Schwinger der Woche: Interview Glarner

Beim 44. Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer-le-Lac setzten sich wie an den zwei vorangegangenen Eidgenössischen die Berner durch. Der Oberländer Matthias Glarner bezwang im Schlussgang den um neun Jahre jüngeren Bündner Armon Orlik nach einem Abnützungskampf über 14 Minuten mittels Konter.
Matthias Glarner mi Siegermuni "Mazot de Cremo" beim Empfang in seiner Heimatgemeinde Meiringen. (Bild: Rolf Eicher)

Matthias Glarner, acht Gänge mussten Sie am Eidgenössischen bei sengender Hitze bestreiten. Welches war ihr härtester Gegner?
Matthias Glarner: Der erste Gang gegen Daniel Bösch war wegweisend für den weiteren Festverlauf. Auch der zweite Gang gegen Samuel Giger war streng.

Dachten Sie nach einem guten ersten Tag am Sonntagmorgen daran, dass es heute für Sie aufgehen könnte?
Glarner: Nach dem Sieg im fünften Gang gegen Erich Fankhauser kamen Erinnerungen ans Eidgenössische 2013 in Burgdorf auf. Ich blieb jedoch auf mich fokussiert und behielt die nötige Selbstsicherheit. Anmerkung der Redaktion: 2013 wurde Matthias Glarner aufgrund der Berner Überlegenheit im sechsten und siebten Gang gegen seine Berner Kameraden Christian Stucki, (Gestellt) und Matthias Sempach (Niederlage) eingeteilt, womit die Träume auf den Königstitel beim Oberländer entschwanden.

Was gab im Schlussgang den Ausschlag zu Ihren Gunsten?
Glarner: Ich habe Armon Orlik in den zwei Tagen genau studiert und wusste, dass er sehr stark Kurz zieht. Auch habe ich im Vorfeld das Video vom St. Galler Kantonalen, wo er im Schlussgang gegen Beat Clopath auf einen Konter verlor, analysiert. Auf ähnliche Art gelang es mir im Schlussgang einen Angriff von ihm mit einem Griff ins Kreuz zu meinen Gunsten zu kontern.

Trotzdem: bevor Sie zum Jubeln ansetzten, gratulierten Sie dem Unterlegenen. Eine faire Geste.
Glarner: Armon hat über zwei Tage fantastischen Schwingsport gezeigt. Ich war begeistert von seinem Auftritt und kann ihm dazu nur gratulieren. Das war beste Werbung für den Schwingsport.

Folgt nun an der nationalen Spitze ein Generationenwechsel?
Glarner: Ja die Jungen Wilden haben das Eidgenössische 2016 geprägt. Orlik, Samuel Giger, Remo Käser und Joel Wicki  stehen für eine Wachablösung bereit. Auf die älteren, zu denen ich mich auch zähle, kommt eine geballte Kraft einer neuen Generation zu.

Was haben Sie in diesem Jahr verändert, dass Sie sich auf den Saisonhöhepunkt so steigern konnten?
Glarner: Das war ein langer Prozess bis zu diesem Schwingerkönigstitel. Ich hatte schon für Burgdorf diese Vision im Kopf. Danach habe ich nochmals drei Jahre angehängt.

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Jakob Heer

Redaktion

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