Definitiv ein Luzerner Finalderby

Im Final der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen kommts definitiv zum Luzerner Hinterländer Derby zwischen Willisau und Hergiswil. Rekordmeister Willisau gab sich gegen Schattdorf auch im Urnerland keine Blösse und siegte 26:11. Hingegen liessen die Napf-Ringer die Zügel in Kriessern schleifen und verloren 15:22. Dank einer Zwölfpunktereserve aus dem Hinkampf stand die Finalteilnahme trotzdem nicht in Gefahr. In der Auf-/Abstiegsbarrage besiegte Favorit Einsiedeln im Hinkampf den B-Meister Brunnen nur 19:17.
Der Willisauer Andreas Reichmuth (blaues Dress) brachte Schattdorfs Elias Kempf in mehreren Situationen aus dem Gleichgewicht, hatte aber trotzdem hart für seinen 10:2-Punktesieg zu kämpfen. (Foto: wr)

Beim Halbfinal-Rückkampf zwischen dem nach der Qualifikation zweitklassierten Willisau und dem drittklassierten Schattdorf war die Luft respektive die Spannung draussen. Nach dem 26:11-Heimsieg der Luzerner schonten beide Teams einige angeschlagene Stammkräfte. Trotzdem zeigten die eingesetzten 20 Ringer den 450 Zuschauern in der vollen Grundmatthalle einen engagierten Fight auf mehrheitlich gutem Niveau. Für den grössten Urner Jubel sorgte Brunnens Greco-Verstärkung Ruedi Appert, der den Freistilinternationalen Marco Riesen bis 97 kg Greco in der ersten Runde nach einer sehenswerten Standschleuder schulterte. Ansonsten triumphierte meist das Gästeteam. Im Schwergewichtskampf zweier polysportiver Athleten besiegte Willisaus Nationalturner Andreas Reichmuth trotz Gewichtsnachteil den Urner Schwinger Elias Kempf 10:2. Mit etwas mehr Mattentechnik hätte aber der Sägemehlspezialist schon in der ersten Runde einen Schultersieg herausholen können. Hart gefordert war auch Willisaus zweiter Freistilinternationale, Stefan Reichmuth. Kraftwürfel Bence Dvorak machte ihm das Leben schwerer, als der 4:12-Schlussstand dies erkennen lässt. Den zweiten Schattdorfer Sieg des Abends realisierte der Greco-Internationale Nicolas Christen, dem bis 74 kg Greco die enge Revanche gegen Samuel Scherrer mit 3:1 Wertungspunkten glückte. Zum Schluss lautete das Mannschaftsergebnis wiederum 26:11 für Willisau.

"Erstes Saisonziel erreicht"
Der Rekordmeister steht damit erstmals nach fünf Jahren wieder im Final. Das junge Team feierte diesen Erfolg in Schattdorf frenetisch. Coach Thomas Bucheli bestätigte die Erleichterung. "Wir haben das erste Saisonziel erreicht. Es war nach dem klaren Resultat im Hinkampf nicht leicht, die Anspannung hoch zu halten." Finalgegner Hergiswil bezeichnet er nach dem Halbfinal-Hinkampf als "sehr stark". Jetzt gelte es, eine Aufstellung zu finden, um auch diese Aufgabe lösen zu können. Doch der Willisauer coacht relativiert die Titelambitionen: "Alles was jetzt noch kommt, ist für uns Zugabe."
Schattdorfs Trainer Michael Jauch, der sich infolge kleiner Blessuren schonte, zeigte sich mit dem Kampfgeist seiner Mannschaft zufrieden und freute sich schelmisch über den Schultersieg von Ruedi Appert. Für den Bronzekampf gegen Kriessern an den nächsten zwei Sonntagen ist er zuversichtlich. "Wir glauben an die Medaille."

Fahrige Hergiswiler
Nicht mit letzter Konsequenz kämpfte Hergiswil in seinem Halbfinal-Rückkampf in Kriessern. Dies zeigte sich schon bei der Aufstellung und setzte sich auf der Matte fort. Obwohl die Freiburger Leichtgewichtsverstärkung Pascal Jungo bis 61 kg Freistil völlig überraschend vorzeitig gegen Christoph Wittenwiler verlor, lagen die Napf-Ringer zur Pause 11:7 vorne. Dazu trug auch Schwingereidgenosse Martin Suppiger seinen Anteil bei. Bis 130 kg Freistil besiegte er wie im Hinkampf Sandro Moser sicher, diesmal 10:2. Als nach der Pause Thomas Suppiger seinen Kampf bis 86 kg Freistil für sich entschied, war der Halbfinal zugunsten von Hergiswil entschieden. Kriessern wendete danach den Rückstand von 8:14 mit vier Siegen, darunter drei 4:0-Entscheidungen, auf 22:15. Für die 600 Zuschauer stimmte somit immerhin das Resultat an diesem Abend, nicht jedoch der Halbfinalausgang.

Einsiedeln zittert
Knapper als allgemein angenommen gewann Einsiedeln den Hinkampf gegen B-Meister Brunnen. Der letztklassierte der höchsten Liga beklagte vor allem in den beiden untersten Gewichtsklassen zu wenig Zählbares. Bis 130 kg Greco erfüllte dagegen Sven Neyer seine Aufgabe mit einem 14:6-Punktesieg über Ringer-Schwinger Martin Steiner. Nicht zum Einsatz kam bei Brunnen Franz Föhn. Der 19:17-Erfolg für die Klosterdörfler lässt Brunnen für den Rückkampf zu Hause die Chance offen, mit einer Topleistung nach zwei Jahren Unterbruch in die oberste Klasse zurück zu kehren.

(wr)
 

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