Vorentscheidung um Halbfinal

Einsiedeln ist in dieser Woche der Befreiungsschlag gelungen. Einerseits gewann das Team von Trainer Urs Bürgler hauchdünn in Schattdorf, ausserdem erhielten sie am grünen Tisch einen Sieg gegen Willisau gutgeschrieben. Dadurch kann Schattdorf nicht mehr aus eigener Kraft den Halbfinal erreichen.
Junioren-Vizeweltmeister Ramon Betschart (rechts) liess sich im Team von Kriessern von der Kampfkraft des Freiämters Marc Weber nicht beeindrucken und setzte sich souverän 15:0 durch. (Foto: wr)

Weil der Bulgare Delian Alishahi mit Einsätzen in seinem und für sein Heimatland gegen die Regeln der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft verstiess, wurden seine bisherigen drei Siege für Willisau in Niederlagen umgewandelt. Dadurch gelangte Einsiedeln unerwartet zu einem Sieg am grünen Tisch gegen den Leader. Die Luzerner liegen zwar weiterhin unangefochten an der Spitze, doch wird dadurch der Kampf um den vierten Halbfinalplatz wesentlich beeinflusst.
Einsiedeln witterte Morgenluft und lieferte Schattdorf in der siebten Runde in der voraussichtlich entscheidenden Begegnung um Rang 4 einen aufopfernden Kampf. Im letzten Mattenduell gings zwischen der welschen Verstärkung für Schattdorf, Kim Besse, und Einsiedelns Jan Neyer extrem spannend zu und her. Besse hätte beim Stand von 6:2 nur einen Wertungspunkt mehr benötigt, um wenigstens ein 18:18-Mannschaftsresultat zu holen. Aber Jan Neyer rettete sich mit einer Differenz von vier Punkten über die Zeit, womit Einsiedeln 18:17 gewann. Nun liegen die Klosterdörfler vorentscheidend vier Punkte vor Schattdorf. Bei den Urnern schulterte der ehemalige Kranzschwinger Michael Jauch den starken Einsiedler Sven Neyer, hingegen blieb der aktuelle Kranzschwinger Elias Kempf gegen den Ukrainer Andry Vysar beim 0:16 chancenlos.

Kriessern unter Zugzwang
Durch die Niederlage Kriesserns in Freiamt befindet sich nun der Titelverteidiger unter Druck. Aber die St. Galler Reinthaler können die Weichen schon in zwei Wochen im Direktduell gegen Einsiedeln auch Richtung Halbfinal stellen. Das Team von Hugo Dietsche bäumte sich zwar gegen die erstarkten Aargauer in der zweiten Hälfte auf, doch die Substanz im Team genügte an diesem Abend nicht für einen Erfolg. Entsprechend steht Freiamt schon mit eineinhalb Beinen im Halbfinal.
Willisau kam beim Derby in Hergiswil zur Pause ins Zittern. Der Leader handelte sich in den ersten fünf Kämpfen eine 8:12 Hypothek ein. Hergiswils Schwinger Toni Kurmann schnappte sich gegen WM-Teilnehmer Stefan Reichmuth überraschend einen Punkt. Obwohl Kranzschwinger Thomas Suppiger in der zweiten Hälfte den Willisauer Reto Reichmuth 15:0 auspunktete, reichte es für den Tabellenletzten nicht zu Zählbarem. Allerdings stand der letzten Mattenkampf beim Stande von 17:18 auf der Kippe. Doch Philippe Kunz verlor gegen Mirco Studer 2:3, womit sich Willisau einen 20:18-Derbysieg erzitterte. Nach der Niederlage am grünen Tisch liegt der Leader jetzt noch drei Zähler vor Freiamt.

Nationalliga A, 7. Runde
Schattdorf - Einsiedeln 17:18 (8:10)
Freiamt - Kriessern 20:17 (14:5)
Hergiswil - Willisau Lions 18:20 (12:8)

Rangliste (je 7 Kämpfe)
1. Willisau 12 (144:110)
2. Freiamt 9 (149:106)
3. Einsiedeln 8 (110:140)
4. Kriessern 7 (148:119)
5. Schattdorf 4 (114:140)
6. Hergiswil 2 (102:152)

8. Runde (Samstag, 27. Oktober, je 20 Uhr)
Willisau Lions - Schattdorf
Ensiedeln - Kriessern
Freiamt - Hergiswil

Wolfgang Rytz

Redaktion

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