Geisterhafter 24:16-Sieg für Freiamt

Die Ringerstaffel Freiamt hat sich erwartungsgemäss für den Final gegen Willisau qualifiziert. Im Halbfinal-Geisterkampf zu Hause gegen Einsiedeln gewannen die Aargauer 24:16. Titelverteidiger Willisau zieht kampflos in das entscheidende Duell gegen Freiamt ein.
Im Freistilduell bis 130 kg zwischen zwei Schwingerspezialisten gewann Freiamts Roman Zurfluh (links) gegen den für Einsiedeln kämpfenden Rothenthurmer Martin Grab junior mittels Schultersieg. (Foto: wr)

Erstmals in der Neuzeit der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen kams coronabedingt zu einem Geisterkampf ohne Zuschauer. Weil zwischen Freiamt und Einsiedeln nach dem 27:8-Sieg der Aargauer im Halbfinal-Hinkampf auch jegliche Spannung fehlte, entwickelte sich ein wahrlich geisterhafter Match. Beide Teams traten nicht in Bestbesetzung an. Die Schwyzer schickten ein Alibiteam auf die Matte, und auch bei Freiamt fehlten mehrere Leistungsträger.

Dadurch verlief die Begegnung auf bescheidenem Niveau. Der 12:8-Halbzeitstand für Freiamt entsprach den Erwartungen. Bei seiner Nationalliga-A-Premiere war der 21-jährige Martin Grab junior trotz klarem Gewichtsvorteil in der Klasse bis 130 kg Freistil überfordert. Obwohl Greco-Spezialist Roman Zurfluh für einmal in der freien Stilart kämpfte, punktete er gegen den jungen Schwingerkollegen immer wieder mit dem Oberarm-Oberschenkel-Wurf. Nach nur 69 Sekunden schulterte der Oberfreiämter den Rothenthurmer schliesslich beim Stande von 16:0.

Randy Vocks Schulterniederlage
Nach der Pause bäumten sich die mehrheitlich jungen Einsiedler Ringer gegen die drohende Kanterniederlage auf. Für den Exploit des Abends sorgte der einzige Vertreter aus dem Neyer-Clan, Lars. Beim Stande von 0:14 gegen den ehemaligen Freiämter Internationalen Randy Vock überstieg er diesen im Bodenkampf und fixierte ihn auf dem Rücken. Dank Überlegenheitssiegen von Marc Weber, Pascal Strebel und Joel Meier wendete Freiamt aber das Blatt von 12:16 auf 24:16. 

"Das war nichts", befand Einsiedelns Coach Sven Neyer, der den ferienabwesenden Trainer Urs Bürgler ersetzte, trotz der ansprechenden Vorstellung. "Bei 19 Punkten Rückstand aus dem ersten Halbfinal war unsere Situation aussichtslos; und ohne Publikum erlebten wir eher einen Testkampf." Auf der Gegenseite sprach Freiamts Trainer Marcel Leutert zwar von einem "harzigen Abend", doch sei diese Begegnung trotzdem wichtig gewesen. "Ohne Spannung und Zuschauer war es schwierig, die richtige Einstellung zu finden. Aber dieser Kampf hilft uns für das Finalduell gegen Willisau."

Dieses beginnt am nächsten Samstag um 19 Uhr in Muri. Der Rückkampf folgt eine Woche später zur gleichen Zeit erneut ohne Publikum in Willisau. Stattdessen können die beiden Begegnungen in einem kostenpflichtigen Livestream verfolgt werden.

Link zum Livestream: www.crowdcast.io/swisswrestling 

 

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Wolfgang Rytz

Redaktion

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