Schwinger der Woche: Interview Rychen

Der Glarner Eidgenosse Roger Rychen und der Freiburger Lario Kramer gewannen in der zurückliegenden Saison je zehn Kränze und führen damit die Hitliste der Kranzgewinner 2018 an. Im Interview äusserst sich Rychen zu seiner erfolgreichen Saison.
Ein Duell zwischen Schwingerkönig Kilian Wenger (links) und dem Glarner Roger Rychen gab es heuer zwei Mal: am Mittelländischen Schwingfest in Habstetten und auf der Schwägalp. (Bild: Rolf Eicher)

Roger Rychen, gemeinsam mit Lario Kramer sicherten Sie sich heuer am meinen Kränze. Was bedeutet Ihnen dies?
Roger Rychen: Ich habe etwas erreicht, wovon ich vor Jahren nur träumen konnte. An allen zehn Kranzfesten, an denen ich antrat, gewann ich den Kranz. Dies erfordert Konstanz über die gesamte Saison.

Also fällt die Saisonbilanz positiv aus?
Rychen: Ja sehr. Mir gelang am Thurgauer, wo ich im fünften Gang mit Mario Schneider um den Schlussgangeinzug kämpfte, ein guter Einstieg in die Kranzfestsaison. Mit Ausnahme des Glarner-Bündners, wo es mir nicht ganz optimal lief, konnte ich anschliessend viele Spitzenplätze realisieren. Am St. Galler und Bündner Kantonalen kämpfte ich im Schlussgang gar um den Festsieg.

Gab es heuer unter diesen zehn Kranzfesten welche, die in spezieller Erinnerung blieben?
Rychen: Mehrere. Sicher das Mittelländische, wo der Schwingklub Niederurnen als Gastklub eingeladen war. An diesem Fest werde ich wohl in meiner Laufbahn nur einmal teilnehmen. Grosse Freude erfüllte mich dann, als der Speaker das Duell mit Schwingerkönig Kilian Wenger verlas. Aber auch das Jubiläums Nordostschweizer Schwingfest in Herisau, das ich auf dem Ehrenplatz beenden konnte, bliebt mir im bester Erinnerung. Einen Spitzenplatz am Nordostschweizer strebte ich schon lange an. 

Wäre in der zurückliegenden Saison allenfalls gar noch mehr möglich gewesen?
Rychen: Am Nordwestschweizer rechnete ich mir etwas mehr aus. Nach zwei Niederlagen im zweiten und dritten Gang geriet ich unter Siegzwang, wollte ich noch den Kranz erlangen. Am eigenen Kantonalen, am Pfingstmontag in Schwanden, fühlte ich mich nach meinen gelungenen Auftritt eine Woche zuvor am Mittelländischen gut, doch in den Gängen war ich zu wenig locker und konnte nicht ganz vorne mittun. Zu Kranzehren reichte es aber an beiden Festen. 

Auf der Schwägalp, wo sie noch zu Lario Kramer aufschliessen konnten, war der Kranz nach dem Anschwingen in weite Ferne gerückt.
Rychen: Die Schwägalp war auch für mich das Saisonhighlight. Nach einem unglücklichen Start war mir bewusst, jetzt müssen vier Siege her. Im letzten Gang gegen Matthias Aeschbacher griff er an, mittels Konter gelang mir der Sieg nach kurzer Gangdauer. Hier war das Glück sicherlich auf meiner Seite.

Nach der Schwägalp beendeten Sie die Saison. Was war passiert?
Rychen: Seit dem NOS hatte ich immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen. Eine Untersuchung ergab eine Verletzung der Aufhängung des Aussenmeniskus. Ein chirurgischer Eingriff war glücklicherweise nicht notwendig, doch im Hinblick aus das Eidgenössischen Jahr wollte ich keine Risiken mehr eingehen. Deshalb verzichtete schweren Herzens auf die Wettkämpfe in Siebnen und an der Olma, die ich ursprünglich noch in meiner Agenda 2018 hatte.

Wie geht es Ihnen jetzt?
Rychen: Ich befinde mich schon seit längerer Zeit in der Physiotherapie. Mit Beginn der Schwingtrainings im Klub im November möchte ich ebenfalls wieder mit Schwingen beginnen. Zudem gönnte ich mir im Herbst mit meiner Freundin eine Woche Ferien in Südtirol.     

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Jakob Heer

Redaktion

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