Zwei NWS-Sieger und sieben Regionalfeste

Die beiden Berner Christian Stucki (1a) und Matthias Glarner (1b) haben das Nordwestschweizerische Schwingfest gewonnen. Die beiden Berner waren gemeinsam mit Schwingerkönig Arnold Forrer die stärksten Schwinger auf dem Platz. Geschwungen wurde aber auch auf sieben Regionalfest-Plätzen während dreier Tage.
Der entscheidende Kurzzug im Schlussgang von Christian Stucki (links) gegen Arnold Forrer. (Foto: Rolf Eicher)

Das Nordwestschweizerische Schwingfest stand von Anfang an deutlich im Zeichen der Gästeschwinger. Nach der Mittagspause gab es mit dem Duell Arnold Forrer gegen Matthias Glarner auch die erste Gästepaarung. Es sollte bis zum Schlussgang die letzte bleiben.

Gisler vergibt Festsieg und 100. Kranz
Als einziger der Nordwestschweizer vermochte Bruno Gisler mit der Spitze mitzuhalten. Im ersten Gang kam er gar zum Sieg über Christian Stucki. Dem Sieg ging aber ein umstrittener Kampfrichterentscheid voraus. Danach rollte der Gisler-Express bis zum fünften Gang wunschgemäss. Mit einem Sieg gegen Patrick Räbmatter hätte Gisler gar den Einzug in den Schlussgang geschafft, doch es sollte nicht sein. Diese Niederlage und der Flop im sechsten Gang gegen den Romands Samuel Dind sorgten gar dafür, dass er ohne Kranz heimreiste.

Forrer in guter Verfassung
Stark über sechs Gänge trat dafür Arnold Forrer auf. Der Schwingerkönig gewann die ersten fünf Gänge souverän. In den Duellen gegen Matthias Glarner sowie Christoph Bieri bewies der Toggenburger, dass er noch lange nicht abgeschrieben werden darf. Im Schlussgang gegen Christian Stucki blieb er schliesslich chancenlos.

Dieser Schlussgangsieger Christian Stucki legte einen Steigerungslauf hin. Nach der Niederlage gegen Bruno Gisler gewann er sämtliche fünf Duelle mit der Maximalnote und sicherte sich so seinen 28. Kranzfestsieg seiner Laufbahn.

Glarner Co-Sieger - Räbmatter auf Rang 2
Vom Schlussgangsieg von Stucki profitierte auch sein Berner Verbandskollege Matthias Glarner. Er klassierte sich auf Rang 1b mti fünf Siegen, darunter gegen Remo Stalder und Mario Thürig.

Bester NWSV-Schwinger war überraschend Patrick Räbmatter. Er bezwang nach seinem Sieg gegen Bruno Gisler im sechsten Gang auch noch Michael Bless und holte so den zweiten Rang. Die NWSV-Eidgenossen Christoph Bieri, Mario Thürig und Remo Stalder konnten ebenfalls überzeugen und holten den Kranz sicher.

Drei traditionelle regionale Bergfeste
Der Sonntag, 3. August, stand neben dem NWS aber auch im Zeichen von regionalen Bergfesten, die eine lange Tradition aufweisen. So gewann der Innerschweizer Gast Reto Nötzli den Ricken-Schwinget. Vor 3000 Zuschauern bezwang er im Schlussgang Martin Glaus.

Zu Heimsiegen kamen Beat Clopath und Stefan Arnold. Clopath bezwang am Sertig-Schwinget im Schlussgang den St. Galler Ruedi Eugster. Arnold setze sich am Urnerboden-Schwinget im Schlussgang gegen Markus Spichtig durch und gewann den Anlass zum zweiten Mal nach 2012.

Auf dem Urnerboden vor Ort war auch Andi Imhof. Jedoch nicht als Schwinger, denn der Urner muss in den nächsten drei Monaten gänzlich auf Sport verzichten. Grund ist eine Herzmuskelentzündung. Damit verpasst der diesjährige Rigi-Sieger auch den Kilchberger Schwinget.

Duo tritt mit Sieg ab
Nicht schöner hätten sich Thomas Oester und Roman Emmenegger den 3. August 2014 vorstellen können. Die beiden Kranzschwinger traten mit einem Heimsieg von der aktiven Laufbahn ab.

Emmenegger genügte beim Bergschwinget Sörenberg ein Gestellter im Schlussgang gegen seinen Teamkollegen Marco Fankhauser. Thomas Oester hätte ein Gestellter beim Engstligenalp-Schwinget im Schlussgang ebenfalls gereicht, doch der Berner Oberländer gewann sein letztes Duell seiner Laufbahn im Schlussgang gegen seinen Klubkollegen Thomas Inniger.

Zwei Feste vor Sonntag
Bereits am Nationalfeiertag (Freitag, 1. August) sowie am Samstag, 2. August, wurde je ein Regionalfest ausgetragen. Das Engstlenalp-Schwinget entschied dabei Eidgenosse Simon Anderegg zu seinen Gunsten. Im Schlussgang bezwang er den überraschenden Michael Moser. Schwingerkönig Kilian Wenger sah sich mit zwei Gestellten in den ersten drei Gängen frühzeitig gebremst. Am Ende klassierte er sich aber immerhin auf Rang 2.

Den Geren-Schwinget am Nationalfeiertag gewann Stefan Burkhalter. Der Oldie aus dem Thurgau bezwang im Schlussgang den Schwyzer Gast Florian Hasler. Burkhalter dominierte das Fest nach Belieben. Am Ende fehlte nur ein Viertelpunkt zum Punktemaximum von 60,00.

Gar nicht erst ausgetragen wurde das Schwing- und Älplerfest auf der Grossen Scheidegg. Das Fest oberhalb von Grindelwald fiel der nasskalten Witterung zum Opfer. Nachdem man bereits vom 27. Juli auf den 3. August verschoben hatte, entschieden die Organisatoren, das Fest 2014 gar nicht mehr auszutragen.

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