Geschichte

Ursprung
Die Wurzeln des Schwingens sind nicht eindeutig zu datieren. Eine erste Darstellung aus dem 13. Jahrhundert, in der Kathedrale in Lausanne, zeigt bereits die typische Art, Griff zu fassen.

Erste Dokumentation
Erstmals wurde der Schwingsport 1805 auf der Unspunnenmatte in Interlaken geschichtlich erwähnt. Damals kam es zum Duell zwischen den Städtern (Turnerschwingern) und der ländlichen Bevölkerung (Sennenschwinger). Nach dem Unspunnen-Schwinget 1805 wurden unregelmässig weitere Kräftemessen ohne klare Regelungen durchgeführt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der inoffizielle Titel Schwingerkönig für den stärksten Schwinger im Land vergeben. Über die Ausmarchung dieser Königstitel ist geschichtlich wenig überliefert.

Gründung Verband
1895 entschied man sich, den Schwingsport unter dem Dach des Eidgenössischen Schwingerverbandes zu regeln. Im gleichen Jahr fand in Biel auch erstmals in der Geschichte das Eidgenössische Schwingfest statt. Von Jahr zu Jahr wurden immer mehr Schwingklubs, Kantonal- oder Gau- sowie Teilverbände gegründet, womit sich der Schwingsport innert kürzester Zeit nahezu in der ganzen Schweiz ausbreitete.

Schwingerkönig
Seit dem ersten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 1895 in Biel wurde dem Sieger jeweils der Titel als Schwingerkönig zugesprochen. Schwingerkönig bleibt man für die Ewigkeit. Es gibt keine Ex-Schwingerkönige.

Spezielle Anlässe
Neben dem Eidgenössischen Schwingfest gelten der Kilchberger Schwinget (seit 1927) und der Unspunnen-Schwinget (seit 1981) als Schwingfest mit eidgenössischem Charakter. Weitere Schwingfeste mit diesem Charakter waren unter anderem 1939 der Landesaustellungs-Schwinget in Zürich, 1964 der EXPO-Schwinget in Lausanne, 1970 der Eidgenössische Jubiläumsschwingertag in Baden (75 Jahre ESV), 1976 der Gedenkschwinget Murten (500 Jahre Schlacht bei Murten) oder 1991 der Bundesfeier-Schwinget in Flüelen (700 Jahre Eidgenossenschaft).

Entwicklung zum Spitzensport
Bereits in den frühen Jahren wurden die Schwinger als Spitzensportler bezeichnet, obwohl immer die Rede vom Nationalspiel war. Erst seit der Statutenänderung vom ESV 2010 wird der Schwingsport nicht mehr als Spiel bezeichnet. Mit der sportlichen Professionalisierung, die vom dreifachen Schwingerkönig Jörg Abderhalden vorangetrieben wurde, gewinnt der Schwingsport auch in der breiten Bevölkerung immer mehr an Bedeutung. Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest hat sich mit über 250’000 Besuchern an drei Tagen zum grössten Sportanlass der Schweiz entwickelt.