Schattdorf entzauberte Meister Freiamt

In der achten Runde der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen ist eine Vorentscheidung gefallen. Schweizer Meister Freiamt hat nach der Niederlage gegen Schattdorf nur noch theoretische Chancen auf eine Halbfinalqualifikation. Hingegen stehen die Urner vor ihrer ersten Halbfinalteilnahme. Mit dem 22:16-Derbysieg gegen Rivale Hergiswil hat sich Willisau praktisch den 2. Qualifikationsrang hinter Kriessern gesichert.
Schattdorfs Trainer Michael Jauch (links) besiegte bis 97 kg Greco den Freiämter Manuel Stierli 6:0 und steuerte damit 3:0 Mannschaftspunkte bei. (Foto: wr)

Schweizer Meister Freiamt erlebte trotz starker Aufstellung das zweite Debakel innert Wochenfrist. Nach der Heimniederlage gegen Hergiswil genügte die taktische und ringerische Leistung auch in Schattdorf nicht für einen Mannschaftssieg. Schlimmer noch: Durch die 18:15-Niederlage im Urnerland ging auch die Vorrundenreserve von zwei Punkten gegen Schattdorf flöten. "Nun hilft uns nur noch ein Ringerwunder", hat auch Freiamts Trainer Thomas Murer erkannt, dass die Halbfinalqualifikation mit grösster Wahrscheinlichkeit entglitten ist. Nur zwei Siege in den verbleibenden zwei Runden gegen die Topteams Kriessern und Willisau könnten noch helfen, wenn entweder Schattdorf oder Hergiswil zweimal verliert. Realistischerweise dürfte Freiamt die schlechteste Klassierung seit 27 Jahren erreichen. Seit dem Wiederaufstieg 1988 in die Nationalliga A war Freiamt nie schlechter als auf Rang 4 klassiert.

Schattdorf siegeshungriger und taktisch geschickter
Meister Freiamt fühlte sich in Schattdorf siegessicher und erlebte insbesondere in der zweiten Hälfte sein blaues Wunder. Die Urner witterten die Chance und gewannen nach der Pause überraschend vier von fünf Einzelkämpfen. Als "Fighter des Abends" kürte Gastgeber Schattdorf die Brunner Verstärkung Ruedi Appert, der Nationaltrainer Andrey Malzew bis 80 kg Greco nach umstrittenen Kampfrichterentscheidungen 7:1 schlug. Wichtig war aber auch der 10:3-Punktesieg von Bence Dvorak bei seinem ersten Saisonkampf gegen Freiamts Präsidenten Sandro Vollenweider. Damit wendete sich das Blatt zugunsten von Schattdorf, die danach über sich hinauswuchsen und in jedem Kampf das Optimum herausholten. "Mit diesem Team, das heute eine kämpferische Topleistung gezeigt hat, haben wir den Halbfinal verdient", strahlte Trainer Michael Jauch, der in seinem Duell bis 97 kg Greco gegen Manuel Stierli in der ersten Hälfte des Abends mit 6:0 ebenfalls eine vorzügliche Leistung gezeigt hatte.

Willisauer Revanche
Definitiv einen Gang höher geschaltet hat Willisau. Mit einer starken Aufstellung hielt der Meisteranwärter den Luzerner Hinterländer Rivalen Hergiswil sicher 22:16 auf Distanz. Nach fünf Siegen steckte Schwingereidgenosse Martin Suppiger gegen Willisaus Internationalen Marco Riesen bis 130 kg Freistil seine erste Saisonniederlage ein. Nicht mit letzter Konsequenz bei der Sache war Leader Kriessern in Einsiedeln. Beinahe wäre deshalb den letztplatzierten Klosterdörflern nach dem Exploit gegen Willisau eine weitere Überraschung gelungen. Am Schluss gewannen die St. Galler Rheintaler nur 19:18.

(wr)

7. Runde
Einsiedeln - Kriessern 18:19
Willisau - Hergiswil 22:16
Schattdorf - Freiamt 18:15

Rangliste (je 8 Kämpfe)
1. Kriessern 14 (169:124)
2. Willisau 10 (167:115)
3. Hergiswil 8 (151:149)
3. Schattdorf 8 (130:146)
5. Freiamt 6 (144:152)
6. Einsiedeln 2 (114:189)

 

 

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