Schwinger der Woche: Interview Grab

Der heuer 39 Jahre alt werdende Martin Grab hat zum Kranzfestauftakt am Zuger Kantonalen alle verblüfft. Mit sechs Siegen setzte er sich in Menzingen überlegen durch. Der SCHLUSSGANG kürte den Rothenthurmer zum Schwinger der Woche.
Im vierten Gang besiegte Martin Grab (hinten) den Luzerner Mitfavoriten Sven Schurtenberger. (Bild: Tobias Meyer)

Martin Grab, wie erklären Sie sich ihre eindrucksvolle Rückkehr mit dem ersten Kranzfestsieg seit sieben Jahren?
Martin Grab: Ich konnte über den Winter gut trainieren, fühle mich gut und weiss, was ich kann. Dieser Sieg zeigt auch auf, was mit konsequentem Training alles möglich ist.

Nach so einer langen Durststrecke – haben Sie immer an sich geglaubt, dass Sie den Anschluss nochmals schaffen?
Grab: Ich habe in der Tat schwierige Jahre durchlebt. Ich hatte mit diversen Verletzungen zu kämpfen und auch sportlich erlebte ich Tiefschläge, etwa am Innerschweizerischen 2017 in Alpnach. So gesehen ist der Sieg in Menzingen eine grosse Genugtuung.

Was hat dieser Sieg für Sie für eine Bedeutung unter all den Erfolgen, die Sie schon feiern konnten?
Grab: Ich und meine Familie haben immer an mich geglaubt. Nach so einer langen Durststrecke werte ich diesen Sieg weit oben ein, auch wenn es bereits der fünfte am Zuger ist.

Wie erlebten Sie den Wettkampf in Menzingen?
Grab: Die Basis legte ich am Morgen, ich bin gut in den Wettkampf hineingekommen und merkte, dass meine Schwünge funktionieren. Das Fest ist sicherlich auch für mich gelaufen und ich wurde fair eingeteilt.

Im Schlussgang trafen Sie auf einen Schwinger, der 18 Jahre jünger als Sie ist.
Grab: Stefan Ettlin könnte vom Altersunterschied mein Sohn sein. Ich sagte zu mir, wie oft erlebe ich dieses Gefühl in einem Schlussgang zu stehen noch und genoss den Moment. Ettlin ist ein technisch visierter Schwinger, der mir den ganzen Tag aufgefallen war. Ich wusste, dass ich energisch in den Griffen schwingen muss, um ihn zu bezwingen.

Gleich nach dem Fest überraschten Sie das Publikum mit einer überraschenden Nachricht. Ihr Rücktritt steht unmittelbar bevor.
Grab: Ich laboriere schon seit längerem mit Problemen an der linken Hüfte. Mit Schwingen geht es gut, aber einfache Sachen wie Schuhe binden bereitet mir Probleme. Darum habe ich mich am Montag nach dem Zuger-Triumph definitiv entschieden, am eigenen Kantonalen in Sattel am 6. Mai abzutreten.

 

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Jakob Heer

Redaktion

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