderen Erinnerungen zurückdenken?
Gisler: Sportlich gesehen, gibt es solche Erlebnisse bestimmt. Die zwei Wochen im Juli 2013 mit den Siegen am Innerschweizer Schwingfest und auf dem Weissenstein waren sicherlich die beiden besten Wochen meiner Laufbahn. Daran erinnert man sich natürlich gerne zurück.

Sind die Schwinghosen definitiv am Nagel oder wird man Sie auch noch weiter in der Schwinghalle antreffen?
Gisler: Im Moment geniesse ich sicherlich etwas Ruhe, wie zum Beispiel am Sonntag, wenn ich mir den Brünig-Schwinget am Fernsehen anschauen werde. Aber im Winter werde ich sicherlich hie und da in der Schwinghalle anzutreffen sein. Ich möchte meinen Kollegen auch etwas zurückgeben.

Zurückgeben ist ein gutes Thema. Könnten Sie sich auch einen Funktionärsposten vorstellen?
Gisler: Das kann ich mir schon vorstellen, es müsste aber mit meinem Job als Milchbauer vereinbar sein.

Im Artikel erwähnt: 

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

Kommentare