Kilchberger: Historie Anlässe 1967 bis 1978

Als erster Schwinger schaffte es Karli Meli, den Kilchberger Schwinget in den Jahren 1967 und 1973 zweimal zu gewinnen. Als amtierender König Kilchberger Sieger zu werden, das schaffte auch der Winterthurer nicht. Der achte Rang 1962 sollte Signalwirkung für eine einmalige Laufbahn sein.
Karl Meli (hinten) im Schlussgang 1967 gegen Ady Zurfluh gelang es als einzigem Athleten, den Kilchberger Schwinget zweimal zu gewinnen.

Mit grosser Spannung wurde bei der achten Austragung des Kilchberger Schwingets der Gang zwischen dem amtierenden Schwingerkönig Ruedi Hunsperger und seinem Vorgänger, Karl Meli, erwartet. Seit dem Schlussgang am Eidgenössischen 1966 in Frauenfeld, wo Rekrut Hunsperger sensationell den Winterthurer bezwang, waren sie sich nie mehr gegenübergestanden. Karl Meli bezwang im Anschwingen Ruedi Hunsperger und nahm damit erfolgreich Revanche für die ein Jahr zuvor erlittene Niederlage. Fortan war Meli durch nichts mehr aufzuhalten.

Nach pausenlosen erfolglosen Angriffen war es schliesslich ein Schlungg Melis, der gegen Fritz Uhlmann zum Erfolg führte. Der Luzerner Alois Boog wurde anschliessend ebenfalls von Meli besiegt, genauso wie der Berner Peter Gasser, der einem Hüftschwung unterlag. Mit vier Siegen konnte sich der Winterthurer im fünften Gang ein Unentschieden beim zweiten Aufeinandertreffen gegen Ruedi Hunsperger leisten. Dies, obwohl auch in diesem Gang Meli den Ton angab.

Schlussgang mit Ady Zurfluh
Im Schlussgang konnte auch der Schwyzer Ady Zurfluh den entfesselten Winterthurer nicht aufhalten. Zurfluh startete mit zwei Punkteteilungen gegen Ruedi Kobelt und Guido Zurkirchen, ehe er drei Siege realisierte.

Bei der achten Austragung führte ein starkes Gewitter zu einem zwischenzeitlichen Unterbruch des Fests. So konnte erst um 19 Uhr zum Schlussgang ausgerufen werden. Beim Anlass am 3. September wurde der Rahmen eines «Familienfestes» wie der Anlass in den Annalen liebevoll genannt wurde, mit über 12 000 Besuchern gesprengt. 

Als erstem Schwinger gelang es Karl Meli 1973 den Kilchberger Schwinget ein zweites Mal zu gewinnen. Jedoch gelang es auch ihm nicht, während seiner Amtszeit als König in den Jahren 1961 und 1964 den Sieg 1962 einzufahren. Jedoch im Anschluss an seine Zeit als Schwingerkönig.

Wieder ein Traumstart
Mit einem Sieg über den Freiburger Landwirt Ernest Schäfli lenkte Meli das Fest 1973 in seine Bahnen und wie bei seinem ersten Triumph gewann er wiederum die ersten vier Duelle. Den Innerschweizer Paul Bachmann meisterte Meli genauso wie Rudolf Lüscher und Hans Kopp im Ausschwingen. So führte Meli vor dem Ausstich mit einem halben Punkt Vorsprung auf seinen Klubkameraden Arnold Ehrensberger. Im fünften Umgang musste Meli sein einziges Unentschieden gegen den Nordwestschweizer Marcel Buser hinnehmen. Da Arnold Ehrensperger im fünften Durchgang Ernest Schläfli verlor, lagen Schläfli und Christian Eggler nach fünf Gängen gleichauf an zweiter Stelle. Der Berner Stadtpolizist erhielt den Zuschlag, da sich Meli und Schläfli im Anschwingen bereits duellierten. Meli reihte Eggler mit seinem bekannten Schlungg auf die Verliererstrasse.

Leise Enttäuschung war beim Publikum spürbar, weil es nicht zum Duell des amtierenden Schwingkönigs David Roschi mit Meli kam. Dies, weil der Diemtigtaler mit einer Niederlage gegen Marcel Buser und einem Gestellten gegen Ruedi Kobelt schon zu Beginn entscheidend an Terrain einbüsste und nie mehr um den Festsieg mitreden konnte. Immerhin kam Roschi mit einer Aufholjagd am Ende noch auf Rang drei.

Berner in Obwaldner Diensten
Die zehnte Durchführung im Jahre 1978 wurde vom Eidgenössischen Schwingerverband als Jubiläumsfest anerkannt und die Teilnehmerzahl auf 60 Schwinger festgelegt. Diese Zahl hat noch heute Gültigkeit.

Nebst dem Wetter zeigten sich auch die Innerschweizer Schwinger in Jubiläumsstimmung – gelang ihnen doch gleich ein Doppelsieg. Der Engelberger Hans Kopp siegte vor Paul Gasser. Kopp, ursprünglich ein Berner, der in der Innerschweiz sesshaft wurde, stellte im Anschwingen mit Titelverteidiger Karl Meli. Im Anschluss gewann er alle Gänge gegen Rico Kümin, Hans Studer, Jean Leuba und Peter Leng­acher. Im Schlussgang traf er erneut auf Peter Lengacher und besiegte ihn mittels Kniestich ein zweites Mal.

Lengachers Alleingang
Peter Lengacher war es, der mit Siegen über Franz Schatt, Max Wolfensberger, Jean Leuba und Karl Meli die Nordostschweizer fast im Alleingang stoppte und so den ISV-Triumphzug ermöglichte.

Den Tag seines Lebens erwischte der zweitplatzierte Sarner Paul Gasser, der im vierten Gang den amtierenden Schwingerkönig Arnold Ehrensberger besiegte. Ehrensberger erfuhr das gleiche Schicksal, wie es alle seine Vorgänger auch erlitten: Als amtierender König war der Kilchberger Sieg nicht zu erlangen. Karl Meli beendete an jenem 3. September 1978 seine aussergewöhnliche Laufbahn im Rang elf. Dies 21 Jahre nach seiner ersten Kilchberger Teilnahme und zwei Festsiegen.

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