Schwinger der Woche: Inti Sempach

Erstmals in seiner Laufbahn siegte der Emmentaler Thomas Sempach am vergangenen Sonntag am traditionellen Brünig-Klassiker. Nach fünf vorangegangenen Siegen genügte ihm im Schlussgang gegen den Oberländer Bernhard Kämpf ein Gestellter zum Sieg.
Thomas Sempach beim Empfang am Sonntagabend in seiner Heimatgemeinde Heimenschwand. (Bild: Rolf Eicher)

Thomas Sempach, wo stufen Sie den Sieg auf dem Brünig ein?
Thomas Sempach: Ich hatte nun doch eine längere Durststrecke hinter mir, darum bedeutet mir der Sieg enorm viel. Den Sieg auf dem Brünig stelle ich gemeinsam auf eine Stufe mit den Eidgenössischen Kränzen in Luzern und Frauenfeld sowie dem Sieg auf der Schwägalp 2008. Auf der Schwägalp war das Spezielle, dass ich als Gast den Sieg realisieren konnte. Hier auf dem Brünig war es ein Sieg vor heimischer Kulisse, wohne ich doch im Berner Oberland.

Spürten Sie am Morgen, dass das Ihr Tag werden könnte?
Sempach: Nein, ich bin das Fest angegangen wie jedes andere auch. Am Vortag hatte ich auf dem Hof noch viel zu tun und fand dabei die richtige Ablenkung.

Was war ausschlaggebend?
Sempach: Ich erwischte einen guten Start und konnte mit Peter Imfeld und Bruno Nötzli gleich im Anschwingen zwei Eidgenossen bezwingen. Ich bin Gang um Gang angegangen und hatte sicherlich auch das Glück, dass man benötigt, auf meiner Seite.

Im Schlussgang gegen Bernhard Kämpf wählten Sie die richtige, eine vorsichtige, Taktik.
Sempach: Im Wissen, dass mir ein Gestellter zum alleinige Sieg reicht, riskierte ich verständlicherweise nicht mehr alles. Allerdings bin ich sonst nicht der Typ, der auf einen Gestellten aus ist. Ich bin lieber auf eine Entscheidung aus, was mir auch schon den einen oder anderen Sieg gekostet hat. Noch am Oberländischen in Aeschi verlor ich im Schlussgang gegen Bernhard Kämpf.

Was stand am Abend alles an?
Sempach: Bis um 21 Uhr feierten wir auf dem Brünig, dann wurde mir in Heimenschwand ein schöner Empfang bereitet. Ich wurde von der Musik, dem Treichlerklub und meinen Fans herzlich empfangen. Für mich wurde es eine kurze Nacht.

Steigen damit für Sie die Erwartungen im Hinblick auf Estavayer2016?
Sempach: Für mich nicht. Eher kann ich es nach dem  Brünig-Sieg lockerer angehen. Ich habe nun heuer bereits einen bedeutenden Erfolg, auf den ich stolz sein kann. Auch mit der gesamten Saison bin ich zufrieden. Infolge einer Knieoperation schwinge ich erst seit dem 22. April wieder, dadurch rechnete ich in keinster Art, dass ich drei Monate später den Brünig-Schwinget gewinne. In Estavayer ist der Kranz mein Ziel. 

Im Artikel erwähnt: 

Jakob Heer

Redaktion

Kommentare