Schwinger der Woche: Inti Alain Müller

Nach 28 Kränzen ist Schluss. Der 34- jährige Wiggertaler Alain Müller erklärte wenige Wochen vor dem Saisonhöhepunkt seinen Rücktritt vom Schwingsport. Müller kämpfte viermal am Eidgenössischen um den Kranz, 2004 in Luzern mit Erfolg.
Alain Müller (mit Tochter Lynn) wurde am Menzberg-Schwinget 2016 offiziell verabschiedet. (Bild: Erwin Schwarzentruber)

Alain Müller, ein Rücktritt so kurz vor dem Eidgenössischen überrascht!
Alain Müller: Der Körper macht nicht mehr mit, darum fällte ich diesen Entschluss mitten während des Jahres. Der Rücktritt zeichnete sich in den vergangenen Wochen und Monaten ab. Eigentlich wollte ich noch bis ende Saison weiterschwingen.

War Estavayer noch ein letztes Ziel?
Müller: Ja, eine Teilnahme habe ich mir zum Abschluss meiner Laufbahn gewünscht. Der Ehrgeiz in mir wäre noch vorhanden gewesen. Doch dies war unter diesen Umständen nicht möglich. Ich war in den letzten Wochen und Monaten mehr bei Ärzten und Physiotherapeuten als im Schwingkeller.

Mit was für Verletzungen kämpfen Sie?
Müller: Seit zwei Jahren schlug ich mit der Verletzungshexe herum. Zuerst war es das Knie, das ich mit einem gezielten Aufbau ab November in den Griff bekam. Als ich im Januar wieder mit Schwingen begann kamen Rückenprobleme dazu. 

Welches war Ihr letzter Einsatz?
Müller: Als Vorbereitung fürs Luzerner Kantonale und das Innerschweizerische startete ich am Roteborger-Schwinget. Doch nach dem ersten Gang waren die Schmerzen im Rücken so gross, dass ich den Wettkampf wieder abbrechen musste. Mein letztes Kranzfest bestritt ich am Luzerner Kantonalen 2015 in Inwil.

Was bleibt Ihnen in Erinnerung, wenn Sie zurückblicken?
Müller: Das ich mich in meinem Kanton 2004 in Luzern unter die „Eidgenossen“ reihen konnte, war mein grösster Erfolg. Aber auch die Bergkränze Brünig (2004) und Rigi (2011), die 15 regionalen Festsiege sowie Rang 10 am Unspunnen-Schwinget 2011 bedeuten mir viel. Ebenfalls bleibt mir das gute Umfeld und die Unterstützung, auf die ich beim Schwingklub Wiggertal über all die Jahre zählen durfte, in bester Erinnerung.

Kam der Kranz am Eidgenössischen 2004 in Luzern für Sie überraschend?
Müller: Nein, ich hatte damals eine sehr starke Saison und wusste, wenn alles zusammenpasst, kann es aufgehen. An den Eidgenössischen lief er mir allgemein immer gut. Auch 2007 (gegen Reto Attenhofer), 2010 (gegen Edi Philipp) und 2013 in Burgdorf (gegen Beat Wampfler) schwang ich ums Eichenlaub. Burgdorf war auch die Motivation nochmals drei Jahre anzuhängen.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Schwingfest?
Müller: Natürlich, mein erstes Schwingfest besuchte ich im Alter von 9 Jahren. Auch an meinen ersten Kranzgewinn am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest 2002 in Kerns erinnere ich mich noch gut. 

Wie sieht Ihre Zukunft aus?
Müller: Nach 25 Jahren Schwingen werde ich etwas kürzer treten und mich mehr meiner Familie widmen. Ein späteres Engagement im Schwingsport schliesse ich nicht aus. Zur Zeit bin ich noch Technischer Leiter beim Schwingklub Wiggertal. Ich hoffe, dass ich im Klub bis ende Jahr einen geeigneten Nachfolger finde, der mein Amt übernimmt.

Im Artikel erwähnt: 

Jakob Heer

Redaktion

Kommentare