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Schwinger der Woche: Inti Bruno Müller

Mit dem 70. Kranzgewinn am Basellandschaftlichen Kantonalfest hat Bruno Müller einen Strich unter seine Laufbahn gesetzt. Der Eidgenosse aus dem Kanton Zug gewann auch ein Kranzfest. Im Interview gibt er zu seiner Laufbahn Auskunft.
Bruno Müller wie man ihn kannte: gradlinig und zielorientiert. Zum Ende seiner Laufbahn wurde er zum Schwinger der Woche ernannt. (Foto: Werner Schaerer)

Bruno Müller, der Zeitpunkt Ihres Rücktrittes am vergangen Sonntag am Basellandschaftlichen kam für viel überraschend?
Bruno Müller: Überraschend wohl deshalb, weil er ausserhalb meines Teilverbandes (ISV) stattfand. Der Entschluss ist aber endgültig – mit Schwingen ist Schluss. Eventuell werde ich noch den einen oder anderen Nationalturn-Wettkampf bestreiten und dort nochmals ins Sägemehl steigen.

Wann wurde der Rücktritt konkret?
Müller: Der Rücktritt zeichnete sich im verlaufe des Sommers ab. Einerseits machte mit eine Leistenverletzung einen Strich durch die Rechnung, anderseits war ich auch mit einigen Kampfrichterentscheiden gegen mich, die in der ersten Saisonhälfte fielen, unzufrieden. Ferner wurde ich als Gast für das NOS-Teilverbandsfest nicht berücksichtigt, obwohl mir dies von Verbandsseite versprochen wurde.

Wie bilanzieren Sie Ihren letzten Einsatz in Ormalingen?
Müller: Mit den ersten vier Gängen war ich zufrieden, im fünften Gang habe ich selber einen Bock geschossen indem ich unnötig gegen Simon Schär verlor. Dank einer abschliessenden zehn über Johann Scherrer reichte es mir gerade noch in den letzten kranzberechtigen Rang. Somit wurde es doch noch ein versöhnlicher Abschluss. 

Wie sind Sie mit der letzten Saison Ihrer Laufbahn zufrieden?
Müller: Mit vier Kränzen an den fünf Kranzfestanlässen, an denen ich startberechtig war, darf ich zufrieden sein. Am Schwarzsee-Schwinget verletzte ich mich im ersten Gang gegen Thomas Zaugg an der Leiste. Ich schwang noch bis am Mittag weiter, ehe ich den Wettkampf aufgeben musste. Dadurch verpasste ich unter anderem das Innerschweizerische in Seedorf, was für mich ein Höhepunkt der Saison 2015 bedeutet hätte.

Auf und Ab ging es bei ihnen oftmals.
Müller: Das war so, meine gesamte Laufbahn war ein Auf und Ab. Bei mir konnte man am Morgen nicht sagen, dass ich mit Bestimmtheit den Kranz gewinne. Lief es mir aber, wie etwa auf dem Brünig 2011, war vieles möglich.

Wie geht es mit Bruno Müller weiter?
Müller: Ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen. Da meine Söhne Luca (11-Jährig) und Philipp (10-Jährig) sich ebenfalls bereits dem Schwingsport verschrieben haben werde ich zukünftig am ehesten am Nachwuchswettkämpfen anzutreffen sein. Gut möglich, dass ich nächstes Jahr keinem Wettkampf der Aktiven beiwohnen werde. Ob ich in unseren Schwingklub Zug und Umgebung dereinst ein Amt übernehme bleibt offen. Auf der Heimfahrt letzten Sonntag vom Basellandschaftlichen haben wir darüber zumindest gesprochen.

Was nehmen Sie von Ihrer Laufbahn mit?
Müller: Ich habe über 25 Jahre geschwungen. Dabei hat mich jeder Kranzgewinn und Regionalfestsieg gefreut. Am höchsten werte ich die eidgenössischen Kränze 2001 in Nyon und 2004 in Luzern. Doch auch der 2. Rang am Innerschweizerischen 2011 in Küssnacht am Rigi hinter Benno Studer sowie die Schlussgangteilnahme im gleich Jahr auf dem Brünig gegen Matthias Sempach bleiben mir unvergessen. Zum Schluss meiner Karriere möchte ich meiner Frau sowie meinen Betreuern und Masseuren, die mich die lange Zeit begleiteten, ein Dank aussprechen. Ohne sie hätte ich nicht so viele Erfolge errungen.

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