Schwinger der Woche: Interview Mario Thürig

Als 25. Schwinger hat Mario Thürig den Einstieg in den 100er-Klub der Kranzschwinger gefunden. Der Aargauer benötigte dafür 16 Jahre.
Mario Thürig bei der Kranzübergabe am vergangenen Sonntag in Aarau Rohr. (Foto: David Sigg)

Mario Thürig, erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Kranzgewinn 2002 am Basellandschaftlichen?
Mario Thürig: Daran mag ich mich noch gut erinnern. Das ist ein spezieller Moment für jeden Schwinger. Ich hatte am Ende auf dem geteilten zweiten Rang vier gewonne und zwei Gestellte auf dem Notenblatt. Um den Kranz bezwang ich Niklaus Meier. Ich lieh dann seinen "Mutz" aus für die Rangverkündigung, das gibt es nur bei den Schwingern! Ab dem 2. Kranz hatte ich dann einen eigenen. 

Seither ist einiges gegangen und am vergangenen Sonntag konnten Sie den 100. Kranzgewinn erreichen. Wie haben Sie den Tag erlebt?
Thürig: Da ich wusste, dass ich den 100. Kranz gewinnen kann, war es sicherlich ein bisschen spezieller. Gleichzeitig war dies aber auch eine grosse Motivation und ich freute mich sehr auf das Fest. Der gute Start am Morgen half mir natürlich.

Täuscht der Eindruck oder waren Sie am Aargauer ab dem Mittag nervöser als sonst?
Thürig: Ich fühlte mich nicht nervös. Klar hätte ich auch nach dem Mittag gerne die Duelle gewonnen, aber die Gegner waren sehr gute Schwinger. Gegen Stephan Studinger war ich zwei, drei Mal nahe dran, verpuffte dabei aber auch etwas Kraft, die mir gegen Urs Hauri vielleicht fehlte. Und im letzten Gang gegen Bruno Linggi war es auch nicht einfach, da er für seine gute Verteidigung bekannt ist.

Nach dem sechsten Gang haben Sie sich schnell zurückgezogen. Waren Sie sich nicht sicher über den Kranzgewinn?
Thürig: Natürlich war auch eine spur Enttäuschung dabei, dass ich den Gang nicht gewinnen konnte. Es wäre sicherlich schöner gewesen, mit einem Sieg den 100. Kranz zu sichern. Ich war auch nahe dran am Boden, konnte Bruno Linggi allerdings nicht fixieren und er rutschte zu stark an den Sägemehlrand. Wegen der Kranzsicherung machte ich mir keine Gedanken vor dem Gang, ich wollte einfach den letzten Gang gewinnen.

Die Rangverkündigung, geleitet von Ihrem Bruder, war besonders speziell. Wie haben Sie diesen Moment erlebt?
Thürig: Innerlich ist wie ein Film abgelaufen, als Guido die Laudatio hielt. 100 Kränze zeigen meine Hartnäckigkeit auf, auch weil ich mit vielen Rückschlägen durch Verletzungen zu kämpfen hatte. Darum macht mich diese Leistung schon stolz.

Gab es im Anschluss noch Festivitäten zum 100. Kranzgewinn?
Thürig: Ich blieb in Aarau Rohr vor Ort und genoss die gute Stimmung unter den Schwingerkollegen.

Noch vier Kränze und sie sind Aargauer Rekordkranzer. Ist das noch ein Ziel?
Thürig: Nein, die 104 Kränze sind kein Ziel. Für mich ist schön, dass ich die 100 geschafft habe. Aber ich habe nicht vor heute oder morgen aufzhören, es könnte also schon noch der eine oder andere Kranz dazukommen.

Werden Sie am ESAF 2019 um den sechsten ESAF-Kranz kämpfen?
Thürig: Das kann ich mir sehr gut vorstellen und habe es auch schon im Hinterkopf. Aber ich weiss auch, wie schnell es anders laufen kann.

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Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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