Willisau wendete das Blatt nach 6:9-Rückstand

Die Willisauer Ringer haben sich im ersten Final der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft trotz schwachem Beginn 18:13 gegen Hergiswil durchgesetzt. Schwingereidgenosse Martin Suppiger wäre für Hergiswil beinahe eine Überraschung gelungen. Er verlor gegen den Internationalen Marco Riesen nach umstrittenen Wertungspunkten nur 1:3.
Martin Suppiger (rechts) setzte den Willisauer Freistil-Internationalen Marco Riesen unter Druck und verlor im ersten Finalduell unglücklich 1:3. (Foto: wr)

Willisaus Cheftrainer Thomas Bucheli wehrte sich gegen die Formulierung "Sieg mit dem Rechenschieber". Aber der Rekordmeister ging mit einer überzeugenden Taktik zu Werk, die trotz eines schwachen Starts und einem 6:9-Halbzeitrückstand vollumfänglich aufging. Der letztlich  überraschend klare 18:13-Erfolg vor 1510 Zuschauern in der Willisauer BBZ-Halle basierte auf drei Ringern. In der ersten Hälfte bewahrte der 16-jährige Tobias Portmann den Rekordmeister vor einem deutlicheren Pausenrückstand. Bis 61 kg Greco konterte er den favorisierten Thomas Wisler eiskalt 0:8 aus. Nach der Pause lancierte Jonas Bossert die Willisauer Wende. Der Greco-Internationale ging entschlossen zur Sache und beherrschte den überraschend bis 86 kg angetretenen Akos Korica. Im achten Kampf fiel die Vorentscheidung. Stefan Reichmuth, ein weiterer Internationaler im Team von Willisau, taktierte so geschickt, dass Benno Jungos Bemühungen völlig ins Leere liefen.

Hergiswiler Einbruch
Nach der Wende auf 13:11 für Willisau war der zu wenig austrainierte Alen Kacinari überfordert. Bis 74 kg Freistil verlor er überraschend gegen Manuel Jakob, womit der Mist für den Rekordmeister geführt war. Samuel Scherrer besiegelte die Hergiswiler Schlappe mit einem weiteren klaren Punktesieg für Willisau. "Wir kassierten zuviele Nuller", ortete Hergiswils Sportchef Peter Kunz den grössten Mangel in seinem kampfwilligen Team. "Bei uns ging der Fahrplan auf", erklärte auf der Gegenseite Thomas Bucheli. "Portmanns Sieg hat uns Luft gegegen. Nach der Pause ist Jonas Bossert super aufgetreten und lancierte die Wende."

Niederlagen der beiden Schwinger
Zwei gute Ringer mit Schwingererfahrung standen im ersten Finalkampf auf der Matte. Martin Suppiger im Team von Hergiswil fühlte bis 97 kg Freistil dem Internationalen Marco Riesen auf den Zahn. Nach einer 1:0-Führung nach den ersten drei Minuten und dem 1:1-Ausgleich Mitte zweiter Runde erhielt Riesen zwei umstrittene Einerwertung gutgeschrieben. Martin Suppigers stand in den letzten Sekunden einer Zweierwertung und damit einer grossen Überraschung nahe. Für Willisau ging der Brunner Ringer-Schwinger Martin Steiner auf die Matte. Bis 130 kg Greco verlor er gegen den technisch deutlich versierteren Thomas Suppiger 0:8.

Der zweite Finalkampf findet am nächsten Samstag, 12. Dezember, wieder um 19 Uhr in der Willisauer BBZ-Halle statt. Mit einem weiteren Sieg wäre Willisau zum 13. Mal Schweizer Mannschaftsmeister. Ansonsten folgt am 19. Dezember der entscheidende dritte Kampf.

(wr)

RR Hergiswil - RC Willisau 13:18
57 kg Freistil: Pascal Jungo – Timon Zeder 2:1 (4:2)
61 kg Greco: Thomas Wisler – Tobias Portmann 0:3 (0:8)
65 kg F: Marco Hodel – Kilian Aregger 3:0 (7:0)
70 kg G: Patrick Stadelmann – Roger Heiniger 2:1 (6:4)
74 kg F: Alen Kacinari – Manuel Jakob 1:2 (3:7)
74 kg G: Martin Grüter – Samuel Scherrer 1:3 (6:15)
80 kg F: Benno Jungo – Stefan Reichmuth 0:3 (0:9)
86 kg G: Akos Korica – Jonas Bossert 0:3 (0:5)
97 kg F: Martin Suppiger – Marco Riesen 1:2 (1:3)
130 kg G: Thomas Suppiger – Martin Steiner 3:0 (8:0)

 

 

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