Schwinger der Woche (22. bis 28. Juli): Matthias Siegenthaler

Der Emmentaler Matthias Siegenthaler hat sich dank der Schlussgangteilnahme am Bündner-Glarner Schwingertag in Davos-Sertig, wo er der beste Schwinger auf Platz war, die Auszeichnung als "Schwinger der Woche" verdient. Der 27-jährige Truber ist nach seiner langen Verletzungspause glücklich, dass er wieder in der Spitze mitschwingen kann.

Matthias Siegenthaler, Sie waren lange Zeit verletzt, wie fühlt es sich an wieder dabei zu sein?
Matthias Siegenthaler: Sehr gut. Ich bin froh, kann ich wieder schwingen. Es war eine lange Zeit, wo ich nicht im Einsatz stehen konnte. Wenn ich sehe, wo ich vor einem Jahr und später im Herbst stand, ist es sehr schön, dass ich wieder schwingen kann.

Was war genau das Problem beim Knie?
Siegenthaler: Das Hauptproblem war eine Infektion nach meiner Knieoperation. Dadurch war es mir auch erst im April dieses Jahres wieder möglich zu schwingen.

Und dann kam wieder eine Verletzung. Was ging Ihnen damals durch den Kopf?
Siegenthaler: Richtig, am Emmentalischen fiel ich im Duell mit Matthias Sempach unglücklich auf die Schulter am Platzrand. Im ersten Moment dachte ich, dass ist wohl nicht so schlimm und schwang weiter. Beim nächsten Greifen bemerkte ich allerdings grosse Schmerzen. Der Platzarzt sagte mir anschliessend, dass wohl das Schlüsselbein betroffen ist. Dann sagte ich zu mir: "Das darf doch nicht war sein." Der Verdacht wurde danach im Spital aber nicht bestätigt. Nachher ging ich bereits nach 10 Tagen wieder ins Training, was jedoch nicht optimal war. Ein Besuch bei meinem Arzt ergab anschliessend, dass das zwei Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei drei verletzten Bändern wäre eine Operation nötig gewesen. Dank guter Therapie konnte ich schliesslich bereits Mitte Juni wieder aktiv schwingen.

Ändern Sie durch diese Verletzungen die Vorbereitung auf die nächste Saison?
Siegenthaler: Ich denke, dass ich die erlittenen Verletzungen nicht beeinflussen kann. Auf die Schulterverletzung muss ich mich im Winter sicherlich noch ein wenig konzentrieren. Ansonsten werde ich mir in der Vorbereitung vielleicht noch einen halbten freien Tag pro Woche gönnen. So kann ich mich mehr erholen.

Zurück zum Tagesgeschehen. Haben Sie im Schlussgang in Davos zu viel riskiert?
Siegenthaler: Nachdem ich Arnold Forrer schon sechs Mal gestellt hatte, dachte ich, dass es nun Zeit ist ihn einmal zu schlagen. Im Schlussgang habe ich nach rund sieben Minuten die Taktik geändert, weil ich der Meinung war, dass er auf einen Kurz schlagbar wäre. Es hat leider nicht ganz gereicht und er hat mich mit einem Gammen besiegt. Ich war ein wenig überrascht, dass er nicht offensiver zu Werke ging. Er musste ja auch siegen.

Wie bereiteten Sie sich auf das Fest vor?
Siegenthaler: Ich reiste bereits am Donnerstagabend an und genoss die Ruhe im Hotel gleich nebem dem Schwingplatz. Mein Ziel war der Sieg, denn nach der überstandenen Verletzung möchte ich gerne wieder einmal ein Kranzfest gewinnen. Aber trotz allem bin ich sehr zufrieden, wie es sportlich in den letzten Wochen lief. Ich weiss, dass ich mit den Besten mithalten kann. Ich freue mich schon jetzt auf die weiteren Schwingfeste.

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