Schwinger der Woche: Interview Imhof

Andi Imhof wurde vom SCHLUSSGANG zum Schwinger der Woche ernannt. Der Urner Eidgenosse gewann an den Eidgenössischen Nationalturntagen im luzernischen Eschenbach die Hauptkategorie. Im Interview gibt er Auskunft zu seinem Befinden nach diesem grossen Sieg.
Andi Imhof (hinten) verteidigte seinen Vorsprung im Schlussgang gegen Marcel Bieri. (Foto: Wolfgang Rytz)

Andi Imhof, was bedeutet Ihnen dieser Gewinn der Eidgenössischen Nationalturntage?
Andi Imhof: Mit diesem Sieg habe ich mein grosses Saisonziel erreicht. Nachdem ich diesen Titel vor sechs Jahren in Bürglen verfehlte, bin ich sehr erleichtert, dass mir dies nun einem relativ hohen Alter gelungen ist.

Wie gross war die Nervosität vor dem Start?
Imhof: Vor der ersten Disziplin, dem 100-m-Lauf, war ich etwas nervös, weil ich nicht wusste, ob die Rippenverletzung genügend ausgeheilt war. Aber ich verspürte nur ein leichtes Zwicken. Deshalb war ich danach sehr beruhigt und zuversichtlich.

Ab welcher Disziplin haben Sie an den Sieg geglaubt?
Imhof: Der Schwingersieg in der sechsten Disziplin gegen Thomas Suppiger erleichterte mich sehr, denn danach hatte ich ein schönes Punktepolster an der Spitze. 

Was war Ihre Taktik im Schlussgang gegen Marcel Bieri?
Imhof: Ich war sehr vorsichtig, denn ich wusste aus Kadertrainings mit der Innerschweiz um seine Stärke. Deshalb beschränkte ich mich mit einer defensiven Einstellung auf einen Gestellten, der mir für den Tagessieg genügte.

Könnte dies Ihr letzter grosser Wettkampf gewesen sein?
Imhof: Nein, meine Planung reicht bis 2019. Dann strebe ich den vierten eidgenössischen Kranz und die Teilnahme am Eidgenössischen Turnfest in Aarau an. 

In Aarau dürfte der dritte Eidgenössische Turnfestsieg im Nationalturnen das Ziel sein? Dann wären Sie auf der gleichen Stufe wie Steve Anderhub.
Imhof: Zuerst muss ich gesund bleiben. Ich nehme Jahr um Jahr. Die Jungen drücken, das habe ich heute gespürt. Das Siegen im Nationalturnen wird immer schwieriger.

Sie betreiben nebst Beruf und Familie einen enormen Aufwand für den Sport. Arbeiten Sie überhaupt zu 100 Prozent?
Imhof: Ja, ich arbeite in einem vollen Pensum als Projektleiter GIPO in Seedorf. Das ist für mich Ehrensache. Der Sport ist für mich ein Hobby. Dank des Rückhaltes zu Hause und der Unterstützung durch meine Frau klappt dies gut.

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Wolfgang Rytz

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