Kilchberger: Richtlinien durch Stiftung

Der 1927 erstmals ausgetragene Kilchberger Schwinget ist wegen seiner Eigenart ein einmaliges Ereignis in der Schweizer Sportszene. Zu verdanken ist dies der Stiftung «Huber-Fonds», gegründet von Dr. Emil Huber.
Beim Kilchberger Schwinget 1973 spendete der Stiftungsgründer des Kilchberger Schwingets, Dr. Emil Huber (links), dem auf Rang 3a klassierten Schwingerkönig von 1972, David Roschi, ein Fohlen als Lebendpreis.

Eine Exklusivität des Kilchberger Schwingets ist besonders hervorzuheben: Die Zuschauer haben keinen Eintritt zu entrichten. Sie werden wie übrigens auch die Schwinger eingeladen. Die Erklärung liefert die ins Leben gerufene Stiftung «Huber-Fonds», benannt nach dem Begründer Dr. Emil Huber. Dieser hatte nach dem unbefriedigend verlaufenen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest 1926 in Luzern das Bedürfnis nach einer Revanche, die 1927 anlässlich des 1. Kilchberger Schwingets über die Bühne ging.

In der Zwischenzeit haben die Organisatoren beschlossen, dass ab der Austragung 2014 erstmals eine Bearbeitungsgebühr für die Eintrittskarten zu entrichten ist. Das Organisationskomitee unter der Leitung von Peter Hoff hat sich hierbei für einen angemessenen Betrag von 20 Franken entschieden.

«Freundschaftsschwingen»
Die Stiftung wurde 1933 mit einer Stiftungsurkunde ausgestattet. Laut der Urkunde sollen dem Schwingklub Zürich die Mittel zur periodischen Durchführung des Kilchberger Schwingets zur Verfügung gestellt werden. Das Papier bezeichnet den Kilchberger Schwinget übrigens als «Freundschaftsschwingen».

Diesem Begehren wurde bis heute nachgelebt, wobei man sukzessive Retuschen vornahm. Dazu gehört eine 1952 vorgenommene Erweiterung des Sitzplatzangebotes in der Naturarena «Stockengut». Dem Stiftungsrat gehören der jeweilige Präsident des Schwingklubs Zürich (derzeit Ruedi Schweizer), der Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes (derzeit Paul Vogel) und ein Vertreter der Familien Huber/Conzett an.

Für die Organisation des Kilchberger Schwingets ist seit jeher der Schwingklub Zürich zuständig. Zur Austragung gelangt das Fest wie bei der ersten Organisation 1927 noch immer auf dem «Stockengut» in Kilchberg bei Zürich. Das Landgut «Stockengut» war bis 1982 im Besitz der Familien Huber und Conzett, ehe sie das Gut an die Gemeinde Kilchberg veräusserten. Diese verpflichtete sich, dass Fest weiterhin auf diesem Gelände auszutragen.

Geregelte Abwicklung
1933 wurde der Kilchberger Schwinget von der Abgeordnetenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes in Arth als offizieller Anlass anerkannt. Bedingung des ESV war damals, dass es kein weiteres Schwingfest in dieser Form geben dürfe. Die Stiftungsurkunde mit einigen Zusatzbestimmungen und die Statuten des Eidgenössischen Schwingerverbandes regeln die Abwicklung des Kilchberger Schwingets.

Nach einigen Abweichungen in früherer Zeit findet der Kilchberger nun seit 1978 regelmässig alle sechs Jahre in der Saison nach einem Eidgenössischen Schwingfest und im Wechsel mit dem Unspunnen-Schwinget im September statt. Mit der erstmaligen Live-Übertragung des ganzen Schwingfestes durch die SRG im Jahr 2008 hat der Kilchberger Schwinget eine noch grössere Bedeutung in der Schweizer Sportszene erhalten.

Beschränkte Teilnehmerzahl
Die Teilnehmerzahl für den Anlass mit eidgenössischem Charakter ist limitiert. Sie wurde mit der Zeit von 50 auf 60 erhöht. Zwei Startplätze stehen dem Schwingklub Zürich zu und werden in der Regel jeweils den Nordostschweizern überlassen. Die anderen 58 werden nach einem Verteilschlüssel analog einem Eidgenössischen Schwingfest den fünf Teilverbänden zugesprochen. Dabei sollen die besten Athleten am Schwinger-Leckerbissen im Kanton Zürich teilnehmen.

Zudem sei darauf zu achten, dass nach Möglichkeit immer die gleiche Anzahl Sennen- und Turnerschwinger zum Anschwingen antritt. Das zweite Ansinnen ist jedoch reines Wunschdenken. Nach wie vor sind auf den Schwingplätzen die Sennen klar in der Überzahl. Der Anteil an Turnern ist in den letzten Jahren jedoch stetig gestiegen. An den letzten beiden Austragungen 2002 und 2008 machte er rund einen Drittel aus.

Schönschwingerpreis begehrt
Bei den teilnehmenden Schwingern ist neben dem Tagessieg jeweils auch der Schönschwingerpreis besonders beliebt. Dies sicherlich auch, weil er durch die Schwingerkönige und Ehrenmitglieder bestimmt wird.

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