Schwinger der Woche: Inti Zaugg

68 Eidgenossen waren nach dem Eidgenössischen Estavayer2016 noch aktiv. Eine Woche später gab Thomas Zaugg als Erster seinen Rücktritt bekannt. Der Emmentaler wählte sein Heimfest, dem Kemmeriboden-Schwinget, um von der Sägemehlbühne abzutreten.
Thomas Zaugg trat am vergangenen Sonntag im Kemmeriboden ob Schangnau zum letzten Mal zu einem Schwingfest an. Im Anschwingen bezwang er den Entlebucher Jonas Brun (Bild: Rolf Eicher)

Thomas Zaugg, eine aussergewöhnliche Laufbahn ist am Kemmeriboden-Schwinget zu Ende gegangen.
Thomas Zaugg: Einen schöneren Abgang hätte ich mir nicht vorstellen können. Ich habe mit Freude zur Kenntnis genommen, das so viele Spitzenschwinger und Zuschauer den Weg nach Schangnau fanden. 

Erinnern Sie sich noch an den ersten Kranz?
Zaugg: Ja das war 1998 am Bern-Jurassischen in Nods. Das war ein wichtiger Schritt in meiner Laufbahn.

Auf ihren ersten Kranzfestsieg mussten Sie sich aber gedulden.
Zaugg: Den realisierte ich erst mit 24 Jahren, 2004 am Oberländischen Schwingfest in Wimmis. "Eidgenosse" zu werden und einmal ein Kranzfest zu gewinnen, dies wollte ich unbedingt erreichen. Insgesamt konnte ich acht Mal ein Kranzfest gewinnen. 

Bei so vielen Erfolgen die Sie feierten, welcher war für Sie der Wichtigste?
Zaugg: Der Sieg auf der Schwägalp 2012 war der Bedeutendste. Der Anlass war mit 28 Eidgenossen stark besetzt. Ich bezwang mit  Andreas Ulrich den stärksten Innerschweizer, mit Daniel Bösch den stärksten Nordostschweizer und im Schlussgang mit Matthias Sempach den stärksten Berner. Aber auch die vier ESAF-Kränze haben bei mir einen sehr hohen Stellenwert. 

Wie ordnen Sie den Berner Rekordwert von 110 Kränzen ein?
Zaugg: Christian Stucki und Matthias Glarner werden mich im nächsten Jahr sicher übertreffen. Dies ist jedoch für mich kein Problem. Meine Kranzsammlung zeigt, dass ich etwas erreicht habe, dass nicht jeder Schwinger erreichen kann.

Beeindruckend war Ihre Konstanz.
Zaugg: Ich hatte auch Glück, ich musste in 28 Jahren nie operiert werden, das war ein grosses Geschenk.

Wer war ihr schwierigster Gegner?
Zaugg: Ganz klar Christian Stucki. Er war mit Sicherheit der schwerste und unbequemste Gegner. Gegen alle anderen hast du immer eine Gewinnchance, gegen "Chrigu" ist das fast unmöglich. Auch wenn ich gegen ihn den letzten Gang in meiner Karriere verlor, schön, dass sich Stucki am Kemmeriboden-Schwinget die Ehre gab.

Wie sieht Ihre Zukunft ohne aktiven Schwingsport aus?
Zaugg: Fragen sie mich in einem Jahr wieder. Sicher ist jedoch, dass es ein Comeback nie geben wird. Ich habe nun mehr Zeit für meine Familie und meinen Landwirtschaftsbetrieb.

Im Artikel erwähnt: 

Werner Frattini

Freier Mitarbeiter Text

Jakob Heer

Redaktion

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