Gnägi, Bösch und vier Regionalfest-Sieger

Am vergangenen Wochenende standen nochmals zwei Kranzfeste und vier Regionalfeste an. Aus dem Pulk ragen die Siege von Florian Gnägi am Berner Kantonalfest sowie von Daniel Bösch am Schaffhauser Kantonalfest heraus.
Florian Gnägi (hinten, gegen Willy Graber) feierte am Berner Kantonalfest mit dem Tagessieg seinen bisher grössten Erfolg der Laufbahn. (Foto: Rolf Eicher)

Florian Gnägi gehört nun endgültig zu den Mitfavoriten auf den Kilchberger Sieg. Der Seeländer hatte in dieser Saison schon etliche Male gut geschwungen. Denken wir zurück ans Mittelländische Schwingfest, welches er zu seinen Gunsten entschied. Oder auch ans Nordostschweizerische, wo er in den ersten fünf Gängen fünf Eidgenossen zugeteilt erhielt. Auf dem Platz war er damals der Stärkste, wie auch in St. Imier.

BE: Favoritentrio geschlagen
Gnägi, der mit sechs Siegen (vier gegen Eidgenossen) brillierte, profitierte aber auch davon, dass sich die Favoriten teils gegenseitig bremsten. So stellten im zweiten Gang Kilian Wenger und Christian Stucki im Direktduell. Für beide war danach der Schlussgang aussichtslos. Weil Wenger gegen Gnägi-Schlussganggegner Willy Graber gar verlor und mit Hansruedi Lauper stellte, reichte es nicht einmal mehr für den Kranzgewinn.

Für einmal nicht in die Entscheidung eingreifen konnte auch Schwingerkönig Matthias Sempach. Nach einem Gestellten im zweiten Gang gegen Bernhard Kämpf, verlor er bereits im ersten Greifen das Duell gegen Matthias Siegenthaler. Dieser wiederum vergab die Chancen auf einen absoluten Spitzenplatz mit dem Gestellten zum Abschluss gegen Christian Stucki. Den Ehrenplatz sicherte sich am Ende Willy Graber dank fünf Siegen.

BE: Chancenlose Gäste
Keine Chance auf Spitzenplätze hatten die Gäste um Mario Thürig. Thürig verpasste wie sechs seiner Kollegen den Kranz. Einziger Gast mit Eichenlaub war Marcel Mathis. Allerdings wurde Mathis in der Einteilung nach zwei Gestellten zum Auftakt nicht überfordert und im Gegensatz zu vielen anderen Festen als Gast sehr fair eingeteilt.

SH: Daniel Bösch - wer sonst?
Daniel Bösch hat auch das Schaffhauser Kantonalfest gewonnen. Der Unspunnen-Sieger von 2011 war auch in Hallau eine Klasse für sich und siegte vor Michael Bless. Damit hat Bösch bisher alle Kranzfeste, die er in der Nordostschweiz bestritt, zu seinen Gunsten entschieden. Im Schlussgang genügte ihm ein Sieg gegen Martin Glaus, um den fünften Kranzfestsieg der Saison zu sichern.

Einmal mehr zeigte sich in der Nordostschweiz aber auch, dass die Ansprüche des einst so grossen Teilverbandes gesunken sind. Neben Bösch und mit Ansätzen Michael Bless kam keiner der teilnehmenden Schwinger auf ein Niveau, welches für einen Spitzenrang am Kilchberger Schwinget reichen würde. Der Schwägalp-Schwinget, wenn 25 Innerschweizer und 5 Nordwestschweizer auf den NOSV treffen, wird zeigen, wie stark die Mannschaft einzuschätzen ist.

Zwei Teilverbands- und zwei Nichtkranzer
Die vier an diesem Wochenende ausgetragenen Regionalfeste standen nicht gerade im Zeichen der Spitzenschwinger. An allen vier Anlässen war kein Eidgenosse zugegen. Dennoch boten die Feste spannenden und teils guten Schwingsport. David Schmid eröffnete mit seinem Heimsieg am Fricktaler Abendschwinget das Wochenende. Bei seinen sechs Siegen lief er keinen Moment Gefahr, nicht zu siegen. So auch im Schlussgang gegen Joel Strebel.

Neben Schmid gewann auch mit Martin Zimmermann ein Teilverbandskranzer ein Regionalfest. Er setzte sich auf Schwendi-Kaltbad gegen Jonas Brun im Schlussgang durch. Die weiteren Sieger am Sonntag waren zwei Nichtkranzer: Colin Schlüchter profitierte beim Lüderen-Schwinget vom gestellten Schlussgang zwischen den Teamkollegen Markus Galli und Ueli Rüegsegger, Victor Cardinaux dominierte mit sechs Siegen beim Nichtkranzer-Schwinget in Boveresse.

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