Ringen NLA: Hergiswil ist Schweizer Meister

Die Ringerriege Hergiswil hat zum zweiten Mal in Folge den Schweizer Mannschaftsmeistertitel gewonnen. Die Luzerner Hinterländer fegten Kriessern im zweiten Finalkampf regelrecht von der Matte.
Hergiswil holte sich wie schon im Vorjahr den Titel bei der Mannschaftsmeisterschaft der Ringer.

Im ersten Finalduell in Willisau hatten die Ringer vom Fusse des Napfs bei ihrem 21:19-Sieg noch das Glück des Tüchtigen benötigt. Das war ein Schuss vor den Bug des Meisters. Hergiswil reagierte mit dem Comeback von Patrick Stadelmann. Der Greco-Internationale hatte sich im März einer Kreuzbandoperation unterzogen. Dagegen verzichtete Kriessern auf den Einsatz des angeschlagenen Jokers Mario Baumgartner, und bis 55 kg Greco gab Patrik Bättig forfait.

Frühzeitige Entscheidung
Diese Hypotheken wogen für die St. Galler Rheintaler zu schwer. Der Hergiswiler Meisterexpress nahm sofort Fahrt auf. Schwingerspezialist Martin Suppiger hielt Sandro Moser souverän auf Distanz und siegte mit 4:0-Wertungspunkten. Damit kippte das Momentum vollends auf die Luzerner Seite. Als sich Akos Korica für die Niederlage eine Woche zuvor gegen Philipp Hutter revanchierte und bei 2:2 Punkten das Glück auf seiner Seite hatte, war das zweite Finalduell schon so gut wie entschieden. Patrick Stadelmann liess seine Klasse trotz zehnmonatiger Verletzungspause aufblitzen und besiegte David Hungerbühler durch technische Überlegenheit. Beim Stand von 15:4 war die Spannung vor 1360 lautstarken Zuschauern schon zur Pause der Gewissheit gewichen, dass Hergiswil bei der fünften Finalteilnahme in Serie den zweiten Meistertitel feiern wird.

Alle offenen Kämpfe gewonnen
In der zweiten Hälfte setzte sich Benno Jungo, die zweite Freiburger Verstärkung nebst Pascal Jungo bei den Napf-Ringern, mit 9:4 Wertungspunkten gegen Mirco Moser durch. Damit gewann Hergiswil an diesem Abend in den oberen Gewichtsklassen alle offen scheinenden Kämpfe. Auch der Zuzug von Yves Neyer nützte Kriessern wenig. Der Einsiedler verlor bis 74 kg Freistil gegen Alen Kacinari im unbedeutenden letzten Mattenkampf 10:15. Zuvor hatte Thomas Suppiger nochmals brilliert. Der Supertechniker, der in diesem Herbst auch den Schweizer Meistertitel im Nationalturnen erobert hatte, wirbelte bis 84 kg Greco Jürg Hutter mit zwei verkehrten Aushebern durch die Luft und schraubte seine überragende Einzelbilanz im 13. Einsatz auf 51:1 Mannschaftspunkte.

„Schönerer zweiter Titel“
Hergiswils neuer Präsident Daniel Stadelmann sprach nach der Glanzvorstellung in der Ostschweiz inmitten der lautstark feiernden Fangemeinde von einem noch schöneren zweiten Meistertitel. „Vor einem Jahr standen wir so sehr unter Druck, dass wir den Erfolg gar nicht richtig geniessen konnten.“ Kriessern muss sich vorwerfen lassen, die Kampfkraft und Finalroutine des Titelverteidiger unterschätzt zu haben. Den St. Galler Rheintalern fehlte im zweiten Duell der absolute Wille, die Hergiswiler Kampfkraft zu durchbrechen.

Unter dem Strich verlor die Schweizer Ringerszene eine Finalissimo. Ausserdem entgingen den beiden Vereinen und dem Verband viel Geld. Hergiswil ists egal. Zurzeit sind die Napf-Ringer das Mass aller Dinge. Dies stellten sie in Widnau eindrücklich unter Beweis. „Nur kein dritter Kampf, dann kann alles passieren“, begründete Sportchef Thomas Flückiger die Entschlossenheit seiner Ringer.

Resultate 2. Duell: Kriessern - Hergiswil 14:25
55 kg Greco: Patrik Bättig - Thomas Wisler 0:4
60 kg Freistil: Thomas Wild - Pascal Jungo 3:1
66 kg Greco: Stefan Hungerbühler - Patrick Stadelmann 0:4
66 kg Freistil: Steven Graf - Marco Hodel 4:0
74 kg Greco: Damian Dietsche - Raphael Kaufmann 4:0
74 kg Freistil: Yves Neyer - Alen Kacinari 1:3
84 kg Greco: Jürg Hutter - Thomas Suppiger 0:4
84 kg Freistil: Mirco Moser - Benno Jungo 1:3
96 kg Greco: Philipp Hutter - Korica Akos 1:3
120 kg Freistil: Sandro Moser - Martin Suppiger 0:3

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