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Die Suche nach einer geeigneten Alternative

Aus dem aktuellen SCHLUSSGANG (Rubrik Hintergrund): Schwingfeste in Zeiten von Corona auf die Beine zu stellen erfordert, dass man sich mit Vorschriften und Gesetzen herumschlagen muss. Dies ruft Organisatoren auf den Plan, nach alternativen Festplätzen zu suchen, um Anlässe zusammenzulegen. Die Suche gestaltet sich schwierig.
Auf dem Stoos (welcher zur Gemeinde Morschach zählt) erfolgt traditionellerweise jeweils im Juni der Auftakt der Bergkranzfestsaison. 2021 wird das Fest nicht auf dem Hochplateau stattfinden. (Foto: Lorenz Reifler)

Immer mehr wird bei den Organisatoren die Frage gestellt: Wie erziele ich am einem Schwingfest in Zeiten von Corona einen Gewinn, wenn es vor maximal 1000 Zuschauern oder schlimmstenfalls gar gänzlich ohne Zuschauer, als Geisterschwingfest, stattfinden muss? Es kommt die Überlegung auf, Feste zusammenzulegen, damit eine Arena für mehrere Anlässe genutzt werden kann.

Die ersten Schwingfeste des Kalenderjahres 2021 sind bereits abgesagt worden. Auch bei den Kranzfesten werden Alternativen gesucht. So wird im Kanton Zürich (Austragungsort Stäfa) eine Verschiebung vom 9. Mai auf den 8. August geprüft oder im Kanton Thurgau steht im Falle einer Absage des Kantonalschwingfestes am 2. Mai (Dussnang) mit dem 25. Juli (Amriswil) ein Ersatz bereits fest.

Schwingfeste ohne Zuschauer
Die Organisatoren des ersten Kranzfestes im NOS-Verbandsgebiet, des Thurgauer Kantonalen in Dussnang (2. Mai), planen die Durchführung standesgemäss am geplanten Standort. Sie gehen jedoch nach den jüngsten Entwicklungen der Corona-Fallzahlen von einem Geisterschwingfest (ohne Zuschauer) aus. Die Organisatoren vom Mittelländischen Schwingfest in Riggisberg (9. Mai) haben sich dazu entschlossen, das Rahmenprogramm zu streichen. Am Schwingfest (Nachwuchs und Aktive, 8./9. Mai) wollen sie nach Möglichkeit festhalten.

Doppelt gefordert
Die Bergkranzfeste im Innerschweizer Verbandsgebiet Brünig, Rigi und Stoos führten mit ihrem Verbandspräsidenten Peter Achermann einen Austausch. Die Suche nach alternativen Standorten wurde beredet. Gerade Bergfeste sind aufgrund ihrer Platzgegebenheiten besonders von Einschränkungen betroffen. Der Schwingerverband am Mythen ist in diesem Jahr nebst dem Stoos-Schwinget auch Organisator des Innerschweizerischen Teilverbandsfestes. Eine Konstellation, die ihnen, was den Stoos anbelangt, in der aktuellen Situation entgegenkommt. Denn, man überlegt sich, das Fest auf demselben Festplatz wie das ISAF im «Wintersried» in Ibach abzuhalten. Das OK des Stoos-Schwingets sowie der Klubvorstand haben diese Variante besprochen. «Sägemehl auf den Stoos zu führen, um vor leeren Rängen zu schwingen, kommt für uns nicht in Frage», betont Klubpräsident Remo Holdener.

Verlegung wahrscheinlich
Dass der Stoos (13. Juni) und das ISAF (4. Juli) nur drei Wochen auseinanderliegen, kommt der Zusammenführung beider Anlässe entgegen. «Wir planen derzeit auf Sparflamme und warten die weiteren Bestimmungen des ESV ab. Unsere derzeitige Variante ist, dass der Stoos um zwei Wochen nach hinten auf den Samstag, 26. Juni verschoben wird. Somit könnten die beiden Anlässe binnen acht Tagen stattfinden.»

Solche Lösungen bietet sich den anderen beiden erwähnten Bergfest-OKs nicht. Die Möglichkeit, mit dem Rigi aufs Schwyzer oder mit dem Brünig auf das Datum des Ob- und Nidwaldner Kantonalen auszuweichen, passt nur schon vom Datum nicht. Das Schwyzer Kantonale in Muotathal ist bereits am 9. Mai, das Ob- und Nidwaldner Kantonale in Giswil am 16. Mai. Die Rigi und der Brünig erst im Juli. Beide Bergfeste möchten ihren Anlass nach Möglichkeit an ihren traditionellen Standorten durchführen.

Glarner weichen aus
Im Kanton Bern ist eine Zusammenlegung der sechs Gauverbandsfeste ebenfalls Thema gewesen. «Das Eisstadion in Langnau, wo auch schon Schwingfeste stattfanden, hätte sich dafür angeboten. Auch logistisch hätte diese Variante Sinn gemacht», betont Kantonalpräsident Jakob Aeschbacher. «Aber seitens der OKs war dies kein Thema. Sie bestehen hauptsächlich aus Dorfvereinen und wollen ihr Fest in ihrem Gauverband im eigenen Dorf durchführen, wofür ich Verständnis aufbringe.»

Das Glarner-Bündner hätte eigentlich auf dem Flugplatzgelände in Mollis stattfinden sollen. Was Bau und Infrastruktur anbelangt, ein Grossaufwand im freien Gelände wäre. Mit dem Nachwuchsschwingertag zehn Tage zuvor in der Nachbargemeinde Näfels und dem St. Galler Kantonalen sechs Tage nach dem Gla-Bü im benachbarten Kaltbrunn standen zwei Ausweichvarianten zur Verfügung. Finanzielle Überlegungen führten dazu, dass die Glarner sich für eine «Zügletä» nach Näfels entschieden.

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Jakob Heer

Redaktion

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