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Schwingen bis 20 Jahre wieder möglich

Die sanften Lockerungen in der Corona-Pandemie per 1. März 2021 haben auch auf den Schwingsport Einfluss. Neu ist das Schwingen nicht mehr nur bis 16 Jahre sondern bis 20 Jahre möglich. Für die Schwinger mit Jahrgang 2001 und jünger sind gar Wettkämpfe wieder möglich, sofern die behördlichen Bewilligungen erfolgen.
Romain Collaud (oben) und Roman Wandeler mit Jahrgang 2002 haben ab 1. März wieder die Möglichkeit im Sägemehl trainieren zu können. (Foto: Lorenz Reifler)

"Ein Licht am Ende des Tunnels!" So beschreibt Markus Lauener, Obmann des Eidgenössischen Schwingerverbandes, die gestrigen Entscheidungen des Bundesrates bezüglich Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Für den Schwingsport wegweisend ist, dass neu nicht nur bis 16 Jahre trainiert werden kann, sondern sogar bis 20 Jahre (Jahrgang 2001 und jünger). Dies wird vor allem den jungen Aktivschwingern helfen, dass sie nach dieser langen Pause wieder schrittweise in den Schwingsport einsteigen können.

Wettkämpfe möglich
Sehr positiv beim ESV aufgenommen wurde auch die Tatsache, dass ab 1. März auch wieder Wettkämpfe für den Nachwuchs, sofern die lokalen und kantonalen Behörden dem zustimmen, möglich sind. "Es ist ein positives Signal für die Zukunft, dass sportlich auch im Schwingen wieder Anlässe, zumindest für den Nachwuchs, stattfinden können", ergänzt Markus Lauener.

Diese neue Situation hat innert Stunden für Bewegung bei den Schwingern und Funktionären gesorgt. So ist zu vernehmen, dass in der ganzen Schwingerschweiz bereits geprüft wird, Jungschwingertage durchzuführen und diese zusätzlich mit einer Startgelegenheit für die jungen Aktivschwinger zu ergänzen. Die Jahrgänge 2001 bis 2005 sind diejenigen Athleten, welche neu von den Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten profitieren können. "Gerade für die Jahrgänge 2004 und 2005, die im August den Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Schwarzenburg bestreiten können, ist dies eine tolle Sache", ergänzt Lauener.

Warten bei den Aktiven
Für die Aktivschwinger mit Jahrgang 2000 und älter geht das Warten allerdings noch weiter. "Es ist im Moment schwer abzuschätzen, wann der Betrieb wieder eröffnet wird", sagt Markus Lauener und ergänzt: "Die Kranzfeste im Mai dürften terminlich kritisch werden, aber ich bin guten Mutes, dass im Juni wieder wettkampfmässig geschwungen werden kann." Dass es im Juni wieder zu Schwingfesten bei den Aktiven kommen kann, dafür müsste im Verlaufe der zweiten Aprilhälfte der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen werden können. Die Athleten möchten sich vier bis sechs Wochen Zeit im Sägemehl nehmen, bevor es zu Wettkämpfen kommt. Sollte im April neben dem Training auch der Wettkampf wieder möglich sein, ist aber nicht auszuschliesen, dass es sehr schnell zu Regionalfesten kommt, ohne dass eine vierwöchige Trainingspause abgeschlossen ist.

Hoffnung bei Mai-Kranfzesten
Die Veranstalter der vom ESV-Obmann angesprochenen Mai-Kranzfeste haben teilweise auch schon reagiert, und dies unterschiedlich. Die Emmentaler Verantwortlichen für das Gauverbandsfest in Horben-Eggiwil hoffen beispielsweise noch immer auf eine Durchführung am 16. Mai. Heute gab das OK des Emmentalischen Schwingfestes bekannt, dass auf einen Unterhaltungsabend verzichtet wird und maximal 2000 Zuschauer zugelassen werden. Das OK signalisierte, dass man den Anlass unter den gegebenen Umständen aber unbedingt durchführen möchte. Auch bei anderen OK herrscht noch Optimismus, dass die Anlässe wie geplant stattfinden können.

Bereits geschoben haben dagegen die Zürcher Verantwortlichen ihr Kantonalschwingfest. Statt am 9. Mai soll nun am 8. August in Stäfa geschwungen werden, allerdings nur, wenn dies mit Zuschauern ausgetragen werden kann. Noch im Kalender steht das Thurgauer Kantonalschwingfest vom 2. Mai in Dussnang. Sollte dieser Termin nicht eingehalten werden können, ist mit dem 25. Juli in Amriswil bereits ein Ersatzdatum und Ersatzort bekannt. Abklärungen sind auch in der Innerschweiz am Laufen, wo im Mai gleich vier Kantonalfeste geplant sind. Noch ist aber nicht öffentlich bekannt, wie und ob die ISV-Kantonalschwingfeste 2021 statttfinden. Im Bernbiet ist bisher bekannt, dass das Bern-Jurassische Schwingfest (angesetzt auf den 25. April) auf Ende Saison (12. September) verschoben wurde.

Keine Zuschauer im Sommer?
Für den ESV, aber vor allem auch für die Schwinger und Veranstalter, heisst es nun flexibel zu sein und für alle Eventualitäten bereit zu sein. Und sollten die Schwingfeste im Verlaufe der nächsten Wochen tatsächlich wieder möglich sein, müssen sich die Schwingerfreunde damit anfreunden, dass wenige oder gar keine Zuschauer zugelassen werden. "Natürlich sind Zuschauer schön und wichtig, aber am Wichtigsten ist aktuell, dass bald wieder geschwungen werden kann", schliesst Lauener ab.

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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