Willisau souverän, Einsiedeln überraschend

In der vierten Runde der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen zeigten die Willisau Lions den Freiämtern auch im Rückkampf den Meister mit 19:14. Im Schatten dieses Spitzenkampfs sorgte Einsiedeln für eine überraschende Wende. Die Schwyzer deklassierten die ersatzgeschwächten Kriessener zu Hause 23:13. Damit sind die St. Galler Rheintaler auf den 4. Platz abgerutscht, womit ihnen der Halbfinal gegen Willisau droht.
Der letztjährige Willisauer WM-Medaillengewinner Stefan Reichmuth (blaues Dress) zerzauste Freiamts Russen Magomed Aischkanow 14:2. (Foto: wr)

Die Willisau Lions machten auch im Freiamt keine Geschenke. Erneut nominierte Trainer Thomas Bucheli eine starke Formation, gegen die Freiamt nur in Bestbesetzung hätte bestehen können. Aber auch Willisau verfügt noch über Reserven. Trotzdem bekamen die Aargauer erneut ihre Grenzen aufgezeigt. Wiederum erlitten Freiamts Teamstützen Randy Vock, Pascal Strebel und Magomed Aischkanow empfindliche Niederlagen. Trainer Marcel Leutert haderte jedoch mit dem Unparteiischen, der nicht seinen besten Tag erwischte. "Richtig hätten wir diesen Match gewonnen, denn Michael Portmann lag gegen Joel Meier mehrere Sekunden platt auf dem Rücken", ärgerte sich Leutert. Ausserdem habe der Kampfrichter die passive Kampfweise mehrerer Willisauer nicht bestraft.
Wohl beanspruchte Willisau teilweise die Gunst des Unparteiischen, aber unter dem Strich bleibt ein ringerisches und athletisches Übergewicht des Meisters. Laut Bucheli ist die Absicht, den Heimsieg auf dieselbe Weise zu bestätigen, gelungen. "Das war eine reife Leistung von allen", lobte Bucheli die ganze Mannschaft. "Jetzt müsse wir diese Leistung bis zum Saisonschluss durchziehen. Auf der Gegenseite gestand Marcel Leutert ein, dass der Rückkampf "nicht so gedacht" gewesen sei. Aber er habe erneut einige Varianten in der Aufstellung getestet. "So schlecht war unsere Leistung nicht, und wir wurden vom Kampfrichter ja sicher nicht bevorteilt."

Einsiedeln nützte Gunst der Stunde
Kriessern trat zum Rückkampf mit einer 9-Punkte-Reserve an und schonte Leistungsträger wie Sergey Sirenko oder Marc Dietsche. Dazu ist Ramon Betschart weiterhin verletzt. So zeichnete sich der klare Einsiedler Heimsieg schon zur Pause deutlich ab. Die Mannschaft von Trainer Urs Bürgler führte nach fünf von zehn Mattenduellen bereits 15:4. Der erstmals eingesetzte Ukrainer Alexander Golin und Michel Schönbächler feierten Schultersiege, der dritte Leichtgewichter, Lars Neyer, gewann durch technische Überlegenheit ebenfalls vorzeitig.Da wog auch die überraschend klare Punkteniederlage bis 97 kg Greco von Sven Neyer gegen Damian Dietsche nicht allzu schwer.
Die zweite Hälfte gestaltete Kriessern offen. Weil Einsiedeln aber dank Yves Neyers 16:0-Punktesieg zum Abschluss doch 23:13 triumphierte, war die Differenz aus dem Hinkampf wettgemacht. So liegen nun die Schwyzer auf Rang 3 und können sich gute Hoffnungen machen, im Halbfinal Freiamt herauszufordern. 

4. Runde Schweizer Mannschaftsmeisterschaft
Freiamt - Willisau Lions 14:19 (9:7)
Einsiedeln - Kriessern 23:13 (15:4)

Rangliste (je 4 Kämpfe)
1. Willisau Lions 8 (81:57)
2. Freiamt 4 (78:59)
3. Einsiedeln 2 (63:81)
4. Kriessern 2 (60:82)

5. Runde (Samstag, 3. Oktober, je 20 Uhr)
Willisau Lions - Kriessern
Freiamt - Einsiedeln

 

 
 

 

Wolfgang Rytz

Redaktion

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