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Schwinger der Woche: Interview Bieri

Christoph Bieri ist der 29. Schwinger der Historie der den Eintritt in den erlauchten Kreis der 100-fachen Kranzschwinger geschafft hat. Wie er den Tag und die Stunden danach erlebt hat sowie wie er seine weitere sportliche Zukunft sieht, sagt er im Interview mit dem SCHLUSSGANG.
Im vierten Gang bezwang Christoph Bieri (oben) am Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg auf dem Weg zum 100. Kranz Florian Dubler. (Foto: Pascale Alpiger9

Christoph Bieri, herzliche Gratulation auch vom SCHLUSSGANG-Team für den 100. Kranz. Haben Sie trotz Corona die Möglichkeit gefunden etwas zu feiern?
Christoph Bieri: Besten Dank für die Gratulation. Ja, es fühlt sich gut an. Wir haben nach dem Wettkampf noch eine Möglichkeit gefunden anzustossen, dies mit meiner Familie und Kollegen, aber auch mit denjenigen Personen, die mich in den letzten Jahren begleitet haben. 

Wie haben Sie den Wettkampf sportlich erlebt?
Bieri: Gold wert war der Sieg im ersten Gang gegen Patrick Räbmatter. Das hat mir in der Einteilung sicherlich geholfen, dass ich den Sieg gegen einen Eidgenossen auf dem Notenblatt hatte. Dass es im sechsten Gang nicht zu einem Sieg reichte, hat mich sicherlich im ersten Moment etwas gefuchst. Schade war, dass nicht so viele Schwinger antraten, daher war von Anfang an klar, dass nicht viele Kränze rausgehen würden.

Sie haben den sechsten Gang angesprochen. Wussten Sie um die Ausgangslage?
Bieri: Ich habe mitbekommen, dass zwei Gänge im Kranzkampf vor mir mit einem Gestellten endeten, einen weiteren Gestellten hatte ich nicht auf dem Radar. Und dennoch blieb eine gewisse Unsicherheit, wie viele Punkte es wirklich braucht. Gerne hätte ich den Wettkampf mit einem Sieg beendet und ging daher in der letzten Minute etwas Risiko ein. Dieser "Kamikaze"-Angriff führte schliesslich zum Sieg von Samuel Brun, dem ich den Kranzgewinn aber natürlich auch sehr gönne.

Was bedeutet Ihnen dieser 100. Kranzgewinn?
Bieri: Ich habe schon mehrmals gesagt, dass dies noch ein grosses sportliches Ziel sei. Von daher macht es mich schon Stolz diesen Erfolg errungen zu haben. Wenn man mir als junger Schwinger gesagt hätte, du holst 100 Kränze, hätte ich sofort unterschrieben. Dank den konstanten Kranzerfolgen stand ich schliesslich bei 93, 94 Kränzen. Meine Leidenschaft für den Schwingsport und der sportliche Ehrgeiz waren so gross, dass ich diesen Traum realisieren wollte. Schade für mich ist, dass zwischen meiner besten sportlichen Zeit und dem 100. Kranzgewinn etwas viel Zeit vergangen ist. Mal stoppte mich mein Rücken, mal scheiterte ich im Sägemehl.

Was braucht es für 100 Kränze?
Bieri: Wichtig ist, dass man über 15 Jahre konstant mithalten kann. Auch Verletzungen dürfen nicht zu oft vorkommen. 

Am Sonntag wird in Matzendorf bereits das nächste Kranzfest ausgetragen. Sind Sie am Start?
Bieri: Nein, für dieses Fest habe ich mich nicht angemeldet. Ich lasse mir für die Entscheidung über die weitere sportliche Zukunft noch ein paar Tage Zeit.

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