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«Moment für Ende hat sich für mich noch nicht ergeben»

Aus dem aktuellen SCHLUSSGANG (Rubrik Schwinger, Torsten Betschart): 23 Mal durfte sich Torsten Betschart den Kranz bisher aufsetzen lassen. Noch ist offen, ob weitere folgen könnten. Obschon er die Schwingfeste nicht intensiv verfolgt, ist er als Funktionär dem Nationalsport erhalten geblieben. Und auch ein neues Studium sorgt bei ihm für Kurzweil.
Zu den wirkungsvollsten Waffen gehört bei Torsten Betschart (oben, gegen Lutz Scheuber) seit jeher sein Kurz. (Foto: Robert Dillier)

Würde im Schwingsport am Ende einer Saison, wie in anderen Sportarten üblich, ein Fairness- oder Beliebtheitspreis von den Schwingern an die Schwingerkollegen vergeben werden, Torsten Betschart gehörte definitiv zu den heissesten Anwärtern.

Der studierte Maschineningenieur mit Doktortitel stellt sich nie in den Vordergrund. Auch nicht, als er mit dem SCHLUSSGANG für die Rubrik «Schwinger» über seine bisherigen schwingerischen Taten spricht. Zu spüren ist viel Demut, aber auch Dankbarkeit für das, was ihm der Schwingsport über die Jahre gegeben hat. «Man kann auf vielen Ebenen im Alltag profitieren, wenn man den Schwingsport hautnah miterleben darf», sagt der seit vergangenem Montag 36-Jährige und ergänzt: «Gerade die Erfahrungen in Wettkampfsituationen können helfen. Man lernt mit Anstand zu verlieren, aber auch mit Anstand zu gewinnen.» Es stärke den Charakter und mache einen mit der Zeit gelassener im alltäglichen Leben.

Letztes Schwingfest in Burgdorf
Sportlich konnte man Torsten Betschart an einem Wettkampf schon lange nicht mehr bewundern. Im August 2013 krönte das Mitglied vom Schwingerverband am Mythen seine sportliche Laufbahn mit dem ESAF-Kranz in Burgdorf. Es war der Höhepunkt und die logische Folge einer stetigen Entwicklung. 11 seiner 23 Kränze gewann der Sennenschwinger in den Jahren 2012 und 2013, darunter neben dem ESAF- auch zwei Berg- und drei Teilverbandskränze.

Seit Burgdorf hat der gebürtige Schwyzer, der heute in Giswil und als Wochenaufenthalter in Döttingen lebt, kein Schwingfest mehr bestritten. «Es gab ein, zwei Anläufe, wieder einzugreifen, doch ich habe es nie richtig durchgezogen.» Auch das passt zu ihm. Entweder ganz oder gar nicht, etwas dazwischen gibt es  nicht. Angesprochen auf die weitere sportliche Laufbahn sagt er: «Offiziell bin ich noch nicht zurückgetreten. Der Moment für das definitive Ende hat sich für mich noch nicht ergeben», sagt Betschart und ergänzt: «Aber auch weil die Schulter nicht so recht mitmacht, ist eine Rückkehr ins Sägemehl eher unwahrscheinlich.»

Studium und Funktionärsarbeit
Auch wenn der passionierte Klavierspieler mit Sternzeichen Zwillinge seit 2019 nicht mehr mit Schwinghosen im Sägemehl stand, ist er dem Nationalsport weiterhin verbunden. «Natürlich interessiert es mich, was auf den Schwingplätzen läuft, aber intensiv habe ich das Geschehen nicht verfolgt. Ich habe bemerkt, dass ich nicht der Typ für regelmässige Schwingfestbesuche bin.» Dafür engagiert sich der Verheiratete als Funktionär umso mehr. Seit 2017 ist er im Klubvorstand der Mythener als Protokollführer tätig. «Zusätzlich helfe ich auch bei der Jubiläumschronik zum 100-Jahr-Jubiläum des Klubs mit», ergänzt er. Und für das 100-Jahr-Jubiläum des Schwyzer Kantonalen Schwingerverbandes 2023 präsidiert er sogar die Jubiläumskommission. Vorstellen könnte er sich zudem nach der sportlichen Laufbahn die Arbeit als Kampfrichter.

Daneben hat er neben seiner Arbeit im Kernkraftwerk Beznau im Herbst 2020 ein Philosophie-Studium gestartet.  

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Im Artikel erwähnt: 

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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