Schwinger der Woche: Interview Mathis

Am prestigeträchtigen Allweg-Schwinget trat der einheimische Nidwaldner Marcel Mathis vom Aktivsport zurück. "Mäsi", wie er von seinen Fans genannt wird, gewann total 56 Kränze. Zwei Mal gewann er den traditionellen Allweg-Schwinget.
Marcel Mathis hängte auf dem Allweg seine Hosen an den berühmten Nagel. (Bild: Jakob Heer)

Marcel Mathis, Abschied vor dem historischen Schlachtdenkmal in Ennetmoos. Hat der Allweg eine spezielle Bedeutung für sie?
Marcel Mathis: Ja, das ist der von unserer Sektion (Nidwalden) organisierte Anlass. Hier habe ich schon als kleiner Knabe vorbeigeschaut, mitgeholfen oder mitgefiebert mit den Grossen.

Ein schönerer Abschied wäre wohl nicht möglich gewesen?
Mathis: Ja vor heimischer Kulisse gesund und mit dem Festsieg Adieu zu sagen, es gibt wirklich nichts schöneres. Viele Besucher sind heute wegen uns drei (nebst Mathis traten auch Stefan Gasser und Lutz Scheuber zurück) auf den Allweg gekommen. Wahrlich ein überwältigender Abschied, den wir geniessen durften.

Im Schlussgang trafen sie auf Erich Fankhauser.  
Mathis: Erich ist brandgefährlich, ein starker Konterschwinger. Ich habe gegen ihn auch schon verloren (Schlussgang Südwestschweizer Schwingfest 2015 in Genf) und war deshalb gewarnt. Wie im Anschwingen gelang es mir auch in der Endausmarchung den Fussstich siegbringend anzusetzen.

War der Rücktritt für sie schon lange ein Thema?
Mathis: Ich befasst mich im Frühjahr schon damit. Ich habe dieses Jahr nochmals viel fürs Schwingen investiert und auf andere Sachen verzichtet. Meine sportlichen Ziele habe ich heuer mehr als erreicht, der Zeitpunkt passt für mich.

Welchen Anlass/Sieg bezeichnen sie als ihren grössten Erfolg?
Mathis: Der Sieg am Innerschweizerischen 2017 in Alpnach steht wohl über allen anderen Erfolgen. Doch auch das Eidgenössische 2019 in Zug, welches ich mit sechs Siegen und zwei Gestellten auf dem Ehrenplatz abschloss war ein grosser Erfolg. Ebenfalls auch die anderen beiden eidgenössischen Kränze 2013 in Burgdorf sowie 2016 in Estavayer-le-Lac.

22 Jahre stand das Schwingen im Fokus und nun?
Mathis: Die berufliche Belastung, der Landwirtschaftsbetrieb ist der Hauptgrund meines Rücktrittes. 22 im Sägemehl zu stehen Jahre sind eine lange Zeit. Mein Glück war sicherlich auch, dass ich in meiner gesamten Laufbahn von grösseren Verletzungen verschont blieb.  

Wenn sie zurückblichen- was bleibt?
Mathis: Im Moment habe ich all das, was sich auf dem Allweg nach dem Schlussgang ereignete noch nicht realisiert. Das benötigt eine gewisse Zeit. Das Schwingen war für mich eine Lebensschule, die ich nicht missen möchte. Nach dem Gang hat man es unter Schwingern wieder gut miteinander. Ich kann jedem jungen Knaben den Nationalsport nur empfehlen.

 

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Jakob Heer

Redaktion

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