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Schwinger der Woche: Inti Christian Dick

Nach 101 Kränzen ist Schluss. Der in der Berner Kranzstatisik hinter Niklaus Gasser den zweiten Platz einnehmende Christian Dick ist am Seeländischen Schwingfest am vergangenen Sonntag vom Aktivsport zurückgetreten.
Mit dem Emmentalischen in Schüpbach (Bild, gegen Thomas Sempach) und dem Seeländischen in Studen hat Christian Dick (links) seine Laufbahn im Mai 2014 beendet.

Christian Dick, ein Rücktritt, der für viele zu einem überraschenden Zeitpunkt kam?
Christian Dick: Für viele überraschend, weil sie davon nichts wussten. In meinem Bekanntenkreis wussten sie es, dass ich am eigenen Gauverbandsfest in Studen meinen letzten Wettkampf bestreiten werde. Dies gab ich aber bewusst nur im kleineren Rahmen bekannt. Ein Riesenfest, das wollte ich nicht.

Also war der Zeitpunkt für Sie schon länger klar?
Dick: Nach dem Eidgenössischen in Burgdorf sagte ich mir, dies war noch nicht mein letztes Fest. Im Januar verreiste ich mit meiner Freundin in die Ferien, dort entschied ich mich, das Emmentalische sowie das Seeländische noch zu bestreiten. Diese beiden Feste habe ich auch in meiner ersten Saison (1995) bestritten. Der Kreis hat sich also geschlossen.

Und die Verabschiedung haben Sie genossen?
Dick: Bei meinem letzen Fest in Studen waren alle, die mich die gesamte Karriere lang begleiteten und unterstützten, dabei. Beim Rangverlesen durfte ich vor dem Sieger (Matthias Glarner) auf die Bühne und mich bei meinem Team bedanken und verabschieden. Ein spezieller Dank geht an meine Schwester mit ihrem Mann. Dies war ein wunderbarer Moment und der Abschluss hat so gepasst.

Sie sind nach dem Eidgenössischen für längere Zeiten in die Ferien verreist. Da fehlten bestimmt die Trainingsmöglichkeiten?
Dick: Von Januar bis April war ich mit meiner Freundin für vier Monate in Australien und Neuseeland. Dieses Ziel hatten wir schon vor langer Zeit geplant. Fitnesstraining absolvierte ich schon, doch das Schwingtraining fehlte mir gänzlich. Somit war mir klar, dass es schwer wird, wenn ich im Mai nochmals ins Sägemehl zurückkehre.

Im Berner Verband hängen die Kränze derzeit hoch?
Dick: Auch wenn es schön gewesen wäre, zu Niklaus Gasser aufzuschliessen, es war nicht mehr mein Hauptziel, den Kranz zu gewinnen in Schüpbach und Studen. Das Niveau im Kanton Bern ist sehr hoch, zahlreiche jüngere Athleten drücken bereits wieder. Das ist gut, wenn wir als Team an einem Bergfest oder einem eidgenössischen Anlass antreten, weil wir uns so helfen können. Anderseits benötigt es viel, um überhaupt einen Gauverbandskranz zu erlangen. Das gilt auch für die Jungen.

Nach 101 Kränzen, darunter alle Berg- und Teilverbandskränze mindestens einmal gewonnen, wird es nicht einfach, einen Anlass als den grössten Erfolg zu betiteln?
Dick: In der Tat. Den Sieg am Berner Kantonalen 2006 in Eggiwil, die drei eidgenössischen Kränze und die vier Meistertitel im Nationalturnen stufe ich sehr hoch ein. Als ich nach dem Eidgenössischen 2010 in Frauenfeld entschied weiterzuschwingen und mit 75 Kränzen erstmals auf die 100er Kranzmarke schielte, muss ich heute zugeben: Der 100. Kranzgewinn im letzten Juli auf der Rigi übertraf alles.

Nach so vielen Jahren unter den Schwingern werden Sie dem Sport sicherlich die Treue halten?
Dick: Ja, nur schon wegen meinem Mandat als Technischer Leiter im Schwingklub Lyss. Ich werde unsere junge Mannschaft, keiner unserer Aktiven ist älter als 20-jährig, in Zukunft begleiten. Da ich bei meinem Beruf als Polizist viel Wochenenddienst habe, werde ich es auch einmal geniessen, wenn ich einen Samstag und Sonntag für mich und meine Freunde habe.

Was bleibt Ihnen vom Schwingen in Erinnerung?
Dick: Die Kameradschaft, die vielen schönen Stunden. Wenn es einmal an einem Wettkampf am Morgen nicht nach Plan lief, baute mich ein anderer Schwinger wieder auf. Dabei spielte die Gauverbandszugehörigkeit keine Rolle. So etwas gibt es nur im Schwingsport. 

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