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Schwinger der Woche: Interview Krähenbühl

Ausgerechnet am Empfang der Thurgauer Schwinger, welche am Kilchberger Schwinget 2021 teilnahmen, erklärte der 33-Jährige Tobias Krähenbühl seinen Rücktritt. Der grösste Erfolg des Turnerschwingers war der Kranzgewinn am Eidgenössischen Schwingfest 2016 in Estavayer-le-Lac.
Tobias Krähenbühl (rechts) gegen Markus Schläpfer am Schaffhauser Kantonalen 2021. (Bild: Lorenz Reifler)

Tobias Krähenbühl, anlässlich des Empfangs von Kilchberger Sieger Samuel Giger letzte Woche, sickerte durch, dass sie ihre Laufbahn beenden. War das ein kurzfristiger Entscheid?
Tobias Krähenbühl: Nein, schon letzten Winter lief es im Aufbautraining für die neue Saison zäh. Mir fehlte zusehends die Motivation vier bis fünfmal in der Woche ins Training zu fahren. Zudem wurde ich zum zweiten Mal Vater. So kristallisierte sich der Rücktritt im Verlaufe des Jahres immer mehr heraus.

Aber sie behielten es für sich?
Krähenbühl: Meiner Frau sagte ich es, doch ansonsten behielt ich es für mich. Im August war dann klar, dass sofern ich mich selektioniere, der Kilchberger mein letztes Schwingfest sein wird. Hätte ich die Selektion nicht geschafft, wäre das NOS in Mels mein letztes Schwingfest gewesen.

Ihre Laufbahn begann 1997. Mit welchen Gefühlen und Erinnerungen blicken sie auf ihre 24-Jährige Laufbahn zurück?
Krähenbühl: Mit sehr schönen Erinnerungen. Es waren nicht nur meine Erfolge, sondern auch jene wenn unser Klub oder Kanton ein Fest erfolgreich abschloss und wir dies gemeinsam feierten. Dazu gehört auch der Klichberger Schwinget 2021, wo mit David Dumelin und mir zwei Klubkameraden aus dem Unterthurgau den Ausstich erreichten.

Mit dem sechsten Schlussrang glückte ihnen in Kilchberg ein Abschied wie man ihn sich wünscht?
Krähenbühl: In erster Linie war ich froh, dass ich die Selektion schaffte. Zudem war ich vor dem Fest schon ein wenig nervös. Aber sicherlich habe ich mich an meiner guten Platzierung gefreut. Ich habe meine beste Saisonleistung beim letzten Fest zeigen können. Zuvor war es eher ein durchzogenes Jahr.

Mit Samuel Giger gab es innerhalb ihres Kantons auch den Kilchberger Sieger zu feiern. Gab es im Anschluss ein Fest im Thurgau?
Krähenbühl: Ja es gab einem Empfang in Weinfelden am Donnerstag nach dem Klichberger Schwinget. Auch alle anderen NOS-Schwinger waren eingeladen und kamen fast vollständig. Dies war ein sehr schöner Anlass, den ich in vollen Zügen genoss. Auf der einen Seite ist es schön mit so einem Erfolg aufzuhören, anderseits werde ich die tolle Stimmung im Team Thurgau vermissen.

Der eidgenössische Kranz 2016 in Estavayer-le-Lac steht vermutlich zuoberst in ihrem Palmares?
Krähenbühl: Ja sich das dritte Sternchen zu sichern und sich fortan Eidgenosse nennen zu dürfen, ist sicherlich jener Erfolg, der über allem steht. Ich wusste damals, dass ich es im letzten Gang in den eigenen Fingern habe. Ich wusste, mit einem Sieg bin ich unter den Kranzgewinnern. Dieser Sieg glückte mir gegen Mario Thürig.

Sieht man Tobias Krähenbühl auch in Zukunft?
Krähenbühl: Ich bin ja bereits seit 2017 Präsident des Schwingklub Unterthurgau und somit fest verankert. Ja mich wird man auch zukünftig auf den Schwingplätzen sehen. Ich bin aber auch froh, dass ich nun mehr Zeit für meine Familie habe. Nach der Arbeit nach Hause kommen und dann gleich wieder ins Training fahren und dabei kaum Zeit für die Liebsten, dies ist nun vorbei. (JHE)

Im Artikel erwähnt: 

Jakob Heer

Redaktion

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