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Schwinger der Woche: Interview Rhyner

Der aktuelle Schwinger der Woche heisst Michael Rhyner. Das Mitglied vom Schwingklub Flawil beendete mit dem 1. August-Kranz am St. Galler Kantonalen in Kaltbrunn seine erfolgreiche Laufbahn. Unbestrittener Höhepunkt in Rhyners Laufbahn war der Sieg am Nordostschweizerischen 2015 in Wald ZH. Der Sieg auf Stufe Teilverbandsfest war zugleich Rhyners einziger Kranzfestsieg. Total gewann der St. Galler 39 Kränze. Im Interview gibt er Auskunft über seine Laufbahn.
Michael Rhyner hängte in Kaltbrunn seine Hosen an den berühmten Nagel. (Bild: Jakob Heer)

Michael Rhyner: 2002 in Waldkirch gewannen Sie Ihr erstes Eichenlaub. 19 Jahre später hat sich mit dem Kranzgewinn in Kaltbrunn der Kreis geschlossen. Mit welchen Gefühlen schauen Sie auf Ihre sportliche Laufbahn zurück?
Michael Rhyner: Ich blicke auf eine schöne Zeit zurück, in der ich gemeinsam mit meinen Schwingklubkameraden viele schöne Stunden verbringen konnte. Zu meiner Laufbahn gehörten aber auch Tiefs.

Was meinen Sie damit?
Rhyner: Mit Tiefs meine ich die Verletzungen, von denen ich immer wieder betroffen war. Ich hatte es mit zwei Kreuzbandrissen zu tun. Ferner hatte ich eine Fussgelenksverletzung und Leistenbrüche. All das warf mich sportlich immer wieder zurück.

Wann reifte in Ihnen der Entscheid, am 1. August, am eigenen Kantonalen, zurückzutreten?
Rhyner: Unserem Medienchef Pascal Schönenberger teilte ich es am Donnerstagabend vor dem St. Galler Kantonalen mit. Vorher behielt ich es für mich. Nach dem letzten Auftritt am Wolzenalp-Schwinget 2019 liess ich mich am Fussgelenk operieren. Dann folgte die leidige Geschichte mit Corona. Der Rücktritt reifte in den vergangenen Wochen, dass ich mir sagte, am eigenen Kantonalen ist der Zeitpunkt da, wo ich abtreten werde.

Haben Sie das Training im Hinblick auf das Jahr 2021 gedrosselt?
Rhyner: Ich ich habe in letzter Zeit nicht mehr so viel trainiert. Das hatte aber verschiedene Gründe. Erst der kompletten Ausfall der Saison 2020 wegen Corona. Gleichzeitig hat sich aber auch privat einiges getan. So habe ich das Haus meiner Eltern übernehmen können und umgebaut. Dadurch hatten andere Dinge Priorität. Im Hinblick auf Kaltbrunn habe ich mich aber nochmals voll hineingekniet und hart trainiert. Schön, dass es beim Abschiedsfest mit dem Kranzgewinn geklappt.  

Welche Erfolge bleiben Ihnen unvergessen?
Rhyner: Unbestritten der Sieg am NOS 2015 in Wald. Dann aber auch der Rigi-Bergkranz im gleichen Jahr. Zudem bedeuten mir alle erschwungenen Kränze sehr viel.

Blicken wir nochmals auf ihren grössten Erfolg zurück. Wie war dies möglich, dass ein Nichteidgenosse und bis zu diesem Zeitpunkt ohne Kranzfestsieg dastehender Schwinger, ein Teilverbandsfest gewinnt?
Rhyner: Es war die Zeit nachdem im NOS-Verband und im Kanton St. Gallen im Speziellen viele Spitzenschwinger zurückgetreten waren. In diesem Jahr war ich in sehr guter Form, so dass ich kurz nach dem NOS-Triumph meinen Erfolg mit dem Rigi-Bergkranz bestätigen konnte. Für einen derartigen Erfolg benötigt man aber auch das notwendige Wettkampfsglück, welches mit damals zur Seite stand. An diesem Tag passte einfache alles zusammen. Ich kann mich daran erinnern, als sei es erst gestern gewesen.(Anmerkung der Redaktion: Am NOS 2015 bezwang Michael Rhyner im Schlussgang den Appenzeller Marcel Kuster.)

Bleibt Michael Rhyner dem Schwingsport erhalten?
Rhyner: Ja. Ich werde meinen Schwingklubkameraden weiterhin zur Seite stehen. Zudem bin ich seit 15 Jahren Jungschwingerleiter beim Schwingklub Flawil. Man wird mich sicherlich weiterhin auf den Schwingplätzen antreffen.  

Im Artikel erwähnt: 

Jakob Heer

Redaktion

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