Willisau und Hergiswil gewinnen Ringerkrimi

In der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft im Ringen haben sich Willisau gegen Leader Kriessern und Hergiswil gegen Meister Freiamt leicht überraschend auswärts je 19:18 durchgesetzt. Vor allem im Aargau spielte sich ein Ringerkrimi der Extraklasse ab. Im Abstiegskampf gewann Schattdorf auch den Rückkampf gegen Einsiedeln deutlich, womit die Klosterdörfler wohl erneut das Auf-/Abstiegsduell gegen den Nationalliga-B-Meister bestreiten müssen.
Die Schulterniederlage von Yanick Klausner (unten) im Schwingerduell gegen Martin Suppiger erwies sich in der turbulenten Schlussphase zwischen Freiamt und Hergiswil fatal für die Aargauer. (Foto: wr)

Dank ihrer knappen Siege im siebten von zehn Qualifikationsdurchgängen befinden sich Willisau und Hergiswil auf gutem Weg zur Halbfinalqualifikation. Hingegen zittert Meister Freiamt nach dem ärgerlichen Taucher gegen Hergiswil wieder mehr. Am nächsten Samstag kommts zum vorentscheidenden Duell zwischen den punktgleichen Freiamt und Schattdorf. Der Sieger steht dann ebenfalls mit einem Bein im Halbfinal.

Trotz überraschend starker Aufstellung von Freiamt lachte zuletzt Hergiswil. Die Überraschung mit dem Comeback von Freistilspezialist Alen Kacinari war bis 74 kg matchentscheidend. Im letzten der zehn Einzelkämpfe sprach der welsche Kampfrichter neun Sekunden vor Ablauf der Zeit beim Stande von 3:1 für Kacinari die dritte Verwarnung gegen Greco-Olympiaringer Pascal Strebel aus. Der ebenso mutige wie umstrittene Entscheid führte zur Disqualifikation Strebels, womit Hergiswil das Blatt von 15:18 auf 19:18 wendete. Mit einer besseren Taktik hätte Strebel jedoch den Mannschaftssieg problemlos über die Zeit retten können. Ebenso fiel die Schulterniederlage von Yanick Klausner in der letzten Minute im Schwingerduell gegen Martin Suppiger ins Gewicht. Ausserdem verursachten im Lager der Aargauer auch Teamstütze Randy Vock und Altmeister Andrey Malzew vermeidbare Punkteverluste. Unter dem Strich lag also Freiamts Problem nicht beim Kampfrichter, sondern in zuvielen kleinen Unzulänglichkeiten. "Jetzt müssen wir eben Schattdorf auf jeden Fall schlagen", fordert Trainer Thomas Murer.

Schattdorf souverän
Freiamt muss am nächsten Samstag in Schattdorf auf der Hut sein. Die Urner setzten sich gegen Einsiedeln auch im Rückkampf souverän durch. Sie gewannen sieben der zehn Einzelkämpfe, was zu einem ungefährdeten Mannschaftserfolg von 20:12 führte. Im Schwingerduell bis 130 kg Freistil gewann Schattdorfs Trainer Michael Jauch gegen Michael Hess mit 12:3 Wertungspunkten. Hingegen verlor der zweite Schwinger bei den Urnern, Elias Kempf, bis 97 kg Greco, gegen Sven Neyer 0:15.

Willisau musste auf die gesundheitlich angeschlagenen Gebrüder Stefan und Andreas Reichmuth verzichten. Stattdessen kehrte Olympia-Anwärter Marco Riesen ins Team zurück und schlug im Duell zweier Internationaler Kriesserns Philipp Hutter 7:4. Im 80-kg-Greco-Duell zweier weiterer Internationaler gewann Willisaus Jonas Bossert gegen Damian Dietsche 7:1. Willisaus Pausenführung von 13:4 dank Vorteilen in den obersten und untersten Gewichtsklassen erwies sich in der zweiten Hälfte als zu grosse Hypothek für die St. Galler Rheintaler. Zuletzt gewann der überraschend bis 74 kg Freistil eingesetzte Kriessener David Hungerbühler wohl mit 17:2 Wertungspunkten gegen Roger Junker, doch dies ergab "nur" 4:1 Mannschaftspunkte, womit Willisau den 19:18-Auswärtssieg rettete. Am nächsten Samstag treffen Willisau und Hergiswil aufeinander. Der Sieger des brisanten Luzerner Hinterländer Derbys steht so gut wie sicher im Halbfinal.

(wr)

Resultate und Rangliste 
Kriessern - Willisau 18:19
Freiamt - Hergiswil 18:19
Schattdorf - Einsiedeln 20:12

1. Kriessern 7/12 (150:106)
2. Willisau 7/8 (145:99)
3. Hergiswil 7/8 (135:127)
4. Freiamt 7/6 (129:134)
5. Schattdorf 7/6 (112:131)
6. Einsiedeln 7/2 (96:170)

 

 

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