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ZV ESV äussert sich zu den Entscheidungen

Der Zentralvorstand des Eidgenössischen Schwingerverbandes hatte es zuletzt nicht einfach. Entscheidungen wurden getroffen und dennoch gab es viel Kritik. Nachdem sich die Wogen in den vergangenen Tagen etwas beruhigt haben, äussert sich nun der ZV ESV zu seinen Entscheiden und den Beweggründen, die dafür gesorgt haben.
Zur Freude vom ZV ESV sind zumindest für die Unter-20-Jährigen schon wieder Wettkämpfe, wie hier Dean Burch und Marco Forrer im Duell am Schaffhauser Frühjahrsschwinget in Emmersberg, durchgeführt worden. (Foto: Jakob Heer)

Der Zentralvorstand des Eidgenössischen Schwingerverbandes hat sich zu den getroffenen Entscheiden in den vergangenen Wochen und Monaten an seine Mitglieder gewandt und dabei seine Beweggründe ausführlich erklärt, wieso welche Entscheide wie gefällt wurden.

Wunsch nach Normalität
In der Mitteilung vom ZV ESV heisst es unter anderem: "Auch wenn wir uns alle nach der Rückkehr zur «alten Normalität» sehnen, es ist klar: Wir sind immer noch mit der Corona-Pandemie beschäftigt und für uns gelten weiterhin die Beschlüsse des Bundesrates, der seine Entscheidungen auf die Parameter des Bundesamtes für Gesundheit (Neuansteckungen, Reproduktionszahl, Spitaleintritte von Covid-19-Patienten und Covid-19-Infizierte auf den Intensivstationen) abstützt. Das Bundesamt für Sport (BASPO) und Swiss Olympic sind für die Umsetzung der beschlossenen Massnahmen zuständig. Die momentane Situation fordert deshalb von uns in allen Lebensbereichen viel Verständnis und Vertrauen in die Entscheidungsträger.

Auch die getroffenen Entscheide des ZV, die immer in Zusammenarbeit mit der Technischen Kommission ESV und dem in den Statuten ebenfalls verankerten Aktivenrat als (Vertreter aller Schwinger), gefällt wurden und werden, sind und sollen Diskussionen aller Mitglieder des Verbandes, die einst und heute Leistungsträger waren und sind, unterworfen sein. Gemäss den Statuten unseres Verbandes steht in Artikel 1.3 unter Zweck als Aufgabe des Verbandes folgendes geschrieben: «Der Eidgenössische Schwingerverband bezweckt die Pflege, Förderung und Verbreitung des Schwingerwesens und verbindet damit die Erhaltung der volkstümlichen Bräuche und Spiele.»

All die Schritte und Konzepte, die der ZV in den vergangenen Monaten, mit den Amtsstellen und Swiss Olympic diskutiert und umgesetzt hat, stehen in Zusammenhang mit diesem Artikel, inklusive dem Slogan «Schwingfeste 2021 zu 100% ja». Die Schwingfeste sind für unseren Verband, und die Organisatoren von zentraler Bedeutung. Entsprechend müssen wir alles unternehmen, um sie in den kommenden Monaten gewährleisten zu können.

NOSV kann Schwinger erneut melden
Einige weitere, wichtige Punkte wurden dabei in den vergangenen Tagen geregelt. So hat der Nordostschweizer Schwingerverband eine Fristverlängerung für die Einreichung seines Kontingentes der 120 national ausgewählten Schwinger erhalten. Bis Dienstagmittag, 13. April, hat der NOSV nun Zeit seine Liste zu vervollständigen. Der ESV schreibt dazu: "Der NOSV unterstützt damit die Bestrebungen des ESV mit Swiss Olympic/Baspo für eine weitere Öffnung. Gleichzeitig stellt er damit sicher, dass seine Schwinger gegenüber den anderen Teilverbänden nicht in Trainingsrückstand geraten. Dies im Wissen, dass sich bei einer Umfrage des NOSV über 60% seiner Aktivschwinger gegen eine Trainingsöffnung für einzelne Schwinger älter als Jahrgang 2001 ausgesprochen haben."

Die übrigen vier Teilverbände haben die Selektionslisten für das Training der ausgewählten Schwinger bereits an den Technischen Leiter Stefan Strebel übergeben. Der ESV gibt weiter bekannt: "Wenn alle 120 Schwinger gemeldet sind, wird der TL ESV den Kontakt mit Swiss Olympic wieder aufnehmen und versuchen, für eine weitere Tranche an Schwingern die Trainingserlaubnis zu erhalten. Swiss Olympic wird dann wiederum unseren validierten Antrag der «Covid-19-Task-Force Sport» - mit Vertretern des Bundesamtes für Gesundheit, des BASPO und von Swiss Olympic - zur Genehmigung vorbringen."

Bis auf Weiteres keine Schwingfeste
Auch bezüglich Schwingfesten gab die Mitteilung ein klares Signal ab: "Einmal mehr wird am Grundsatz festgehalten, dass ordentliche Schwingfeste erst dann stattfinden werden, wenn der allgemeine Breitensport vom Bundesrat freigegeben wird und alle Schwinger mindestens einen Monat trainieren konnten." Sollte es noch länger nicht möglich sein, dass ALLE trainieren können, könnte es aber durchaus sein, dass der ESV die Planungen von Schwingfesten mit einer ausgewählten Gruppe Athleten wieder aus der Schublade zieht.

So oder so sind die Schwinger weiterhin von den Entscheiden aus Bundesbern abhängig. Die nächsten Bundesratsentscheide dürften am 14. April erfolgen. Aufgrund der aktuellen Lage ist aber nicht davon auszugehen, dass bereits dort Öffnungen für den Breitensport, und damit den Schwingsport, erfolgen werden. Zum Schluss schreibt der ESV in seiner Mitteilung: "Es gilt nun, weiterhin mit viel Demut, Weitsicht und wenn nötig mit schnellen Anpassungen auf veränderte Rahmenbedingen das Beste aus der Situation zu machen. Der ZV freut sich zudem jederzeit über konstruktive Verbesserungs- und Korrekturvorschläge, die mit Sicherheit auch geprüft werden."

Komplette Kommunikation Zentralvorstand (PDF)

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

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