Jetzt die kostenlosen Online-Dienste vom SCHLUSSGANG unterstützen

Schwinger der Woche: Interview Joel Wicki

Mit fünf Siegen und einem Gestellten hat Joel Wicki den Stoos-Schwinget zum dritten Mal nach 2017 und 2019 zu seinen Gunsten entschieden. Im Interview als Schwinger der Woche blickt Joel Wicki auf den Stoos-Schwinget zurück und sagt, auf was er sich 2021 besonders freut.
Joel Wicki (links) bezwang beim Stoos-Schwinget fünf seiner sechs Gegner, zu ihnen gehörte im zweiten Gang auch Stephane Haenni. (Foto: Barbara Loosli)

Joel Wicki, herzliche Gratulation zum tollen Auftritt in Ibach beim Stoos-Schwinget. Wie hat es sich angefühlt wieder einmal ein Kranzfest zu bestreiten?
Joel Wicki: Vielen Dank für die Gratulation. Es war speziell, weil ich auch die Anspannung vor einem Kranzfest schon lange nicht mehr hatte. Es war für mich wichtig, dass ich zuvor schon ein Rangfest bestritten habe. Da konnte ich mir die Abläufe wieder aneignen. Mir war es wichtig die bestmögliche Leistung zu zeigen. Ein Dankeschön gebürt aber auch den Organisatoren, die diesen Anlass erst möglich gemacht haben.

Die fünf Siege waren sehr souverän. Auch im Gang gegen Fabian Staudenmann hatte man das Gefühl, dass Sie jederzeit einen Gang höher hätten schalten können. War der Gestellte auch ein wenig Taktik?
Wicki: Ich wusste um die Ausgangslage vor dem 4. Gang, wollte aber gewinnen. Er war defensiv eingestellt und vielleicht war ich auch etwas zu hastig. Und dennoch war es der 4. und nicht der 5. Gang, darum war das Risiko vielleicht etwas geringer. Einen Konterschwung von ihm wollte ich verhindern. 

Haben Sie gegen grosse und schlanke Schwinger generell mehr Mühe?
Wicki: Es kommt sicherlich drauf an, ob ein Gegner mitschwingen will oder nicht. Wenn grosse und schlanke Schwinger defensiv eingestellt sind, sind diese schon schwieriger zu fixieren.

Im Schlussgang trafen Sie nicht zum ersten Mal auf Sven Schurtenberger. Sie gingen sofort wieder in die Offensive. War das so geplant vor dem Schlussgang?
Wicki: Der Plan vor dem Schlussgang war schon anzugreifen. Gegen Sven ist dies sicherlich die beste Waffe. Abzuwarten ist sowieso nicht meine Schwingerart.

Am Sonntag treffen Sie im ersten Gang am ISAF auf Samuel Giger. Wie gehen Sie dieses Duell an?
Wicki: Wir haben schon zwei Mal gegeneinander geschwungen. Einmal im jungen Alter habe ich verloren, das andere Duell endete gestellt. Das schränkt mich in der Vorbereitung aber nicht ein. Man darf vor einem Gegner Respekt haben, aber keine Angst. Wichtig ist das Greifen, das sieht man von aussen manchmal gar nicht, wie entscheidend dies sein kann.

Zurück zu Ihrem Stoos-Auftritt. Sie schienen den ganzen Tag sehr locker. Haben Sie diesbezüglich in der schwingfreien Zeit daran gearbeitet?
Wicki: Ob ich wirklich viel lockerer war, kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber schon, dass ich diesbezüglich einen Schritt weitergekommen bin. Mit der Zweitausbildung als Landwirt sind sicher die Gedanken aber auch etwas anders gelagert. Mir helfen aber auch die Gespräche in meinem persönlichen Umfeld sehr.

Die nächsten Höhepunkte folgen Schlag auf Schlag. Auf welchen Anlass freuen Sie sich 2021 besonders?
Wicki: Das Ziel ist es, dass ich beim Saisonhöhepunkt die beste Form aufweisen kann. Diesbezüglich ist der Kilchberger Schwinget sicher im Fokus. Speziell ist für mich aber auch das Emmentalische in Kemmeriboden. Da habe ich eine sehr kurze Anreise. Und auch auf das Berner Kantonalfest freue ich mich sehr. Dieser Teilverbandskranz fehlt mir noch als einziger.

Im Artikel erwähnt: 

Manuel Röösli

Redaktionsleitung

Kommentare