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Karrierenende von Eidgenosse Dominik Oertig

Seit seinem fünften Lebensjahr stand Dominik Oertig aus Uznach im Sägemehl. Das Talent erkämpfte sich insgesamt 15 Kränze, bodigte viele Eidgenossen und krönte seine Karriere mit dem eidgenössischen Laub in Zug vor zwei Jahren.
Dominik Oertig feierte den grössten Erfolg seiner Laufbahn mit dem ESAF-Kranzgewinn 2019 in Zug. (Foto: Tobias Meyer)

«Schweren Herzens», wie er sagt, hat sich der 25-jährige Bauernsohn Dominik Oertig dafür entschieden, seine noch junge Karriere an den berühmten Nagel zu hängen. Nachdem Oertig am ESAF 2019 sein grosses Ziel im Sägemehl erreichte (Kranzgewinn), hat der junge Senne nun seine Ziele ins Privatleben und den Beruf gesetzt. Nach der Heirat mit der Zugerin Sandra und der Geburt seines Sohnes Jonas letzten Jahres, freuen sich die drei auf den nächsten Zuwachs der noch jungen Familie diesen August. Gleichzeitig übernahm Oertig den Bauernhof seines Vaters. Stolz dabei ist er vor allem auf sein Hühnermobil, mit welchem er Freilandeier aus besonders tierfreundlicher und naturnaher Haltung die Haushalte in der Region beliefert.

Familie und Beruf an erster Stelle
Jedoch lässt sich die Arbeit auf dem Hof und die Zeit mit der Familie nur sehr schwer mit den vielen Schwingtrainings, Kursen und Festen vereinbaren. «Mir war bewusst, dass wenn ich mein Niveau des vorletzten Jahres halten möchte, ich bis vier Mal in der Woche trainieren muss, denn wenn ich schwinge, dann will ich auch konkurrenzfähig bleiben». Zeit für Familie und seine Kinder gesund aufwachsen zu sehen, sei ihm aber wichtiger. «Obwohl der Entscheid, den Sport aufzugeben noch immer schmerzt, ist es für mich das richtige. Ich werde trotzdem ab und zu in den Schwingkeller gehen, um mich abzulenken und um die Kameradschaft weiter zu pflegen».

Im Schwingkeller fing alles vor 20 Jahren an. Onkel Noldi Oertig war zu dieser Zeit Jungschwingerleiter des hiesigen Verbandes und nahm den kleinen Dominik kurzerhand mit zum Training. Dort traf er auch auf die beiden späteren Eidgenossen Bruno Fäh und Martin Glaus, welche er bis heute als seine Vorbilder betrachtet.

Explosive Hüfter als Markenzeichen
Der Familienvater vom Uznaberg begeisterte vor allem durch seinen perfekt ausgeführten Hüfter immer wieder die Zuschauer. So zum Beispiel am Zuger Kantonalfest 2017, wo er genau mit besagtem Hüfter Eidgenosse Philipp Laimbacher platt ins Sägemehl bettete und sich so den Kranz erschwang. Doch auch der Übersprung oder der Fussstich gehörten zu seinem reichhaltigen Repertoire. Ein Höhepunkt sei auch das St. Galler Kantonale 2017 in der Eishalle Rapperswil gewesen, als seine Schwestern Ehrendamen waren und er mit einem Zehner im letzten Gang über Eidgenosse Martin Hersche den zweiten Rang belegte.

Einziger Wehmutstropfen bleibt allerdings, dass ihm ein Bergkranz in seiner Sammlung von insgesamt 15 Kränzen fehlt. Dafür erinnert sich der Senne gerne an das Baselstädtische von 2018 zurück, als er den Nordwestschweizer Goliath Patrick Räbmatter bezwingen konnte. «Da begriff ich erstmals richtig, dass ich vorne in dieser Liga mitschwingen kann». Mit dem Eidgenössischen Kranz von Zug, wurde seine Meinung bestätigt. Mit seinem offensiven Schwingstil bereicherte der untersetzte Sennenschwinger manches Schwingfest, denn solche Kämpfer möchte ja das Publikum sehen! Da für ihn nun die besten Schwingerjahre erst gekommen wären, bedauern viel Schwingerfreunde diesen relativ frühen Abschied aus dem Sägemehl. Sie wünschen aber Dominik Oertig viel Gfreuts in der Familie und Erfolg im Berufsleben.

(Medienmitteilung)

Im Artikel erwähnt: 

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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