Willisau ist Vorrundensieger

In der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft der Ringer liess sich Meisteranwärter Willisau von Freiamt nicht ins Bockshorn jagen. Dank eines 21:14-Sieges sind die Luzerner Vorrundensieger der Qualifikation. Auf Platz 2 ist sich Titelverteidiger Kriessern der Halbfinalqualifikation schon fast sicher. Dahinter gelang Hergiswil mit einem überraschenden Sieg in Einsiedeln der Anschluss an die Halbfinalplätze. Auch die Freiämter müssen sich nach dem Taucher in Willisau plötzlich in Acht nehmen.
Ringerschwinger Thomas Suppiger (rechts, hier im Kampf gegen den Freiämter Marc Weber) ist für Hergiswil eine wichtige Stütze; gegen Einsiedeln besiegte er bis 97 kg Freistil Sven Neyer 6:2. (Foto: wr)

Damit hatte niemand gerechnet, aber Hergiswil glaubte in Einsiedeln an die Überraschung. Die Klosterdörfler unter der Leitung von Urs Bürgler zeigten sich in der ersten Matchhälfte stilsicher und führten zur Pause 9:7. Danach sprach nicht mehr viel für Hergiswil. Doch die Ringer vom Fusse des Napfs kämpften hartnäckig und lagen nach acht von zehn Mattenduellen gleichauf. Vor dem letzen Fight führte Einsiedeln 16:14. Der Walliser Doppellizenzringer Isa Usupow sollte die Sache nun heimbringen. Zielstrebig holte er gegen den Hergiswiler Patrick Kunz Wertung um Wertung bis er 14:0 führte. Dann konterte Kunz jedoch einen nächsten Usupow-Angriff und schulterte den Walliser sensationell. So feierten die Hergiswiler Gäste einen unerwarteten 18:16-Auswärtssieg. Damit haben die Napf-Ringer einen grossen Schritt Richtung Ligaerhalt getan. Mehr noch: Jetzt können sie gar die punktgleichen Einsiedeln und Freiamt im Kampf um den dritten und vierten Halbfinalplatz beunruhigen. Sportchef Marco Hodel nennt als Erfolgsgrund den neuen Trainer Thomas Röthlisberger. "Er ist Gold wert für uns, er versteht unsere Mentalität und weiss, was wir im Training brauchen. Körperlich sind wir wieder gut zwäg."

Freiämter Strohfeuer
Weiterhin stark ersatzgeschwächt treten die Freiämter Ringer an. In Willisau schnupperten die Aargauer zwar bis zur Pause mit einer 11:6-Führung an der Überraschung, doch in der zweiten Hälfte gewann der Meisteranwärter alle fünf Mattenduelle und verwandelte den Fünfpunkterückstand in einen 21:14-Sieg. Da half auch der 9:4-Punktesieg bis 130 kg Greco von Ringerschwinger Roman Zurfluh gegen Dominik Bossert nicht weiter.

Chancenlos blieb Schattdorf bei Meister Kriessern. Nach einer ansprechenden ersten Halbzeit und einem Stand von 12:7 für die St. Galler Rheintaler gingen die Urner nach der Pause 0:19 unter. Bei Schattdorf verlor Ringerschwinger Andi Murer bis 97 kg Freistil gegen Jürg Hutter mit 0:11 Wertungspunkten.

Somit stehen die Willisau Lions nach der Hälfte der Qualifikation mit 9 Punkten vor Kriessern (8) an der Spitze. Dahinter liefern sich Einsiedeln, Freiamt und Hergiswil mit je 4 Punkten einen überraschenden Dreikampf um die zwei weiteren Halbfinalplätze. Schattdorf scheint mit nur einem Punkt schon halbwegs gesetzt für die Barrage gegen den NLB-Meister.

Nationalliga A, 5. Runde
Einsiedeln - Hergiswil 16:18 (9:7)
Willisau Lions - Freiamt 21:14 (6:11)
Kriessern - Schattdorf 31:7 (12:7)

Rangliste nach der Vorrunde (je 5 Kämpfe)
1. Willisau 9 (125:61)
2. Kriessern 8 (114:74)
3. Einsiedeln 4 (88:91)
4. Freiamt 4 (90:87)
5. Hergiswil 4 (68:109)
6. Schattdorf 1 (61:124)

6. Runde (12. Oktober, je 20 Uhr)
Hergiswil - Freiamt
Einsiedeln - Schattdorf
Willisau Lions - Kriessern 

Im Artikel erwähnt: 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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