Saison der Ringer ist unterbrochen

Die am Mittwoch verschärften Coronaschutzmassnahmen bringen auch die Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zum Stillstand. Der nationale Verband Swiss Wrestling hat die Saison vorerst unterbrochen. Die Situation lässt aber kaum auf eine Fortsetzung hoffen.
Die Freiämter Ringerfans freuten sich im ersten Halbfinalkampf in Einsiedeln über den 27:8-Triumph ihres Teams, doch jetzt geht die Meisterschaft nicht mehr weiter. (Foto: wr)

Der Ligachef von Swiss Wrestling, Gabriel Christen, sagt zur aktuellen Lage: "Wir haben die Meisterschaft bewusst unterbrochen und nicht abgebrochen." Verbandspräsident Werner Bossert will zwei Wochen abwarten, bevor über das weitere Vorgehen entschieden werden soll. Vor Meisterschaftsbeginn haben die vier verbliebenen Nationalliga-A-Vereine bewusst darauf verzichtet, bei einem vorzeitigen Saisonende den Meister und die Medaillengewinner aufgrund der Qualifikation zu küren. "Die Vereine und der Verband waren sich einig, dass der Meister wie üblich in einem Final ermittelt werden soll.", erklärt Bossert. Auch er ist wie die gesamte Ringerfamilie unglücklich mit der Situation, reagiert aber wie die Mehrheit gefasst. Schon am letzten Wochenende bei den Halbfinalhinkämpfen mit Siegen von Titelverteidiger Willisau (gegen Kriessern) und dem ambitionierten Herausforderer Freiamt (gegen Einsiedeln) waren sich die Teams bewusst, dass wohl Mitte dieser Woche der Stecker für Zweikampfsportarten gezogen wird. "Das ist für die Meisteranwärter Willisau und Freiamt eine schwierige und deprimierende Situation", weiss der Willisauer Werner Bossert. Aber es gehe dem Ringen wie anderen Sportarten.

Kaum eine Verschiebung ins nächste Jahr
Wie es genau weitergeht, kann und will zurzeit niemand sagen. Allerdings spricht wenig für eine Fortsetzung der Mannschaftsmeisterschaft im Ringen. Bis Ende Jahr ist nur schon an einen geordneten Trainingsbetrieb nicht zu denken. Entsprechend käme eine Meisterschaftsentscheidung frühestens im März oder April in Frage. "Das ist für die Mannschaftsmeisterschaft zu spät", sagt beispielsweise Freiamts Präsident Nicola Küng. Im Frühjahr konzentrieren sich die Ringer auf Einzelturniere und -meisterschaften. Stattdessen spricht Ligachef Gabriel Christen bereits davon, dass er bald mit der Planung einer normalen Mannschaftsmeisterschaft 2021 beginnen werde. Immerhin kann der Ringsport für sich in Anspruch nehmen, dass dank gutem Schutzkonzept für die Mannschaftsmeisterschaft kein einziger Coronafall aufgetreten ist.

Wolfgang Rytz

Redaktion

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