Freiämter Ringer ohrfeigen Einsiedeln

Im Halbfinalhinkampf erteilte die Ringerstaffel Freiamt der Ringerriege Einsiedeln eine Lektion in Sachen Effizienz. Nach dem 27:8-Auswärtssieg ist der Rückkampf wohl nur noch Formsache. Im anderen Halbfinalduell gewann Titelverteidiger und Qualifikationssieger Willisau in Kriessern ohne bestmögliche Besetzung 21:15. Damit zeichnet sich der erwartete Final zwischen den Luzernern und den Aargauer ab - sofern die zweite Coronawelle nicht in den nächsten Tagen einen vorzeitigen Schlussstrich unter die Meisterschaft zieht.
Im Schwergewichtskampf bis 130 kg Greco stand Freiamts Ringerschwinger Roman Zurfluh (oben) gegen Sven Neyer mit einer geschickten Kontertaktik einem Schultersieg nahe; schliesslich gewann er aber "nur" mit 6:4 Wertungspunkten. (Foto: wr)

Einsiedelns ambitionierter Trainer Urs Bürgler verschwand nach der schallenden Ohrfeige der Freiämter Ringer eiligst aus der Halle und war für einen Kommentar zur unerwartet deutlichen Schlappe nicht mehr zu sprechen. Gegenüber Freiamts Trainer Marcel Leutert klagte er über eine Benachteilung durch das Kampfrichtertrio, das sich von beiden Parteien einige Kritik während des Matchs gefallen lassen musste. Doch die Freiämter fühlten sich keineswegs bevorteilt, denn der jeweilige Mattenkampfrichter hätte durchaus zwei Schultersiege für die Aargauer Gäste abklopfen können.
Eine Unterstützung durch die Unparteischen hatte Freiamt aber gar nicht nötig. Von Beginn weg gaben die Gäste den Klosterdörflern den Tarif bekannt. Freiamts Ringerschwinger Roman Zurfluh ging gegen den favorisierten Sven Neyer bis 130 kg Greco trotz körperlichem Nachteil mit einer Standschleuder 4:1 in Führung und setzte sich schliesslich nervenstark 6:4 durch, wobei er in einer Szene gar einem Schultersieg nahe stand. So legten die Freiämter mit 16:3 Mannschaftspunkten eine nahezu perfekte erste Hälfte hin. Aber auch in der zweiten Hälfte hatte Einsiedeln wenig zu jubeln. Erst der achte Einzelkampf ging endlich an das Heimteam. "Das war geil, eine Topleistung der ganzen Mannschaft", schwärmte Marcel Leutert am Ende nach acht Einzelsiegen und zwei knappen Niederlagen.

Obwohl Willisau auch im Halbfinal immer noch nicht alle verfügbaren Kräfte mobilisierte, reichte die Aufstellung in Kriessern zu einem sicheren Sieg. Allerdings gewann der Meister nur fünf von zehn Einzelkämpfen. Dank 4:2 vorzeitigen Siegen entschieden die Gäste aber die unterhaltsame Begegnung für sich. Aus Kriessener Sicht war der 4:2-Punktesieg von Marc Dietsche gegen Nationalkaderkollege Tobias Portmann bis 75 kg Freistil der Höhepunkt des Abends. ENST-Sieger Yanik Bucher war bis 86 kg Greco gegen Kriesserns Altinternationalen Damian Dietsche überfordert. Er verlor vorzeitig 4:19.

Halbfinal. Hinkämpfe
Kriessern - Willisau 15:21 (7:11)
Einsiedeln - Freiamt 8:27 (3:16)

Halbfinal. Rückkämpfe (Samstag, 31. Oktober, je 20 Uhr)
Willisau - Kriessern (BBZ Willisau)
Freiamt - Einsiedeln (Bachmatten Muri)

Im Artikel erwähnt: 

Wolfgang Rytz

Redaktion

Kommentare